Im Jubel-Modus möchte Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis in möglichst vielen Spielen der restlichen Zweitligasaison sein. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Schalke 04 im Geisterspiel-Modus: „Wir müssen das jetzt selbst regeln“

Mit einem Sieg im Heimspiel gegen Holstein Kiel will der FC Schalke 04 am Sonntag seine Aufstiegsambitionen untermauern. Dabei könnten auch zwei Neuzugänge zum Einsatz kommen.

Irgendwann, das Pressegespräch ging schon dem Ende entgegen, sprach Victor Palsson es endlich aus. Fast so leise, dass man es auch gut hätte überhören können, formulierte der Isländer das Schalker Ziel für die noch verbleibenden 16 Spiele in der Zweiten Fußball-Bundesliga: „Klar. Wir wollen aufsteigen. Natürlich.“

Endlich hat es mal jemand gesagt. Ganz offiziell. Und genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn spätestens ab Sonntagmittag, wenn um 13.30 Uhr (live bei Sky) das Schalker Spiel gegen Holstein Kiel in der Veltins-Arena angepfiffen wird, ist die Orientierungsphase der Königsblauen in dieser für Schalke ja relativ unbekannten Liga vorbei, ab dann geht es tatsächlich nur noch um die Frage: Aufstieg oder nicht? Nur der Wiederaufstieg kann das Ziel sein. Auch die Schalker Transferaktivitäten in dieser Woche lassen keinen anderen Schluss zu.

Auch Lode ist eine Startelf-Option

Nachdem die Königsblauen auch als Reaktion auf die Verletzung von Mehmet Aydin den Norweger Andreas Vindheim von Sparta Prag ausgeliehen hatten, meldeten sie am Freitag gleich noch einen Neuzugang.

Auch der kommt aus Norwegen, wird von Schalke-Legende Ebbe Sand beraten und ist 28 Jahre alt: Für Nationalspieler Marius Lode von FK Bodø/Glimt ist Schalke (Vertrag bis 2024) die erste Auslandsstation, scheitern sollte seine Integration daran nicht. „Dafür haben wir ja Andreas Vindheim geholt“, lacht Schalkes Cheftrainer Dimitrios Grammozis, „außerdem kann sich auch unser Integrationsbeauftragter Victor Palsson mit ihm verständigen“.

Verteidiger Lode kann laut Schalkes Sportdirektor Rouven Schröder auf allen drei Positionen in der Schalker Abwehrreihe spielen – da Marcin Kaminski wegen seiner Corona-Infektion am Sonntag erstmals fehlen wird, ist ein Startelf-Einsatz von Lode genauso gut möglich wie der von Vindheim, der die rechte Schalker Außenbahn beleben soll. Grammozis macht den Norwegern Hoffnung: „Beide stehen voll im Saft und sind eine Option für die Startelf.“

Schalke will im Kampf um den Aufstieg also nichts dem Zufall überlassen – die Konsequenz daraus ist, dass andere Spieler durchs Sieb fallen. Timo Becker, in der Vorsaison noch einer der tapfersten Akteure der Abstiegsmannschaft, steht vor einem Wechsel – laut Grammozis befindet sich Becker derzeit in Gesprächen mit einem anderen Verein.

Gefühltes Geisterspiel

750 Zuschauer sind am Sonntag in der Arena zugelassen, es wird „gefühlt“ also ein Geisterspiel. Damit hat Schalke schlechte Erfahrungen gemacht, Grammozis will die Mannschaft entsprechend vorbereiten: „Aber zu 100 Prozent simulieren kann man das nicht.“ Palsson weiß auch hier, worauf es ohne große Kulisse ankommt: „Wir müssen das jetzt selbst regeln.“

Beim Gegner Holstein Kiel sind vier frühere Schalker Spieler unter Vertrag, von denen jedoch nur Steven Skrzybski einsatzfähig ist. Lewis Holtby, Phil Neumann und Fabian Resse müssen wegen Covid-19 pausieren.

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