Engpässe in NRW-Kliniken Gesundheitsminister Laumann sieht keine Lebensgefahr für Kinder

NRW-Gesundheitsminister Karl Josef Laumann steht am Rednerpult und gestikuliert.
NRW-Gesundheitsminister Karl Josef Laumann sieht keine Engpässe in den Kinderkliniken aufgrund der hohen Zahl an erkrankten Kindern. © picture alliance/dpa
Lesezeit

Die gravierenden Engpässe in Kinderkliniken führen nach Angaben von Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) nicht zu Lebensgefahr für die Kleinsten. Die Kinderkliniken stünden aktuell zwar unter einer „erheblichen Anspannung“, sagte Laumann am Freitag im Landtag in Düsseldorf. Das Land bekomme aber „mit größter Anstrengung“ die Versorgung der kleinen Patienten hin.

Virus-Infektionen ähnlich der aktuellen RSV-Infektionswelle habe es auch schon in früheren Jahren gegeben und Kliniken und Personal für die Kleinen „bis zum Anschlag“ gefordert. Auch Verlegungen von erkrankten Kindern mit besonderen Rettungsdiensten in Kliniken mit freien Plätzen seien möglich, sagte Laumann. Außerdem werde die Kindermedizin jetzt in das deutschlandweite Kleeblatt-System aufgenommen.

200 Kinder pro Schicht

Das Kleeblatt-System war 2020 unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle eingeführt worden und besteht aus den fünf Regionen Nord, Ost, West, Südwest und Süd. Das System soll Überforderungen bei einzelnen Krankenhäusern vermeiden, indem Patienten zunächst innerhalb eines Kleeblatts verlegt werden. Wenn das nicht mehr möglich ist, sind auch bundesweite Verlegungen möglich.

Angespannt sei die Lage aber auch im ambulanten Bereich, sagte der Minister. Wenn die ohnehin überfüllten Kinderarztpraxen am Wochenende geschlossen sind, kommen die Notdienste zum Zug. Dort hätten Mediziner berichtet, dass sie oft in einer Schicht am Wochenende 200 Kinder sähen, sagte Laumann.

Mehr Geld für Kinderkliniken

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat schon Hilfsmaßnahmen etwa im Pflegebereich angekündigt. Vergangene Woche hatte der Bundestag zudem ein Gesetzespaket zu Krankenhäusern beschlossen, das unter anderem mehr Geld für Kinderkliniken bringen soll. Für Kinderkliniken soll es 2023 und 2024 jeweils 300 Millionen Euro zusätzlich geben.

Die Krankenhäuser in NRW verringern nach aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamts (IT.NRW) seit 2018 ihre Bettenzahl in Fachabteilungen für Kinder. Demnach ging die Zahl der Betten in den Hauptfachabteilungen Pädiatrie, Kinderkardiologie, Neonatologie und Kinderchirurgie von fast 4800 auf rund 4530 in 2021 zurück.

dpa

urn:newsml:dpa.com:20090101:221209-99-842583/2