Schalkes Torhüter Martin Fraisl nach dem 3:0-Sieg gegen Dynamo Dresden: Nur keine Nachlässigkeiten dulden. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Auf Erfolgskurs – Schalke surft derzeit auf der perfekten Welle

Das Spiel selbst ist bei den Königsblauen dagegen noch nicht perfekt - aber es passieren zum richtigen Zeitpunkt die aus Schalker Sicht richtigen Dinge. Auch beim 3:0 gegen Dynamo Dresden.

Das Spiel war längst entschieden, Schalkes Fans tanzten bereits den „FC- Schalke-Walzer“, da rauschte noch einmal ein Ball gefährlich am Tor von S04-Keeper Martin Fraisl vorbei. Nichts passiert, der Österreicher hätte die Angelegenheit ganz entspannt auf sich beruhen lassen können.

Aber Fraisl stürmte aus seinem Tor und faltete seine Vorderleute nach allen Regeln der Kunst zusammen. Nur keine Nachlässigkeiten dulden. Ein gutes Zeichen!

Denn es ist ein Beleg dafür, dass die S04-Profis „hellwach“ bleiben und sich von ihrem Erfolgskurs nicht zu sehr in Sicherheit wiegen lassen wollen – die könnte trügerisch sein.

Siege auch ohne Terodde-Tore

Das weiß kaum jemand besser als Alexander Schmidt. Der Trainer von Dynamo Dresden, der am Samstag seinen 53. Geburtstag mit 54.526 Zuschauern in der Veltins-Arena gefeiert hatte, saß nach dem Spiel da und grübelte: „Wer das Spiel gesehen hat, wird sich wundern, dass es 3:0 für Schalke ausgegangen ist.“

Das Ergebnis war aber nun einmal Fakt und lässt die Königsblauen nun mehr denn je vom direkten Wiederaufstieg träumen. Es war der vierte Zu-Null-Sieg in Serie, Schalke hat zumindest Platz drei gefestigt und darf sich mittlerweile auch über die im Prinzip ja beruhigende Erkenntnis freuen, dass es auch möglich ist, Spiele ohne Tore von Simon Terodde zu gewinnen – der Rekord-Jäger ging nun zwei Mal hintereinander leer aus, dafür sprangen andere Kollegen ein: In Hannover Marcin Kaminski, gegen Dresden Thomas Ouwejan, Marius Bülter und Kaminski.

Ouwejan ganz stark

Schalkes Spiel ist längst nicht perfekt – das weiß Trainer Dimitrios Grammozis („Es war das erwartet schwere Spiel“), das wissen auch die Schalker Profis.

Aber Schalke surft zumindest auf einer perfekten Welle – im Gegensatz zur Vorsaison, als fast schon vorhersehbar alles schief ging, was schief gehen konnte, passieren nun zum richtigen Zeitpunkt die aus Schalker Sicht richtigen Dinge. Drei Beispiele:

Perfektes Timing

– Über den Anteil von Martin Fraisl an den Zu-Null-Spielen ließ sich bislang nur spekulieren, zu wenig hatte der Torhüter in den Spielen nach dem Torwartwechsel zu tun. Gegen Dresden hielt Fraisl beim Stand von 1:0 dann die Null mit zwei Paraden in einer Phase, in der Dynamo richtig Druck machte.

– Das Tor von Marius Bülter zum 2:0 nach einer Ecke des überragenden Thomas Ouwejan hätte kein besseres Timing haben können. Es war die 78. Minute, Schalke drohte noch immer der Kontrollverlust über das Spiel. Nun war es entschieden.

Latza wurde sofort gebraucht

– Das Comeback von Danny Latza. Es war zwar geplant, den Kapitän nach seiner langen Verletzungspause einzuwechseln, „aber dass es eine halbe Stunde wird, damit habe ich nicht gerechnet“, schmunzelte Latza. Aber er wurde gebraucht. Grammozis fahndete nach einer ordnenden Hand im Mittelfeld. Schon nach wenigen Minuten war Latza mitten im Spiel und gab der Mannschaft Halt.

Es läuft derzeit vieles rund auf Schalke, perfekt ist noch nichts. Aber das verführt immerhin nicht dazu, leichtsinnig zu werden. Ob am Dienstag im Pokal bei 1860 München oder am Freitag in Heidenheim: Es gilt, „wach“ zu bleiben. Bis zum letzten Schuss. Martin Fraisl legt Wert darauf.