Schalke 04

Kölns Trainer Friedhelm Funkel macht Schalke 04 ein Kompliment

Mit einer 0:1-Niederlage beim 1. FC Köln verabschiedet sich Schalke 04 für zumindest eine Saison aus der Ersten Fußball-Bundesliga. Von FC-Trainer Friedhelm Funkel gab es ein Kompliment.
Der Mannschaftsbus des 1. FC Köln wird von den Fans vordem Heimspiel gegen Schalke mit Pyrotechnik am Stadion begrüßt. © dpa

Während der Schalker Abstieg schon lange feststand, hat sich Arminia Bielefeld gerettet, Werder Bremen steigt ab – und der FC hat es durch den Sieg gegen Schalke immerhin in die Relegation geschafft. Schalke ist mit 16 Punkten schlechtester Absteiger seit Einführung der Drei-Punkte-Regel.

Dennoch lobte FC-Trainer Friedhelm Funkel die Schalker Mannschaft: „Kompliment, wie es Dimitrios Grammozis gelungen ist, seine Mannschaft noch einmal so zu motivieren. Ich hoffe, dass Schalke schnell in die Bundesliga zurückkehrt.“

„Sehr schade“

Grammozis bewertete den Spielausgang als „sehr schade, aber verdient“. Es sei das erwartet schwere Spiel gewesen. „Wir müssen diese Saison jetzt abhaken und in drei Wochen mit voller Kraft die Vorbereitung auf die neue Spielzeit aufnehmen.“

Für eine Überraschung hatte Grammozis schon vor dem Spiel gesorgt: Mark Uth stand gar nicht im Kader – obwohl Schalke durch die Blessur von Klaas-Jan Huntelaar ja jede prominente Offensivkraft gut hätte gebrauchen können.

Gespräch mit Uth

Nach einem „total ehrlichen“ Gespräch, so Grammozis, habe er sich für die Nicht-Nominierung Uths entschieden. Der Schalker Profi hat nicht nur eine Kölner Vergangenheit, sondern möglicherweise auch eine Zukunft – er wird für die kommende Saison mit dem FC in Verbindung gebracht. Dass er persönlich Köln hätte in die Zweite Liga schießen können, wollte oder konnte er mit seinem Gewissen offenbar nicht vereinbaren.

Vor, während und nach der Partie kam es immer wieder zu Zwischenfällen von rund 2000 Kölner Fans, die vor dem Stadion mit Feuerwerk und lauten Sprechchören für Wirbel sorgten.

Fährmann als Rückhalt

Die Kölner waren darüber hinaus noch abhängig von dem, was auf den Plätzen passierte, wo ihre Konkurrenten Werder Bremen und Arminia Bielefeld spielten. Während die Ereignisse zumindest in Bremen durchaus im Kölner Sinne liefen, suchte der FC verzweifelt ein Loch in der Schalker Abwehr. Die besten Chancen hatten noch Benno Schmitz, der in der 23. Minute an Schalkes Torhüter und Kapitän Ralf Fährmann scheiterte, sowie Ondrej Duda und Florian Kainz, denen drei Minuten später die Beine von Salif Sané und erneut Ralf Fährmann im Weg waren.

Schalke war nur einmal gefährlich durch Matthew Hoppe (31.), der mit Goncalo Paciencia das Schalker Sturmduo bildete – Paciencia in in seinem letzten Spiel für Schalke – Hoppe hatte schon bei der Tiefpunkt-Niederlage gegen Köln im Hinspiel (1:2) den Schalker Treffer erzielt.

Zweite Halbzeit als Nervenkrieg

Die zweite Halbzeit wurde zum Nervenkrieg – für Köln. Es fehlte ein Tor, um die Relegation – um die ging es am Ende nur noch – zu erreichen und den Abstieg zu verhindern. Aber Schalke wehrte sich, haute alles rein – und das Kölner Nervenkostüm wurde immer angekratzter.

In der 70. Minute schienen die Gastgeber dann am Ziel zu sein: Nach einem Freistoß von Jonas Hector, der immer länger wurde, drückte Sebastian Andersson den Ball über die Schalker Torlinie. 1:0! 1:0? Von wegen. Die Szene wurde ausgerechnet erst im „Kölner Keller“ und dann von Schiedsrichter Daniel Siebert persönlich überprüft. Er entschied auf ein während des Freistoßes begangenes Foul von Salih Özcan an Salif Sané. Kein Tor. Weiter 0:0. Ganz Köln war außer sich.

Bornaauw erlöst Köln

Und zitterte sich weiter Richtung Zweite Liga: Fährmann verhinderte gegen Hector in der 75. Minute erneut die Kölner Führung. Köln, jetzt auch mit dem Ex-Schalker Max Meyer, lief die Zeit davon. Und Schalke hatte in Bremen plötzlich ganz, ganz viele Fans. Bis zur 86. Minute…

Dann fiel es nämlich doch, das 1:0 für Köln, und diesmal zählte es auch. Nachdem der überragende Fährmann noch einmal parieren konnte, diesmal gegen Andersson, traf Sebastiaan Bornauw per Kopf zur insgesamt auch verdienten Führung.

Ohne Auswärtssieg

Dabei blieb es, obwohl Schalke nun nochmal versuchte, alles nach vorn zu werfen – sogar Fährmann stürmte mit. Ergebnis nach 95 Minuten und 34 Spieltagen: Bremen steigt ab, Köln rettet sich in die Relegation – und Schalke bleibt erstmals ohne einen einzigen Auswärtssieg.

Auf Wiedersehen in der Zweiten Liga.

Durchblick am Mittwoch​

Ob Corona, politische Ereignisse oder aktuelle Krisen. Ulrich Breulmann beleuchtet für Sie immer mittwochs die Nachrichten der Woche. Damit Sie den Durchblick behalten.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.