Hochwasser-Katastrophe

Hochwasser-Schäden: Land NRW gewährt Pauschalen ab 13.000 Euro – So kommen Flutopfer an Hilfe

Eine Pauschale von mindestens 13.000 Euro können Privathaushalte in NRW-Flutgebieten für den Wiederaufbau beantragen. Darüber hinaus hat das Land weitere Hilfen in Aussicht gestellt.

Anträge zum Wiederaufbau in den Flutgebieten sollen betroffene Einwohner, Unternehmen und Kommunen ab kommendem Freitag (17.9.) stellen können. Dabei gehe es in der Regel um eine Förderung von bis zu 80 Prozent der Schäden, teilte die NRW-Landesregierung am Montag in Düsseldorf mit. In bestimmten Fällen sollen es bis zu 100 Prozent sein.

Außerdem wird Privathaushalten für Schäden am Hausrat eine Pauschale gewährt, die gestaffelt nach der Anzahl der Bewohner des Haushaltes bei mindestens 13.000 Euro beginnt. Das teilte Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) am Montag in Düsseldorf mit.

Pauschale erhöht sich nach Anzahl der gemeldeten Personen

In der Regel werde für Schäden am Hausrat eine Pauschale gewährt, die nach der Zahl der gemeldeten Personen gestaffelt sei. Einem Ein-Personen-Haushalt stehen demnach 13.000 Euro zu. Mehrpersonenhaushalte erhielten eine höhere Pauschale. Für den Ehegatten oder Lebenspartner seien Hilfen von zusätzlich 8500 Euro geplant, für jede weitere in dem Haushalt zum Zeitpunkt des Hochwassers gemeldete Person zusätzlich 3500 Euro.

Von diesem Dienstag an (14.9.) soll ein Servicetelefon die Fragen von Bürgern und Unternehmen beantworten. Für NRW sind bis zu 12,3 Milliarden Euro aus dem insgesamt 30 Milliarden Euro schweren Paket vorgesehen, das Bund und Länder gemeinsam für den Wiederaufbau in den Flutgebieten geschnürt haben.

Unterlagen können später nachgereicht werden

Von der Hochwasserkatastrophe betroffene Privatpersonen könnten die Aufbauhilfen zunächst schon einmal beantragen und danach im Nachhinein die erforderlichen Unterlagen zusammenstellen. Dazu zählten auch Schreiben der Versicherungen über Leistungen oder die Ablehnung von Leistungen durch Versicherungen.

Etwa jeder zweite Haushalt in NRW besitze keine Elementarschadenversicherung für Haus oder Wohnung, die etwa Schäden durch Hochwasser abdeckten, sagte Scharrenbach. In diesen Fällen sei die Begutachtung durch einen Sachverständigen zwingend. Dafür seien Anschriften von bundesweit 4700 Sachverständigen hinterlegt.

Nach dem Beschluss des Bundesrates zum insgesamt bis zu 30 Milliarden Euro umfassenden Bund-Länder-Paket am Freitag kann nun das Verfahren starten. Bis zu 12,3 Milliarden Euro sind für NRW vorgesehen.

Land rechnet mit rund 111.000 Anträgen

Die Landesregierung rechnet mit einer regen Nachfrage nach den Wiederaufbauhilfen. Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) ging bereits vor Wochen von bis zu 100.000 Anträgen für die Finanzhilfen aus dem privaten Bereich sowie von etwa 11.000 Anträgen von Unternehmen aus.

Unwetter mit ungewöhnlich starken Regenfällen hatten Mitte Juli in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen eine Katastrophe ausgelöst. Ganze Landstriche wurden von den Wassermassen verwüstet. Bislang wurden rund 190 Tote gezählt. Nach ersten Schätzungen entstanden allein in NRW Schäden von mehr als 13 Milliarden Euro.

dpa/kar