Justiz

Stieftochter sexuell missbraucht: Bewährungschance für Monteur

Immer wenn die Mutter außer Haus war, wurde eine Schülerin von ihrem Stiefvater missbraucht. Am Bochumer Landgericht wurde dem Mann jetzt eine Bewährungschance zugebilligt.
Am Bochumer Landgericht wurde ein Mann wegen sexueller Übergriffe auf seine minderjährige Stieftochter zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. © Werner von Braunschweig

Nach einer Serie von sexuellen Übergriffen auf seine minderjährige Stieftochter ist ein 55-jähriger Monteur am Bochumer Landgericht zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem hat der Angeklagte zugestimmt, seinem Opfer 5.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.

Ans Licht gekommen waren die Vorwürfe am 21. Oktober 2020. Damals hatte sich die 14-Jährige nach langem Schweigen zunächst nachmittags einer Freundin anvertraut und danach auch ihrer Mutter von den stiefväterlichen Sex-Übergriffen berichtet. Daraufhin folgte unverzüglich der Rauswurf des 55-Jährigen aus der Herner Familienwohnung – und auch eine Strafanzeige.

Die Taten passierten zwischen Oktober 2019 und Oktober 2020. Anfangs war das Mädchen erst zwölf Jahre alt. Der 55-Jährige hatte beim Prozessauftakt vor der 3. Jugendschutzkammer zugegeben, vor allem Situationen ausgenutzt zu haben, in denen die Mutter des Mädchens außer Haus gewesen ist. Unter dem Vorwand, sich zu kebbeln oder das Kind zu massieren, soll der Angeklagte das Mädchen in Serie an intimen Stellen berührt und gestreichelt haben. Mal auf dem Bett im Kinderzimmer, mal auf der Wohnzimmercouch.

Mit dem Strafmaß von zwei Jahren Haft (auf Bewährung) blieben die Bochumer Richter im Rahmen der bereits beim Prozessbeginn in Aussicht gestellten Strafhöhe. Im Rahmen einer förmlichen Verständigung zwischen Staatsanwaltschaft, Gericht und Verteidigung war dem Angeklagten gleich zu Beginn des Prozesses für das Ablegen eines vollen Geständnisses eine Bewährungshaftstrafe im Bereich von 21 bis 24 Monaten zugesichert worden.

Das Urteil lautet auf sexuellen Missbrauch von Kindern.