Das war‘s: Während im Hintergrund die Schalker Spieler jubeln, weiß Dresdens Torhüter Kevin Broll, dass die Partie nach dem 3:0 durch Marcin Kaminski endgültig gelaufen war. © dpa
Schalke 04

Vierter Zu-Null-Sieg in Folge: Schalke knackt die „harte Nuss“ Dresden

Beim 3:0 (1:0)-Sieg gegen Dynamo Dresden treffen der ganz starke Thomas Ouwejan, Marius Bülter und Marcin Kaminski. Erstmals auf Aufstiegsplatz. Polizistin verletzt ins Krankenhaus.

Reinhold Ranftl wie erwartet für Mehmet Aydin und etwas überraschend Yaroslav Mikhailov für den angeschlagenen Dominick Drexler in der Startelf – das waren die Änderungen, die Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis vorgenommen hatte. Mannschaftskapitän Danny Latza und Blendi Idrizi gehörten nach ihren langen Verletzungspausen erstmals wieder zum Kader.

Die Vorzeichen sprachen klar für Schalke: Heimspiel, 54.526 Zuschauer (ca. 2.000 mögliche Plätze blieben aus Sicherheitsgründen frei), also ausverkauft, drei Zu-Null-Siege in Folge, während Gegner Dresden fünf Niederlagen aus den letzten sechs Spielen mit ins Ruhrgebiet geschleppt hatte.

Mit dementsprechend breiter Brust und der Gewissheit, mit einem Sieg zumindest für einen Tag auf einen direkten Aufstiegsplatz zu springen, ging Schalke das Spiel an – aber wie schon im letzten Heimspiel Ingolstadt entpuppte sich auch Dynamo Dresden als „harte Nuss“.

Ouwejan ganz stark

20 Minuten brauchten die Königsblauen, um das Publikum so richtig zu beeindrucken – aber dann taten sie es gleich richtig. Zunächst traf Rodrigo Zalazar aus 16 Metern den Pfosten, und nur wenige Sekunden danach bewies der ganz starke Thomas Ouwejan, dass er Tore nicht nur vorbereiten, sondern auch selbst erzielen kann. Der Niederländer blockte einen Dresdener Abwehrversuch ab, der Ball wurde dadurch quasi zum Bumerang und landete direkt im Tor der Gäste.

Verdient war die Führung schon, schließlich hatte Dynamo vor dem Schalker Tor bis dahin kaum etwas zustande gebracht – aber Schalke versäumte es dann, nachzulegen, spielte etwas unter dem zuletzt gezeigten Niveau und ließ sich kurz vor der Halbzeitpause sogar noch auf eine formidable Rudelbildung mit den Gäste-Spielern ein.

Danny Latzas Comeback

Dresdens Trainer Alexander Schmidt wechselte schon in der Halbzeitpause zwei Mal, wollte das Spiel seiner Mannschaft mehr nach vorn verlagern. Das gelang – zwar hatte Schalke die erste Chance durch Rekord-Jäger Simon Terodde (47.), doch nun wurde Dynamo immer mutiger. Und hatte mit einem Kopfball von Pascal Sohm in der 63. Minute auch eine richtig dicke Chance, die Martin Fraisl im Schalker Tor allerdings vereitelte.

Es lief nicht mehr rund, das Publikum wurde unruhig – da war es Zeit für einen Gänsehaut-Moment und für eine ordnende Hand: Grammozis wechselte Danny Latza für Mikhailov ein (65.) – das viel umjubelte Comeback des Schalker Kapitäns, der sich gleich im ersten Saisonspiel gegen den HSV verletzt hatte.

Kontrollverlust drohte

Latza übernahm dann auch sofort die Spielführer-Binde von Victor Palsson, aber Dresden blieb zunächst am Drücker. Bis zur 78. Minute: Nach einer Ecke von Thomas Ouwejan war Marius Bülter mit dem Kopf zur Stelle und erzielte das 2:0 für Schalke – ein Tor für die eigene Mannschaft kommt nie zu einem ungünstigen Zeitpunkt, diesmal war es der perfekte Zeitpunkt, weil Schalke der Kontrollverlust über das Spiel drohte. Die Ecke herausgeholt hatte Danny Latza.

Nun brachte Schalke das Spiel über die Runden, Marcin Kaminski traf nach einem Freistoß von Ouwejan in der Nachspielzeit sogar noch zum 3:0. Schalke steht nach dem vierten Zu-Null-Sieg in Folge zumindest vorläufig erstmals in dieser Saison auf einem direkten Aufstiegsplatz.

Grammozis dankt den Fans

Die Bilanz von Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis fiel so aus: „Es war spielerisch nicht unsere beste Partie. Aber auch das ist 2. Liga: Defensiv gut stehen und Geduld haben. Gratulation an die Mannschaft und unsere phantastischen Fans“.

Torschütze Marius Bülter freute sich, „dass eine Entwicklung bei uns zu sehen ist. In den ersten Spielen haben wir manchmal nach einer Führung fast um den Ausgleich gebettelt. Nun sind wir eingespielter“.

Polizistin verletzt

Und abseits des Rasen-Rechtecks? Mit einem Mammut-Aufgebot hatte die Gelsenkirchener Polizei sich gegen befürchtete und auch angekündigte Randale der Dynamo-Fans gewappnet. Einfahrtsstraßen nach Gelsenkirchen wurden kontrolliert, über Gelsenkirchen kreiste den ganzen Tag ein Polizei-Hubschrauber.

Eine 28-jährige Polizistin musste verletzt ins Krankenhaus gebracht werden, weil sie sich vor ein Fahrzeug gestellt hatte, dessen Fahrer sich der Kontrolle durch Flucht entzog. Das Fahrzeug hatte ein Dresdener Kennzeichen.

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