Schalkes umjubelter Torschütze: Marcin Kaminski. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Schalke-Verteidiger Marcin Kaminski: Sein Wechselbad der Gefühle

Marcin Kaminski ist seit seinem Wechsel zum FC Schalke 04 durch solide Defensivarbeit schnell zum Stammspieler geworden. In Hannover glänzte er erstmals als Torschütze.

Die Nachspielzeit war fast abgelaufen, da schlug Marcin Kaminski eiskalt zu und beendete damit ein Wechselbad der Gefühle, das ihm diese insgesamt 96 Minuten beschert hatten.

Denn die Partie begann für den vom VfB Stuttgart verpflichteten Defensivspezialisten gar nicht gut. Schon nach 14 Minuten sah er nach einem taktischen Foul zurecht die Gelbe Karte. Später vergab er innerhalb von zwei Minuten in der zweiten Halbzeit (53. u. 55.) zwei große Möglichkeiten zur Schalker Führung.

Geduld der Schlüssel zum Erfolg

„Marcin war schon in der Halbzeit sehr sauer, weil wir aus unserer Überlegenheit keine Tore gemacht haben. Aber alle Spieler sind ruhig und geduldig geblieben. Das war der Schlüssel zum Erfolg“, analysierte Grammozis. Dieses Urteil traf besonders auf Kaminski zu, der wie die gesamte Schalker Mannschaft so lange kämpfte und spielte, bis sich Schalke doch noch selbst belohnte.

Die Gäste waren zwar drückend überlegen, offensiv aber eben nicht zwingend genug. So sah es schon nach einem 0:0 aus, doch mit der quasi letzten Aktion des Spiels wurde das noch abgewendet.

„In Simon-Terodde-Manier“

Dominick Drexlers Flanke von links verlängerte Victor Palsson per Kopf in die Mitte, wo Kaminski den Ball mit der Hacke annahm und dann gekonnt mit links in die Maschen zum verdienten 1:0-Siegtreffer vollstreckte. „Das war ein Tor in Simon-Terodde-Manier“, sagte Grammozis mit einem Augenzwinkern.

Und der Torschütze erklärte bei „Sky“: „Ich bin natürlich glücklich, dass ich diesen Treffer gemacht habe. Wichtig war aber auch, dass wir wieder zu Null gespielt haben“.

Noch keine Minute versäumt

Der Rest war Emotionen pur. Der Pole entging nur knapp der Gefahr, von seinen Mannschaftskameraden erdrückt zu werden. Auf der Schalker Ersatzbank hielt es niemanden mehr auf seinem Platz. Jeder umarmte jeden und Trainer Dimitrios Grammozis bekannte hinterher offen und ehrlich: „Hätten wir dieses Spiel nicht gewonnen, wäre die Enttäuschung groß gewesen.“

So aber hat Schalke fünf der sechs letzten Zweitligapartien gewonnen. Das ist auch ein Verdienst von Kaminski, der nicht nur als erstmaliger Schalker Torschütze glänzte, sondern auch seine Pass- und Zweikampfquote (77 und 67 Prozent) waren stark. Der 29-Jährige ist Schalkes Dauerbrenner: Als einziger Spieler hat er bisher alle zehn Zweitliga-Partien von der ersten bis zur letzten Minute absolviert.

Bleibt er gesund, so wird der Links-Verteidiger auch im Heimspiel gegen Dynamo Dresden in der Schalker Startelf stehen. Daran gibt es keinen Zweifel.

Über den Autor
freier Mitarbeiter