Nach Hitzerekorden: In NRW wird es ungemütlich - Wetteraussichten für die nächsten Tage

Passanten mit ihren Regenschirmen bei einem kräftigen Regenschauer in der Essener Innenstadt.
Ungemütlich sind die Wetteraussichten in NRW für die nächsten Tage. © picture alliance/dpa
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Ab Dienstagnachmittag sei mit teils schauerartigen Regen- oder Starkregenfällen und Gewittern zu rechnen, kündigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Essen an. Am Dienstag lässt sich neben viel Regen im Tagesverlauf nur im äußersten Südosten die Sonne blicken. Die Temperaturen liegen zwischen 19 und 28 Grad Celsius. Die Nacht wird im Norden bewölkt, aber fast ohne Schauer, während es in der Mitte und im Süden zu teils kräftigen und stellenweise gewittrigen Regenfällen kommt. Es kühlt ab auf 16 bis 10 Grad.

So wird das Wetter am Mittwoch

Regen über Regen gibt es auch am Mittwoch. Im Süden sind kräftige Gewitter möglich. Die Temperaturen liegen zwischen 18 und 24 Grad. Die Nacht bleibt bedeckt, mit viel Regen und ein paar Gewittern. Es kühlt ab auf 15 bis 9 Grad.

Am Donnerstag ist es wolkig bis stark bewölkt. Vereinzelt Schauer, vielerorts bleibt es aber auch niederschlagsfrei. Temperaturanstieg auf 16 bis 19, im höheren Bergland um 15 Grad. Mäßiger Wind aus West bis Nordwest.

In der Nacht zum Freitag teils gering, teils stark bewölkt. Vereinzelt Schauer, in vielen Regionen aber niederschlagsfrei. Tiefstwerte 10 bis 8, in höheren Lagen bis 6 Grad. Zum Ende der Woche muss auch mit Graupelgewittern gerechnet werden.

Mit Temperaturen von mehr als 30 Grad ist es Anfang vergangener Woche – also schon im meteorologischen Herbst – in Teilen von NRW noch einmal heiß geworden. Das hat dem Bundesland wohl einen neuen Rekord seit Beginn der Aufzeichnungen beschert, was die Zahl der Hitzetage pro Jahr angeht.

Als Hitzetag gilt ein Tag mit diesen Temperaturen

Das Flächenmittel NRW liegt laut vorläufigen Zahlen nun bei 17,7 heißen Tagen in 2022, womit der bisherige Höchstwert aus 2018 (17,5 Tage) übertroffen wäre, wie Thomas Kesseler-Lauterkorn, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen, mitteilte. Mit weiteren Hitzetagen ist so schnell aber nicht mehr zu rechnen. Die Woche beginnt sonnig und mild, dann wird es kühler und regnerisch.

Offizielle Zahlen zu den Hitzetagen werden laut DWD zwar erst Ende des Jahres bereitgestellt – von einem Rekord sei allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit auszugehen, hieß es.

Als Hitzetag gilt ein Tag mit Temperaturen von 30 Grad und mehr. Für NRW wird ein Flächenmittelwert ermittelt, also ein rechnerischer Wert, in den Daten aller rund 40 Messstationen im Bundesland einfließen. Dabei wird die Topographie der Stationen berücksichtigt – also zum Beispiel, ob sie auf einem Berg liegen. Es können auch Zehntelwerte zustande kommen, wenn es nur in einem Teil des Bundeslandes heiß war.

Bisheriger Höchstwert an Hitzetagen wurde überschritten

Der bisherige Höchstwert von 17,5 Tagen sei mit den heißen Temperaturen Anfang der Woche überschritten worden, sagte Kesseler-Lauterkorn. Von weiteren heißen Tagen sei dieses Jahr eher nicht auszugehen. Meteorologischer Herbstanfang war am 1. September.

Zwar zeichnen viele Stationen schon länger auf, der landesweite Wert wird aber erst seit 1951 errechnet. Der DWD-Meteorologe hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass es etwa 1947 ähnlich viele oder mehr heiße Tage als 2018 oder 2022 gegeben haben könnte. Entscheidender sei aber ohnehin die Betrachtung längerer klimatologischer Zeiträume. Und die zeige: Die Zahl der heißen Tage pro Jahr hat in NRW in den vergangenen Jahrzehnten stetig zugenommen. Zwischen 1961 und 1990 lag sie im Schnitt noch bei 4,0. Im Zeitraum von 1991 bis 2000 verdoppelte sie sich auf 8,1. Und 2011 bis 2020 lag sie bei 9,4.

dpa