Dr. Jens Buchta ist Vorsitzender des Schalker Aufsichtsrats. © dpa
Schalke 04

Die Pläne von drei Kandidaten für den Schalker Aufsichtsrat

Zehn Kandidaten für fünf freie Plätze: Dem Schalker Aufsichtsrat könnte vor einem Umbruch stehen. Wir stellen die Kandidaten vor, die dem Gremium noch nie angehörten.

Der Schalker Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Dr. Jens Buchta stand in der Abstiegssaison oft in der Kritik. Ob sich dies auf die Aufsichtsratswahlen am 13. Juni auswirkt, wird man sehen. Zehn Kandidaten haben sich für fünf freie Plätze beworben.

Sven Kirstein geht als einer von mehreren „Lokalmatadoren“ ins Rennen: Geboren und wohnhaft in Gelsenkirchen, einen Steinwurf vom Parkstadion aufgewachsen. Schalke-Fan von Kindesbeinen an („Ich kenne das gar nicht anders“), Vereinsmitglied seit 2003. Der 35-Jährige kommt mitten aus der aktiven Fan-Szene, ist dort tief verwurzelt und überzeugt von der Rechtsform des eingetragenen Vereins.

Als Mitarbeiter des genossenschaftlichen Zentralinstituts, der DZ Bank, ist Sven Kirstein ein ausgewiesener Finanzexperte. Schalkes finanzielle Lage hält er für „ernst, aber beherrschbar“, als Mitglied im Schalker Aufsichtsrat würde er als seine wichtigste Aufgabe ansehen, „eine gemeinsame, langfristige Strategie zu entwickeln, die unabhängig von Personen ist“. Außerdem würde er sich sehen „als festes Bindeglied zwischen den Mitgliedern und den Organen des Vereins“.

Mehr die Fans einbeziehen

Sollte er am 13. Juni nicht in den Schalker Aufsichtsrat gewählt werden, würde er – natürlich – Fan bleiben: „Über 15 Jahre habe ich alle Spiele unseres Klubs begleitet, egal ob Provinzkick in Aalen oder Geisterspiel in Saloniki. Zudem verantworte ich mit viel Leidenschaft seit über zehn Jahren jegliche unserer Choreografien auf den Rängen. Ein Amt im Verein habe ich in all dieser Zeit nie inne gehabt“, so Kirstein in einem Kandidaten-Fragebogen des Schalker Fan-Klub-Verbandes.

Heinz-Jürgen Kallerhoff ist seit 2001 Vereinsmitglied, aber Schalke-Anhänger eigentlich schon sein Leben lang. Dabei gibt es nicht nur eine emotionale Beziehung zu den Königsblauen, sondern auch eine berufliche, weil er als ehemaliger Vorstand der R+V Versicherung erheblich daran beteiligt war, dass sein Arbeitgeber mit Schalke 04 seit 2015 ein Sponsoring als Premium-Partner einging, das bis heute Bestand hat.

Mehr Orientierung am Leitbild

Sollte er gewählt werden, will sich der 66-Jährige dafür stark machen, dass sich Vorstand und Aufsichtsrat regelmäßiger mit den Schalker Fans austauschen. Kallerhoff: „Das Leitbild muss wieder aktiver gelebt werden. Ich hatte in der Vergangenheit zu oft den Eindruck, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht. Es muss mehr miteinander als übereinander gesprochen werden“.

Insgesamt gesehen geht Kallerhoff davon aus, dass Schalke einen beschwerlichen Weg vor sich hat. Er glaubt jedoch, dass der Verein wieder in die Erfolgsspur finden kann.

Vom Bergmann zum Manager

Rolf Haselhorst wuchs als gebürtiger Gelsenkirchener in der Nähe der Glückauf-Kampfbahn auf, wo sein Onkel auf der heutigen Schalker Meile eine Gaststätte betrieb. Die erste berufliche Orientierung als Bergmann und das Studium des Bergbaus machen deutlich, dass der 62-Jährige fest im Ruhrgebiet verwurzelt ist, wenngleich er dann später als Manager bei der BASF in Ludwigshafen Karriere machte.

Nach dem Ende seiner beruflichen Tätigkeit studierte Haselhorst Sportmanagement in St. Gallen. Seine Abschlussarbeit beschäftigt sich mit seinem Lieblingsklub: „Markenentwicklung des FC Schalke 04.“

Zum Thema Ausgliederung vertritt Haselhorst eine ablehnende Position: „Sämtliche bestehende Rechtsformen der Ausgliederung von Lizenzspielerorganisationen im deutschen Profifußball passen nicht zum FC Schalke 04.“

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