Kriminalität

Nach zweiter Bluttat in wenigen Tagen: Düsseldorf will Maßnahmen in Altstadt verschärfen

Während der Corona-Pandemie war es in der Düsseldorfer Altstadt, auch „längste Theke der Welt genannt“, sehr ruhig geworden. Nun kehren die Feiernden zurück - und mit ihnen die Verbrechen.
Kerzen stehen am ersten Tatort in der Düsseldorfer Altstadt, an dem ein junger Mann ums Leben gekommen ist. © picture alliance/dpa

Nach der zweiten Bluttat innerhalb weniger Tage mehren sich die Stimmen für ein Waffenverbot in der Düsseldorfer Altstadt. Er befürworte ein solches Verbot, teilte Düsseldorfs Polizeipräsident Norbert Wesseler am Montag mit. Messer und andere Waffen hätten in der Altstadt nichts zu suchen.

„Es gibt aus meiner Sicht keine begründbare Situation, in der ich als friedlich feiernder Altstadtbesucher ein Messer benötige“, so der Polizeipräsident. Waffen und Messer sollten aus der Altstadt verschwinden. „Dies muss zum Schutz der vielen friedlichen Besucher möglich sein“, so Wesseler.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) hatte ein solches Verbot am Wochenende ins Gespräch gebracht. Die Altstadt solle zur Waffenverbotszone erklärt werden, forderte er. Eine Regelung müsste das Land erlassen und von der Polizei durchgesetzt werden. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zeigte sich nicht abgeneigt: „Wer feiern will, braucht dazu kein Messer“, sagte er der „Rheinischen Post“.

Zweiter Jugendlicher nur durch schnelle Hilfe noch am Leben

Am vergangenen Samstag war ein Jugendlicher aus dem Ruhrgebiet in der Altstadt niedergestochen und lebensgefährlich verletzt worden. Der Jugendliche überlebte wohl nur, weil zufällig zwei Ärztinnen vorbeikamen und ihn sofort fachgerecht versorgten und die Blutungen weitgehend stoppten. Nach Aussage des Notarztes, der die Versorgung des Schwerverletzten dann übernahm, wäre der Minderjährige ohne die rasche Hilfe binnen einer Minute verblutet, wie ein Polizeisprecher sagte.

Der Tatort in der Altstadt ist videoüberwacht, die Auswertung läuft. Die Polizei hatte noch in der Nacht zahlreiche Zeugen vernommen, die zur Tatzeit vor Ort waren. Erst vor einer Woche war es in der Altstadt, die wegen ihrer großen Kneipenzahl den Beinamen „längste Theke der Welt“ trägt, zu einem tödlichen Streit gekommen, bei dem ein 19-Jähriger starb.

Er war mit einer abgebrochenen Flasche – möglicherweise in Notwehr – traktiert worden. Die Polizei hatte erst vor wenigen Wochen die Videoüberwachung in der Altstadt ausgeweitet. Die Stadt hatte die Beleuchtung am nahe gelegenen Rheinufer verstärkt, weil es auch dort vermehrt zu Straftaten und Tumulten gekommen war.

dpa