Cyber-Attacke

Nach Hackerangriff: Die Stadt Witten sucht ihren Sperrmüll

Der Hackangriff auf die Stadt Witten legt nach wie vor die Stadtverwaltung lahm und hat auch Auswirkungen auf die Bürger. Eine der großen Fragen: Wo ist der Sperrmüll? Die Stadt ist kreativ.
Alte Möbel und Sperrmüll stehen neben einem Haus, In Witten muss die Müllabfuhr momentan danach suchen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Ein Hackerangriff hat vor rund zwei Wochen die Datenbanken der Stadt Witten lahm gelegt. In der Nacht zum 16. Oktober hatten professionelle Cyber-Kriminelle die technischen Systeme der Stadt gehackt, danach ging nichts mehr über Datenleitungen rein oder raus. Und noch immer ist die Stadtverwaltung per Telefon und Mail nicht zu erreichen.

Während Strom, Gas und Wasser nicht betroffen sind, da die Stadtwerke Witten nicht angegriffen wurden, und die Müllabfuhr einfach im normalen Rhythmus weiter fährt, gibt es an einer Stelle doch ein großes Problem: beim Sperrmüll.

Müllabfuhr kreist in den Stadtbezirken und sucht nach dem Sperrmüll

„Wir haben normalerweise ein Programm, dass die Abfuhr des Sperrmülls organisiert“, erklärt Abfallberaterin Dunja Rohleder, „das ist dem Angriff zum Opfer gefallen“. Die Folge: Die Sperrmüllfahrzeuge kreisen jetzt planlos in den einzelnen Bezirken und suchen nach dem sperrigen Abfall. Doch sie haben Hilfe. Die normale Müllabfuhr gibt Tipps. „Fahren die Kollegen an einem Sperrmüll vorbei, sagen sie den anderen Bescheid“, erzählt Dunja Rohleder. Sie selbst sucht bei Facebook in der Gruppe „Sperrmüll in Witten“ nach Hinweisen – eigentlich eine Gruppe für die Liebhaber gebrauchter Möbel – und beordert die Fahrzeuge dann zur jeweiligen Adresse.

Hotline auf dem Handy eingerichtet

Zudem gibt es eine Handy-Hotline für Bürger, deren Sperrmüll an die Straße gestellt hatten, deren Müll, aber nicht abgeholt wurde: 0172 6723617. Aus Verzweiflung wählen diese Nummer ab und zu auch andere Menschen, die die Stadtverwaltung erreichen wollen, aber telefonisch nicht anders können. „Andere Anliegen können wir jedoch nicht bearbeiten“, sagt Dunja Rohleder. Wer Fragen etwa zu den Bürgerdiensten oder anderen Dienstleistungen der Stadt hat, wird auf der Internetseite www.witten.de aktuell informiert.

Wer hinter dem Hacker-Angriff steckt, ist bislang immer noch nicht klar. Die Stadt Witten hat nach eigenen Angaben das Landeskriminalamt, Experten der Sicherheitsbehörden und externe Dienstleister hinzugezogen, um die Ursachen zu analysieren und das Problem schnell zu beheben. Die Polizei Bochum und Staatsanwaltschaften haben die strafrechtlichen Ermittlungen übernommen.