Politik

Millionenbetrüger fälscht jahrelang Kunstwerke – jetzt kommt Beltracchi zu neuem Ruhm

Jahrelang hat Wolfgang Beltracchi Bilder von Malern wie Max Ernst, Heinrich Campendonk oder Max Pechstein gefälscht. „Man kann den Kunstmarkt nicht ernst nehmen“, sagt er. Nun kommt ein Film.
© Sabine Dobel/dpa/Archivbild

Wolfgang Beltracchi wurde als Kunstfälscher berühmt. Inzwischen gehört der 70-Jährige laut eigener Aussage zu den teuersten Künstlern Europas und lässt sein Leben verfilmen.

Beltracchi sieht sich heute an der Spitze des Kunstmarkts. „Ich bin heute einer der teuersten Künstler in Europa“, sagte Beltracchi der Deutschen Presse-Agentur. „Nur die Deutschen ignorieren das.“ Seine Bilder seien teilweise sicherlich teurer als die von Georg Baselitz. Werke von Baselitz werden im fünf- und sechsstelligen Bereich gehandelt. „Der einzige, der mich in Deutschland noch schlägt, ist Gerhard Richter“, sagte Beltracchi.

Seine Sammler säßen größtenteils in der Schweiz. Beltracchi lebt mit seiner Frau Helene nahe Luzern. In Deutschland werde er wegen seines Erfolges gehasst. „Diesen normalen, traditionellen, elitären Kunstmarkt brauche ich nicht“, sagte Beltracchi. Er male 15 bis 20 Bilder im Jahr. „Meine Bilder sind schon verkauft, ehe ich die überhaupt gemalt habe.“

Film soll eine Komödie werden

Nun lässt er sein Leben verfilmen – als Komödie. „Wir haben unsere Filmrechte verkauft“, sagte Beltracchi der Deutschen Presse-Agentur. Viele Jahre habe er mit großen amerikanischen Firmen verhandelt. Auch Netflix habe für eine Serie Angebote gemacht. Den Zuschlag habe schließlich aber der deutsche Produzent Thomas Schühly erhalten. Schühly hatte mit Rainer Werner Fassbinder zusammengearbeitet und auch Filme wie „Der Name der Rose“ und der „Der Totmacher“ produziert.

Regisseur soll der Belgier Jaco Van Dormael werden. Dessen Komödie «Das brandneue Testament» über Gott, der als cholerisches Scheusal mit seiner Familie in Brüssel lebt, hatte Beltracchi nachhaltig beeindruckt. „Wir können jeden kriegen für den Film, das haben wir in der Vorbereitung festgestellt“, sagte Beltracchi. „Alle wollen da mitmachen.“ Bei der Hauptrolle habe er an Johnny Depp (58) gedacht. „Aber der ist jetzt natürlich auch schon ein bisschen älter.“ Der Film beginne ja schon in den 1970er Jahren, als Beltracchi gut 20 Jahre alt war.

„Man kann diesen Kunstmarkt ja nicht ernst nehmen“

Der Film solle ein „richtig schöner großer toller Kinofilm“ werden mit Spaß, einer Liebesgeschichte, Crime, Spannung – und Satire. „Man kann diesen Kunstmarkt ja nicht ernst nehmen“, so Beltracchi. „Wer den ernst nimmt, der muss ja verrückt sein.“ Beltracchi war vor zehn Jahren in Köln wegen Millionenbetrugs zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Anfang 2015 wurde er aus der Haft entlassen. Er hatte mit seiner Frau jahrelang gefälschte Bilder von Avantgarde-Malern wie Max Ernst, Heinrich Campendonk oder Max Pechstein in den Kunstmarkt geschleust. Inzwischen leben die Beltracchis in der Schweiz.

Beltracchi war vor zehn Jahren (27.10.2011) in Köln wegen Millionenbetrugs zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Anfang 2015 wurde er aus der Haft entlassen. Er hatte mit seiner Frau jahrelang gefälschte Bilder von Avantgarde-Malern wie Max Ernst, Heinrich Campendonk oder Max Pechstein in den Kunstmarkt geschleust. Inzwischen malt Beltracchi eigene Bilder und lebt mit seiner Frau Helene in der Schweiz.

dpa