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Schalke 04

Nationalelf mit Simon Terodde? Das sagen Klaus Fischer und Klaus Täuber

Er trifft und trifft und trifft. Stürmer Simon Terodde ist in den Schlagzeilen. Ist er gar ein Fall für die Nationalelf? Das sagen die Schalke-Legenden Klaus Fischer und Klaus Täuber.

13 Tore in acht Zweitligaspielen sind nicht gerade eine Ausbeute, die die Fans des FC Schalke 04 vor Freude in die Luft springen lassen. Schaut man genauer hin, wie sich die Torausbeute aufteilt, kommt man noch mehr ins Grübeln.

Denn nur drei Spieler sind für diese aktuelle Trefferbilanz verantwortlich. Dominick Drexler traf einmal, Marius Bülter zweimal und dann kommt der Spieler, der mit seinen zehn Toren mittlerweile sogar für die deutsche Nationalmannschaft ins Gespräch gebracht wird: Simon Terodde.

Mittelstürmer sind selten

Zuletzt verging kaum ein Wochenende, an dem nicht über die außergewöhnlichen Knipserqualitäten des 33-Jährigen philosophiert wurde und zarte Aufforderungen an Bundestrainer Hansi Flick ergingen, sich mit dem Schalker Mittelstürmer zu beschäftigen.

Sportvorstand Peter Knäbel machte keinen Hehl daraus, dass er sich sehr über die Trefferquote von Terodde freut, sagte aber auch gegenüber „Bild live“: „Wir brauchen Simon hier zu 100 Prozent. Ich denke, dass wir in Deutschland genügend Stürmer haben, die es verdient haben, in der Nationalmannschaft zu spielen“.

Keine Chance

Schalkes Torjäger-Legende Klaus Fischer beklagt hingegen schon seit langem, dass die Mittelstümer in Deutschland ausgestorben sind. Und dies habe für die Nationalmannschaft fatale Konsequenzen. „Ohne echten Mittelstürmer hast du bei einer Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft keine Chance“, so der 71-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung. Fischer: „Bei der Euro in diesem Jahr haben alle acht Viertelfinalisten einen festen Mittelstürmer in ihrer Stammelf gehabt.“

Deshalb legt Fischer Bundestrainer Hansi Flick ans Herz, Terodde wenigstens mal gegen einen schwächeren Gegner zu testen. „Das müsste doch möglich sein. Dann könnte man schnell sehen, zu was Terodde in der Nationalmannschaft in der Lage ist.“

Konfliktpotenzial vorprogrammiert

Dass der aktuell erfolgreichste Schalker Torschütze die meisten Treffer seiner Karriere lediglich in der 2. Liga erzielt hat, ist für Fischer kein Argument. „Hätte Simon in der Bundesliga bei einer Spitzenmannschaft gespielt, hätte er seine Tore gemacht, weil er gute Vorbereiter braucht“, argumentiert der frühere Bundesliga-Torschützenkönig.

Eine andere Schalker Sturm-Legende, nämlich Klaus Täuber, lobt ebenfalls die Qualitäten von Terodde: „Er ist momentan in überragender Form.“

Der „Boxer“ gibt allerdings zu bedenken: „Wenn Hansi Flick einem 33-Jährigen, der in der 2. Liga spielt, den Vorzug vor den Stürmern in seinem Kader und den Talenten in der U21 geben würde, wäre wohl großes Konfliktpotenzial vorprogrammiert.“

Deshalb kann sich Täuber nicht vorstellen, dass Terodde nominiert wird. „Mir wäre es persönlich ohnehin viel lieber, wenn Simon sich ganz auf Schalke konzentriert und uns zurück in die Bundesliga schießt“, betont er mit einem Augenzwinkern.

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