Warum es in NRW kaum noch Datenklau am Geldautomaten gibt

Auslaufmodell „Skimming“: In Nordrhein-Westfalen ließen sich die Falle von Datenklau an Geldautomaten 2021 fast an einer Hand abzählen. Noch vor einem Jahr sah das ganz anders aus.
Fälle von Skimming, also Datenklau am Geldautomaten, gibt es in NRW nur noch sehr wenige. © Friso Gentsch

Der Datenklau an Geldautomaten wird in Nordrhein-Westfalen immer mehr zum Auslaufmodell. Im Jahr 2021 haben Kriminelle nur noch 7 Mal Geldautomaten im bevölkerungsreichsten Bundesland manipuliert, um Kartendaten und Geheimnummer (PIN) von Bankkunden auszuspähen, wie das für das Sicherheitsmanagement bei Zahlungskarten verantwortliche Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Banken und Sparkassen Euro Kartensysteme in Frankfurt am Main mitteilte. Im Vorjahr hatte es noch 44 Fälle derartiger „Skimming-Angriffe“ in NRW gegeben. Der englische Begriff „Skimming“ bedeutet „abschöpfen“ oder „absahnen“.

Bundesweit zählten die Experten im vergangenen Jahr 136 Fälle von Datenklau am Geldautomaten. Den entstandene Bruttoschaden bezifferten sie auf 570.000 Euro. Im Jahr 2020 hatte es noch 152 solcher „Skimming“-Attacken auf Geldautomaten in Deutschland gegeben, der Schaden belief sich auf rund 1,06 Millionen Euro. Zu Hochzeiten in den Jahren 2011 und 2012 waren es noch jeweils 34 Millionen Euro

Karten werden jetzt bei jedem Gebrauch auf Echtheit geprüft

Um illegal an Daten von Bankkarten zu kommen, manipulieren Kriminelle zum Beispiel den Schlitz am Geldautomaten – oder sie versuchen, über gefälschte Türöffner an die Daten zu gelangen. Mitunter wird die Eingabe der PIN auch mit Mini-Kameras gefilmt oder über einen gefälschten Tastaturaufsatz gespeichert.

Dass die „Skimming“-Schäden seit Jahren sinken, erklärt die Finanzbranche vor allem damit, dass kräftig in Sicherheit investiert worden sei. So setzt Deutschland seit Jahren auf die EMV-Technik. Dabei sind Bezahlkarten mit einer Art Mini-Computer ausgestattet, die Karte wird bei jedem Gebrauch auf Echtheit geprüft.

Weitaus größere Schäden entstehen in Deutschland seit einigen Jahren durch Diebstahl oder Verlust von Zahlungskarten. Viele Verbraucher machen es Kriminellen leicht, weil sie trotz aller Warnungen Karte und PIN zusammen im Geldbeutel aufbewahren.

dpa

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