Spritpreise

Steigende Benzinpreise: So tanken Autofahrer am günstigsten

Die Spritpreise bewegen sich aktuell fast auf Rekordhoch. Am Tag schwanken die Preise an der Tankstelle jedoch stark. Wann der Sprit am günstigsten ist und wann man besser nicht tankt.
Viele Autofahrer versuchen angesichts steigender Benzinpreise dann zu tanken, wenn der Tagespreis möglichst niedrig ist. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die Fahrt zur Tankstelle wird für Millionen Autofahrer von Woche zu Woche schmerzhafter. Diesel ist in Deutschland inzwischen so teuer wie noch nie. In der vergangenen Woche lag der Preis bei 1,555 Euro pro Liter, wie der ADAC am Montag mitteilte. Damit übertraf er den bisherigen Rekord vom 26. August 2012 minimal. Auch Benzin nähert sich dem Höchststand: Super der Sorte E10 lag am Sonntag, 17. Oktober, bei 1,667 Euro pro Liter. Damit fehlen nur noch 4,2 Cent zum Rekord vom 13. September 2012.

Die Spritpreise steigen seit Monaten. Treiber ist vor allem der Ölpreis. Er zieht mit dem Wiedererstarken der Konjunktur nach dem Corona-Schock an und hat sich binnen Jahresfrist in etwa verdoppelt. Investoren machen sich vor den Wintermonaten Sorgen um ein zu geringes Angebot. Die für Europa wichtige Nordseesorte Brent war am Montag mit Preisen um 86 Dollar je Barrel (159 Liter) zeitweise so teuer wie seit drei Jahren nicht mehr. Beim Diesel wird der Anstieg zudem durch die herbsttypische hohe Nachfrage nach Heizöl verstärkt.

Viele Autofahrer versuchen angesichts steigender Benzinpreise dann zu tanken, wenn der Tagespreis möglichst niedrig ist. Das richtig einzuschätzen ist inzwischen aber nicht mehr so einfach, wie Forscher des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen herausgefunden haben.

Preisschwankungen am Tag: Morgens teuer, abends günstig

Im aktuellen Benzinpreisspiegel haben die Forscher die Uhrzeiten veröffentlicht, wann an denen der Sprit an der Tankstelle günstiger wird und wann teurer. Demnach war die Ermittlung des günstigsten Spritpreises am Tag vor ein paar Jahren noch einfacher. „Im Jahr 2015 gab es einen einzigen Preiszyklus pro Tag, bei dem ausgehend vom Tageshöchstpreis in der Nacht das Benzin im Tagesverlauf sukzessive billiger wurde, bis nach 18 Uhr der Tiefpunkt erreicht war“, so die Forscher. Ab 22 Uhr stieg der Preis dann sprunghaft auf ein Maximum an.

Der günstigste Zeitpunkt zum Tanken lag demnach immer am Abend gegen 18 Uhr, am teuersten war es in der Nacht. Das hat sich inzwischen geändert. Laut aktuellem Benzinpreisspiegel ist der Sprit jetzt in den Morgenstunden am teuersten. Wer es vermeiden kann, sollte also nicht morgens (zwischen 6 und 7 Uhr) auf dem Weg zur Arbeit tanken.

Im Laufe des Tages sinken die Preise insgesamt, allerdings mit vielen Ausschlägen nach oben. Ein Beispiel: Während der Preis um 11 Uhr noch relativ teuer ist, sinkt der Preis bis 12 Uhr, um eine Stunde später wieder zu steigen. Da es oft nicht möglich ist, stündlich die Benzinpreise zu checken, sollten sich Autofahrer an den Zeitraum am Tag halten, an dem der Sprit im Durchschnitt am günstigsten ist. Das sind nach wie vor die Abendstunden zwischen 18 und 20 Uhr.

Wirtschaftsministerium will Haushalte entlasten

Ein großer Teil des Kraftstoffpreises an der Zapfsäule sind Mineralölsteuer, Mehrwertsteuer und CO2-Preis: Bei Diesel macht das auf dem aktuellen Preisniveau rund 78 Cent pro Liter aus, bei Superbenzin zwischen 97 und 98 Cent. Die aktuelle Bundesregierung sieht allerdings kaum Möglichkeiten, die Höhe der Spritpreise zu beeinflussen. Sie hingen von Großhandelspreisen ab, sagte eine Ministeriumssprecherin am Montag.

„Ein Eingriff staatlicherseits ist nicht nur nicht üblich, sondern ist auch rein rechtlich nicht möglich.“ Dennoch würde Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) die Belastung für Haushalte mit geringen Einkommen gern reduzieren. So habe er vorgeschlagen, die Preissteigerung über ein höheres Wohngeld abzufedern. Außerdem sinke zum kommenden Jahr die EEG-Umlage zur Förderung von Ökostrom.

rej/dpa