Freuen sich mit Amine Harit (2.v.r.): Bastian Oczipka, Benjamin Stambouli und Matija Nastasic (v.r.). © dpa
Schalke 04

Schalke-Stürmer Amine Harit und der Wohlfühlfaktor

Schalke-Stürmer Amine Harit zeigte gegen 1899 Hoffenheim endlich wieder, welches Potenzial in ihm steckt. Nun will er weiter liefern. Sonntag geht es nach Frankfurt.

Das Fußballjahr 2020 war für Amine Harit ein verlorenes Jahr. Kurz nachdem er seinen Vertrag auf Schalke bis zum 30. Juni 2024 verlängert hatte, begann eine Formkrise des Marokkaners, die nicht enden wollte. Dies lässt sich auch an Zahlen festmachen: Harit blieb im gesamten Jahr 2020 ohne Bundesligator und ihm gelangen nur zwei Torbeteiligungen.

Dass er auch noch außerhalb des Fußballplatzes für negative Schlagzeilen sorgte und wieder einmal suspendiert wurde, sorgte selbst bei den Schalker Fans für Kritik.

Viele Gespräche mit Gross

Die Anhänger der Königsblauen halten meistens lange zu den Spielern der eigenen Mannschaft, doch bei dem 23-Jährigen wurden sie auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Zwar konnte man dem offensiven Mittelfeldspieler nicht nachsagen, dass er sich auf dem Platz bemühte. Doch Harit traf zu viele falsche Entscheidungen.

Hinzu kamen noch Verletzungen sowie eine Zwangspause bedingt durch Corona. Dies alles trug nicht dazu bei, dass der Hochbegabte seinen Wettkampfrhythmus fand. Ohnehin ist bei Harit bekannt, dass er sich wohlfühlen muss, um auf dem Platz gute Leistungen zu bringen. Wenn das nicht der Fall ist, geht sein Kopf oft zu schnell nach unten.

Gewinner des Trainerwechsels

Auch die wiederholten Trainerwechsel bei den Blau-Weißen sorgten für keine Verbesserung. Beim ersten Spiel unter dem neuen Trainer Christian Gross war bei Harit keine Formverbesserung festzustellen. Beim 0:3 in Berlin wurde der schnelle und trickreiche Dribbler bereits nach 58 Minuten ausgewechselt.

Was danach passierte, ist kaum zu erklären. Offenbar fand Gross den richtigen Draht zu dem sensiblen Kicker. Durch tägliche Gespräche verdeutlichte der Trainer-Routinier seinem Spieler, was er von ihm erwartet.

Neues Selbstvertrauen

„Amine ist sicherlich ein Gewinner des Trainerwechsels. Christian Gross weiß, wie er ihn anpacken muss. Er ist ein herausragender Spieler, der den Unterschied machen kann“, sagte Lizenzspiel-Koordinator Sascha Riether bei Sport1.

Dass Harit gegen Hoffenheim mit einem Treffer und drei Assists regelrecht explodierte, hätten sicherlich aber weder Riether noch Gross in dieser Form nicht erwartet. Damit gelangen dem Marokkaner für Königsblau erstmals vier Torbeteiligungen in einer Partie.

Keine Eintagsfliege?

„Dieser Sieg gibt uns neues Selbstvertrauen“, glaubt Harit, der zugleich betont, dass es überhaupt keinen Grund gebe, sich auf diesem Sieg auszuruhen. Das Motto müsse heißen, weiter hart an sich zu arbeiten. Schon am nächsten Sonntag in Frankfurt warte auf die Königsblauen eine große Herausforderung, so Harit. „Da müssen wir für die drei Punkte erneut alles geben,“ richtete er einen Appell an seine Mitspieler.

Ob Harit damit sein Formtief überwunden hat, lässt sich seriös erst in ein paar Wochen beurteilen. Denn schon öfter preschte der offensive Mittelfeldspieler mit markigen Aussagen in die Öffentlichkeit, die er dann nicht erfüllen konnte.

Nächste Herausforderung in Frankfurt

So gab er schon im Herbst des vergangenen Jahres folgendes Versprechen ab: „Ich arbeite seit Monaten sehr hart dafür, um wieder auf mein bestes Niveau zu kommen und ich bin entschlossener denn je, meinen Klub wieder in die Tabellenregionen zu führen, wo er hingehört“.

Doch diesen Worten folgten bis zum Hoffenheim-Spiel keine Taten. Stößt der Marokkaner auf dem Platz auf große Widerstände, resigniert er entweder zu früh oder versucht ausschließlich spielerische Lösungen zu finden. Nun muss Harit beweisen, dass seine starke Leistung gegen die Kraichgauer keine Eintagsfliege war. Schon am nächsten Sonntag bei Eintracht Frankfurt besteht die Gelegenheit dazu.

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