Clan-Streit in Essen: Polizei nimmt 26-Jährigen nach Massentumulten fest

20 Streifenwagen und Polizisten waren im Juni 2022 in Essen-Altendorf bei Clan-Streitigkeiten im Einsatz
Die Essener Polizei war mehrere Tage wegen der Clan-Auseinandersetzungen in Altendorf im Einsatz. © Justin Brosch/Archiv
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Ende Juni kam es zu mehreren Auseinandersetzungen und bewaffneten Massenschlägereien zwischen zwei verfeindeten Clan-Familien in Essen. Etwa 400 Personen prügelten sich im Stadtteil Altendorf. Ein Mann wurde dabei durch einen Messerstich am Hals schwer verletzt und musste notoperiert werden.

Jetzt hat die Polizei einen 26-jährigen Tatverdächtigen festgenommen, gegen den bereits seit Ende Juli ein Haftbefehl vorlag. Der monatelang nicht auffindbare 26-Jährige sei am Montag festgenommen, am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt worden und danach gegen Kaution vorläufig wieder auf freien Fuß gekommen.

26-Jähriger ist vorbestraft

Die Ermittlungen liefen weiter, so die Mitteilung. Der niedergestochene Mann hatte sich später wieder erholt. Der 26-Jährige sei wegen Eigentums- und Körperverletzungsdelikten mehrfach vorbestraft, so die Staatsanwaltschaft.

Ende Juni musste die Polizei immer wieder zu Einsätzen im Clan-Milieu in Essen ausrücken. In einem Auto mit vier verdächtigen Personen fanden die Beamten scharfe Pistolen und Munition, die laut Polizeibericht „einsatzbereit“ waren. Auch ein „Friedensrichter“ war eingeschaltet worden, um den Streit zu schlichten.

Die Sondereinheit für Clans der Polizei Essen und die Staatsanwaltschaft ermittelten seitdem wegen gefährlicher und einfacher Körperverletzung, schweren Landfriedensbruchs und Verstößen gegen das Waffengesetz.

Auslöser könnte ein Parkplatz-Streit gewesen sein

Wie die WAZ berichtet, könnte ein banaler Streit um einen Parkplatz der Auslöser für die bewaffneten Massenschlägereien der libanesisch-arabischen Familienclans gewesen sein.

Laut Staatsanwaltschaft Essen waren an dem Parkplatz-Streit zunächst fünf Personen beteiligt. Danach soll ein 30-Jähriger einen Raubüberfall verübt haben.

Messerangreifer noch flüchtig, Vorbestrafter war in U-Haft

Der 30-Jährige, der während des Parkplatz-Streits einen seiner Kontrahenten beraubt haben soll, war am 26. Juni in Untersuchungshaft, aber wenige Tage später wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Das Amtsgericht konnte keinen dringenden Tatverdacht gegen den Mann feststellen.

dpa/karie/akg