Machtlos am Spielfeldrand: Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Schalke-Trainer Grammozis: „Wir wollten hier nichts herschenken“

Große Enttäuschung für den FC Schalke 04: Mit 0:1 beim Drittligisten 1860 München sind die Königsblauen bereits in der zweiten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden.

Schon bevor die Partie in München begann, sorgte die Schalker Aufstellung für Diskussionen unter den Fans. Denn Trainer Dimitrios Grammozis hatte sich dafür entschieden, mit Torwart Martin Fraisl, Linksverteidiger Thomas Ouwejan und Mittelstürmer Simon Terodde drei Schlüsselspieler auf die Ersatzbank zu setzen.

Betrachtete man das Ergebnis, so gingen diese Personalüberlegungen nicht auf. Doch diese Kritik ließ der Schalker Trainer nicht gelten: „Ich war vor dem Anpfiff absolut überzeugt von dieser Aufstellung, denn sonst hätte ich sie nicht gewählt.“

Lex trifft früh zum 1:0

Als vor dem Spiel eine Blaskapelle im altehrwürdigen Grünwalder Stadion für Unterhaltung sorgte, wird sich wohl noch niemand im Schalker Lager etwas dabei gedacht haben. Die Vermutung, dass die Königsblauen auch danach den Marsch geblasen bekommen würden, war da noch weit weg.

Etwas näher kam sie schon fünf Minuten nach dem Anpfiff: Da hatte Stefan Lex nämlich zum 1:0 für die Gastgeber getroffen und damit schon dokumentiert, dass Schalke offenbar nicht auf der Höhe war. Sascha Mölders hatte den Ball von Darko Churlinov erobert, zu Lex gepasst, und der überlistete den völlig perplexen Ralf Fährmann im S04-Tor.

Drei wichtige Positionen gewechselt

Fährmann, Churlinov und auch Marvin Pieringer waren in die Schalker Startelf gerutscht, weil Trainer Dimitrios Grammozis die Rotationsmaschine auf drei wichtigen Positionen angeworfen hatte. Vor allem der Luxus, Torjäger Simon Terodde und den zuletzt überragenden Thomas Ouwejan zunächst nur auf der Bank zu lassen, entpuppte sich als ein offenbar zu teurer. Grammozis wird nicht umhin kommen, für das Pokal-Aus eine Mitverantwortung zu übernehmen.

Zwar korrigierte er sich selbst früh, in dem er den völlig indisponierten Churlinov schon in der 22. Minute aus dem Spiel nahm und Ouwejan brachte. Aber obwohl mit ihm tatsächlich mehr Schwung ins Schalker Spiel kam, hatten die in der Dritten Liga der Abstiegszone entgegen taumelnden Münchener durch ihren Frühstart nun Oberwasser bekommen.

Rote Karte für Thiaw

Ouwejan soll allerdings etwas angeschlagen gewesen sein. Deshalb habe er laut Grammozis nicht von Anfang an gespielt. Marius Bülter, Ouwejan und Marcin Kaminski hatten vor 15.000 Zuschauer (darunter ca. 3000 Schalker Fans/ausverkauft) zwar gute Gelegenheiten zum Ausgleich, aber ein Schuss von Lex ans Lattenkreuz schürte erneut die Sorge vor einer peinlichen Pokal-Pleite.

Die wurde immer konkreter, als Malick Thiaw in der 48. Minute nach einer „Notbremse“ die Rote Karte sah. Die hat zwar keine Auswirkung auf den Liga-Betrieb, schwächte ohnehin schon schwache Schalker aber noch mehr. Nach einer guten Stunde kamen Terodde und Danny Latza, konnten das Blatt aber auch nicht mehr wenden.

Schalke drückte zwar auch mit zehn Spielern phasenweise die „Löwen“ in die eigene Hälfte, aber große Chancen sprangen nicht mehr heraus. Selbst Torwart Ralf Fährmann hielt es in der Schlussphase nicht mehr im eigenen Tor. Doch auch dieser Einsatz brachte nichts mehr ein.

In der Liga derzeit top, im Pokal ein ziemlicher Flop – der kostet Schalke gut 500.000 Euro. So viel Zusatzeinnahmen hätte das Achtelfinale gebracht. Viel Geld für etwas Marschmusik.

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