Wanderlust - Fünf grüne Wanderwege im Ruhrgebiet

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Zweistellige Temperaturen locken nach draußen. Suchen Sie sich eine der folgenden Routen aus und planen Sie eine große Wanderrunde an einem der ersten Frühlingssonntage des Jahres:

Hohe Mark Steig

Erst 2021 offiziell eröffnet, führt der Hohe Mark Steig quer durch das nördliche Ruhrgebiet von Wesel bis Olfen. Auf einer Gesamtlänge von 150 Kilometern, aufgeteilt in sechs Etappen und eine Wasserroute, bietet der Hohe Mark Steig Wiesen und Weiden im Wechsel mit Baumgruppen und Heidelandschaften, große Waldflächen und hügelige Gebiete.

Durch die Rheinwiesen und entlang der weitläufigen Flussauen der Lippe führt der Hohe Mark Steig zu den Ufern der Seenlandschaft bei Haltern am See. Die einzelnen Etappen sind zwischen 20 und 28 Kilometern lang. Direkt im Eröffnungsjahr erhielt der Hohe Mark Steig das Qualitätssiegel des Deutschen Wanderverbandes als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“.

Schloss Lembeck im Lippetal. © Kallenbach

Ruhrhöhenweg

Von der Quelle der Ruhr bis zu ihrer Mündung in den Rhein. Von Winterberg im Sauerland bis zum Duisburger Binnenhafen folgt der Ruhrhöhenweg über eine Strecke von rund 240 Kilometern der Ruhr – und macht nebenbei die Kultur- und Industriegeschichte des Landes erlebbar, ohne den Wanderern vielfältige Natureindrücke vorzuenthalten.

Die erste der insgesamt zehn Etappen mit je 20 bis 27 Kilometern beginnt auf dem Rothaarkamm, später geht es durch den Naturpark Arnsberger Wald und durch das Wittener Muttental. Auf dem Dortmunder Syberg warten unter anderem das Kaiser-Wilhelm-Denkmal und der Vincketurm oberhalb des Hengsteysees.

Im Essener Stadtteil Bredeney angelangt, passieren die Wandernden die von Alfred Krupp im 19. Jahrhundert errichtete Villa Hügel. Auf der Schlussetappe des Ruhrhöhenwegs lässt sich ein Abstecher in den Duisburger Zoo unternehmen, bevor mit der Mündung der Ruhr in den Rhein die gedankliche Ziellinie erreicht ist.

Rheinorange in Duisburg. © Dennis Stratmann

Dortmunder Rundweg

Dortmund in all seinen Facetten – das bedeutet nicht nur Fußballmuseum, Westfalenpark und Phoenix-See. Auch in ihrem Umkreis bietet die größte Stadt Westfalens eindrucksvolle Panoramen, die das Gemüt eines jeden Natur- und Kulturbegeisterten aufhellen. Der mit einem D im Kreis gekennzeichnete Rundwanderweg ist rund 100 Kilometer lang.

Er führt zum Volksgarten Lütgendortmund, vorbei am Wasserschloss Haus Dellwig und weiter zum Naturschutzgebiet Beerenbruch. Weitere Stationen sind der Dortmund-Ems-Kanal, die Naturschutzgebiete Groppenbruch, Grävingholz und Süggel, der Rittersitz Haus Wenige, der Kurler Busch und der Aplerbecker Wald. Über die Hohensyburg über dem Hengsteysee und den Dorneywald gelangt man schließlich wieder nach Lütgendortmund.

Haus Dellwig in Lüttengendortmund. © Stephan Schuetze

WestfalenWanderWeg

Auf den elf Etappen des WestfalenWanderWegs durchstreift der Wanderer die Region zwischen Sauerland und Westfälischer Bucht – 216 Kilometer von Hattingen nach Altenbeken bei Paderborn.

Von Hattingen geht es nach Witten und weiter nach Herdecke, vorbei an alten Bergbauanlagen, Panoramablick über das Ruhrtal inklusive. In Holzwickede lohnt sich ein Abstecher in das Wasserschloss Haus Opherdicke. Den Haarstrang entlang geht es weiter über die Sperrmauer des Möhnesees.

Stationen wie die Jesuitenkirche in Büren oder das Bergschloss Wewelsburg legen den Schwerpunkt der folgenden Etappen auf das historische Erbe Westfalens, bevor über die Hermannshöhen das Ziel Altenbecken erreicht wird.

Ruhrtal bei Hattingen. © DennisStratmann.de

Emscher-Park-Weg

Der rund 129 Kilometer lange Emscher-Park-Weg führt durch den Emscher Landschaftspark und erstreckt sich von Duisburg bis Kamen. Zur Bewältigung der Strukturkrise wurde bereits vor über 30 Jahren damit begonnen, den Emscher Landschaftsparks zu realisieren.

Hohe Fördersummen flossen in Infrastruktur, Renaturierung, Erhalt und Umwidmung von Industrieanlagen sowie in die Förderung der Kunst. Entstanden ist ein neues, zusammenhängendes Park-System mit Freiräumen für Freizeit und Erholung. Die sechs Etappen zwischen 14 und 31 Kilometern führen unter anderem zum Horstmarer See, zum Schloss Strünkede, zum Gelsenkirchener Nordsternpark und zum Gasometer Oberhausen.

Schloss Strünkede in Herne. © Frank Vinken / Ruhr Tourismus

Extratipp: Trend Extremwandern

Langstrecken- oder Extremwanderer legen bis zu 100 Kilometer innerhalb von 24 Stunden oder weniger zurück, sie wandern Tag und Nacht. Um diese Grenzerfahrung zu meistern, benötigt es jedoch eine gewissenhafte Planung, sorgfältige Vorbereitung und viel Training.

Von Veranstaltern organisierte Langstreckenwanderungen hören unter anderem auf die Namen „Mammutmarsch“ und „Megamarsch“ und kommen auch 2022 wieder ins Ruhrgebiet. Im Juli findet der 100 Kilometer lange „Megamarsch“ mit Start- und Zielpunkt in Essen statt. Den „Mammutmarsch“ gibt es 2022 im Ruhrgebiet an drei Terminen. Das erste „Little Mammut“ mit 30 oder 55 Kilometern startet und endet im April in Duisburg, das zweite im Oktober in Dortmund. Der 100 Kilometer lange „Mammutmarsch NRW“ findet im September in Wuppertal statt.