Kardinal Woelki klagt wegen „Bild“-Berichten – Bekommt er recht?

Kardinal Woelki verklagt den Medienkonzern Axel Springer.
Kardinal Woelki verklagt den Medienkonzern Axel Springer. © picture alliance/dpa
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Die Pressekammer des Landgerichts Köln verhandelt seit Montag mehrere Klagen des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki gegen den Medienkonzern Axel Springer. Woelki wehrt sich im Zusammenhang mit seinem Umgang mit Missbrauchsfällen gegen mehrere Artikel der zu Springer gehörenden „Bild“, in denen er seine Persönlichkeitsrechte verletzt sieht.

Eine Entscheidung will das Gericht am 18. Mai verkünden. Unter anderem geht es um einen Bericht, in dem die Zeitung einen Pfarrer, den Woelki zum stellvertretenden Düsseldorfer Stadtdechanten befördert hatte, als „Missbrauchs-Priester“ bezeichnet hatte.

Der Priester hatte Jahre zuvor mit einem 16 oder 17 Jahre alten Prostituierten Sex gehabt. In einer ersten Einschätzung machte der Richter am Montag deutlich, dass Woelkis Klage Aussicht auf Erfolg habe. In einem weiteren Fall hingegen wird die Kammer Woelkis Klage wohl nicht stattgeben, wie der Richter andeutete.

Dabei geht es um einen „Bild“-Artikel mit der Überschrift „Wegen Woelki-Skandal – treten alle deutschen Bischöfe zurück?“. Das Erzbistum Köln befindet sich in einer schweren Krise, seit Woelki 2020 entschieden hatte, ein Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Missbrauchsvorwürfen nicht zu veröffentlichen.

Nach einer Auszeit kehrte er im März ins Erzbistum zurück. Er hat dem Papst seinen Rücktritt angeboten, eine Entscheidung darüber steht noch aus. Zudem gibt es Diskussionen um die Finanzen. Zuletzt war bekannt geworden, dass das Erzbistum 1,15 Millionen Euro für einen überschuldeten Priester gezahlt hatte.

dpa