Simon Terodde (M.) konnte locker verschmerzen, dass er diesmal ohne Torerfolg blieb. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

So feiert Schalke 04 den Auswärtssieg in Hannover

Die Pressekonferenz nach dem Schalker 1:0-Erfolg in der HDI Arena verlief nicht ganz störungsfrei. Phasenweise wurde in der Schalker Kabine gegen die Betonwände geschlagen.

Dimitrios Grammozis konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, weil trotz dicker Wände im Pressekonferenzraum der HDI Arena nebenan in der Schalker Mannschaftskabine der Jubel über den 1:0-Erfolg in Hannover unüberhörbar war. Die Wänden wackelten.

Dass Schalke-Torjäger Simon Terodde in Hannover leer ausging, war dem 33-Jährigen nach dem Schlusspfiff völlig egal. Er tanzte zusammen mit seinen Mitspielern ausgelassen auf dem Rasen und feierte mit 8.000 mitgereisten Fans den dritten Sieg in Folge ohne Gegentor.

Terodde hält Versprechen

Den Rekord, als erster Spieler 154 Zweitliga-Tore geschossen zu haben, will Terodde nun nächste Samstag im Heimspiel gegen Dynamo Dresden brechen. Der Schalker Stürmer hatte zuvor Kontakt mit Rekordhalter Dioeter Schatzschneider. „Ich habe zu ihm gesagt: Ich treffe nicht, dafür gewinnen wir. Ich habe mein Wort gehalten“, erzählte Terodde hinterher mit einem Augenzwinkern.

Auch sein Trainer war überglücklich. „Simon ist sehr wichtig für uns. Aber es ist auch wichtig, dass mal jemand anders für uns getroffen hat“, sagte Dimitrios Grammozis nach dem Siegtreffer in der Nachspielzeit durch Marcin Kaminski und fügte hinzu: „Wir brauchen die Tiefe. Wir brauchen Jungs, die treffen. Wir können uns nicht jede Woche auf Simon verlassen.“

Schalker Dominanz über 90 Minuten

Zum ersten Mal in dieser Saison zeigte Schalker die Dominanz, die sich die Führungskräfte von der Mannschaft immer wünschen. Die „breite Brust“, die Sportdirektor Rouven Schröder immer wieder einforderte, war über die gesamte Spielzeit zu sehen.

Grammozis: „Die Art und Weise, wie sie aufgetreten sind, macht mich sehr glücklich.“ Eine enorme Bedeutung hat für den 43-Jährigen auch die Tatsache, dass in Hannover endlich mal wieder vor großer Kulisse (39.500 Zuschauer) gespielt werden durfte.

„Es ist einfach so: In der Coronazeit, als die Stadien leer waren, musstest du dich manchmal sehr motivieren, um wenigstens eine künstliche Atmosphäre zu schaffen. Das geht auf Dauer nicht“, sagte Grammozis. „Aber heute: Wenn du aus der Kabine kommst und diese blau-weiße Wand siehst. Und dann noch so ein Tor fällt: Das ist Adrenalin pur“.

Das Zusammenspiel „unserer Fans und die eigene Leistung war perfekt,“ freute sich der Coach. Sein Trainerkollege Jan Zimmermann mutmaßte dagegen, dass die Rückkehr so vieler Fans seine Spieler eher gehemmt als beflügelt haben könnte. In der Verfassung, wie die Niedersachsen gegen Schalkle auftraten, ist ein Spitzenplatz in der 2. Liga reines Wunschdenken.

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