Luft nach oben: So viele freie Plätze, wie hier corona-bedingt gegen den HSV, wird es auf Schalke gegen Dynamo Dresden wohl nicht geben: Am Samstag sind 56.617 Zuschauer zugelassen - die Partie wird als „Hoch-Risikospiel“ eingestuft. Mindestens 4.000 Fans aus Dresden werden erwartet. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Schalke gegen Dresden – Rückkehr zur Normalität wird zum Härtetest

Schalke gegen Dresden gilt als „Hoch-Risikospiel“. 56.617 Zuschauer sind am Samstag zugelassen, mindestens 4.000 kommen aus Dresden. Anreisen werden wohl mehr - die Polizei ist vorbereitet.

Die viel zitierte „Rückkehr zur Normalität“ beginnt für den FC Schalke 04 am Samstag – und wird direkt zu einem Härtetest. Nicht nur für die Mannschaft, die im Spiel gegen Dynamo Dresden (20.30 Uhr, live bei Sport 1 und Sky) beweisen muss, dass sie als Tabellendritter mit der Höhenluft zurecht kommt. Auch alles, was rund ums Spiel passiert, hat nun wieder ganz andere, ungleich größere Dimensionen als bei den „Geisterspielen“ der vergangenen Saison.

In Alarmbereitschaft

56.617 Zuschauer sind am Samstag in der Veltins-Arena zugelassen, und im Gegensatz zum Spiel gegen Ingolstadt, als von möglichen 54.000 „nur“ gut 25.000 Zuschauer kamen, ist nun in etwa von einer Auslastung dieser Kapazität auch auszugehen. Schließlich wurden mittlerweile auch die ca. 40.000 Schalker Dauerkarten-Inhaber „aktiviert“ – gegen Ingolstadt konnten sie beim Zuteilungsverfahren noch nicht speziell berücksichtigt werden.

Die deutlich erhöhte Zuschauerzahl stellt natürlich besondere Anforderungen an Sicherheits- und Ordnungsdienste, aber auch an die Polizei. Das hängt auch mit dem Gegner bzw. der Fan-Klientel des Gegners zusammen. „High-Risk-Spiel“ ist der Fachbegriff, den Gelsenkirchens Polizei-Pressesprecher Matthias Büscher für den Samstag verwendet. Soll heißen: Hoch-Risikospiel. Die Polizei ist in einer dieser Spiel-Kategorie entsprechenden erhöhten Alarmbereitschaft, „um sowohl in Gelsenkirchen als auch im Bereich der Veltins-Arena für Sicherheit zu sorgen“, so Büscher.

Unmut über Spielansetzung

Offiziell erwartet Schalke ca. 4.000 Fans von Dynamo Dresden, zumindest wurden so viele Karten an den Gast-Verein verkauft. Es ist aber da von auszugehen, dass ungleich mehr Personen aus Dresden anreisen werden. In der Gerüchteküche ist von 7.000 bis 8.000 die Rede – da die Fan-Szene von Dynamo Dresden zum Teil als relativ schwierig gilt und auch die Schalker „Ultras“ offenbar wieder in die Arena kommen wollen, droht da am Samstag eine höchst ungemütliche Gemengelage, die die Polizei natürlich alle Antennen ausfahren lässt.

Erschwerend dazu kommt der Spieltermin bzw. die Uhrzeit: „Spiele in der Dunkelheit sind generell problematischer als am hellichten Tag“, beschreibt Büscher noch sehr diplomatisch das, was hinter vorgehaltener Hand sowohl bei Schalke selbst als offensichtlich auch bei der Polizei für Unmut sorgt: Ein solches Spiel mit der Anstoßzeit 20.30 Uhr anzusetzen mag atmosphärisch viele Fan-Herzen erwärmen – aus Sicherheitsaspekten wird eine solche Ansetzung allerdings als höchst unglücklich bewertet.

Appell an beide Fan-Lager

Via Twitter hat sich die Gelsenkirchener Polizei am Mittwochnachmittag mit einem eindringlichen Appell bereits an die Schalker und Dresdener Fans gewandt. Blau-Weiß gegen Schwarz-Gelb – auch in der Zweiten Liga ist das sogar dann nicht „normal“, wenn die Normalität zurückkehrt.

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