Von den Fans geliebt: Diese Schalke-Legende wird heute „50“

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Großes Finale: Ebbe Sand jubelt im Mai 2006 über sein Tor gegen den VfB Stuttgart, Marcelo Bordon beeilt sich, um erster Gratulant zu sein. © picture-alliance/ dpa/dpaweb
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214 Bundesliga-Spiele für Schalke, 73 Tore und damit drittbester S04-Torschütze aller Zeiten hinter Klaus Fischer und Klaas-Jan Huntelaar: Aber alleine an diesen Zahlen lassen sich die hohen Sympathiewerte, die Ebbe Sand auf Schalke genießt, nicht festmachen. Heute feiert der Däne seinen 50. Geburtstag.

Von 1999 bis 2006 spielte Sand auf Schalke, S04-Manager Rudi Assauer hatte ihn für umgerechnet ca. fünf Millionen Euro von Bröndby Kopenhagen verpflichtet. Es war ein Transfer nicht ohne Risiko: Denn Sand hatte gerade erst den Kampf gegen den Hodenkrebs gewonnen. Dass Assauer den Mittelstürmer trotz nicht auszuschließender weiterer gesundheitlicher Komplikationen verpflichtete, hat Sand dem S04-Manager nie vergessen.

Der „Rucksack“ von 2001

Und er dankte es dem FC Schalke 04 nicht nur mit sportlich großen Leistungen, sondern vor allem auch mit einer auf Schalke nach wie vor unvergessenen Art: Sand trug im Prinzip alle Eigenschaften in sich, die auf Schalke geschätzt werden. Er war publikumsnah, gab kämpferisch alles, auch wenn es spielerisch mal nicht lief, Sand konnte herzhaft jubeln, aber auch zu Herzen gehend leiden. Eben so, wie es auch Schalke an sich kann.

Vor allem die dramatisch verpasste Meisterschaft von 2001 hatte Sand sehr zugesetzt, „und sie tut es noch heute“, wie der 66-fache dänische Nationalspieler Jahre später zugab. „Der Ebbe“, wusste Rudi Assauer, „trägt das wie einen schweren Rucksack mit sich herum“. Sand war in jener Saison gemeinsam mit Sergej Barbarez (HSV) mit 22 Treffern Torschützenkönig der Bundesliga geworden und hatte mit Emile Mpenza ein Sturmduo gebildet, an das sich die S04-Fans noch heute sehnsüchtig erinnern.

Ein Vorzeige-Profi

Ebbe Sand, 2001 und 2002 mit Schalke DFB-Pokalsieger, war ein Vorzeige-Profi, der allerdings auch unbequem werden konnte, wenn ihm etwas gegen den Strich ging. Das bekam auch ein Star-Trainer wie Jupp Heynckes zu spüren, mit dem Sand nicht immer nur auf einer Wellenlänge lag. Von den Schalker Fans dagegen wurde und wird er bis heute geliebt: Der Name Ebbe Sand weckt beinahe ausschließlich positive Assoziationen.

Sein letztes Pflichtspiel für Schalke verlief dann auch wie gemalt: Am 13. Mai 2006 erzielte er beim 3:2-Sieg gegen den VfB Stuttgart ein Tor selbst und bereitete eines vor – das gelang dem an diesem Tag ebenfalls verabschiedeten Tomasz Waldoch.

Berater von Marius Lode

Auch nach seiner aktiven Zeit auf Schalke ließ sich Ebbe Sand regelmäßig bei den Königsblauen blicken – zuletzt beim Transfer seines Schützlings Marius Lode, den Sand, der bis Juli 2021 Stürmertrainer der dänischen Nationalmannschaft war, als Berater betreut.