Der Moment, auf den Danny Latza (l.) lange warten musste: Nach 65 Minuten kam er für Yaroslav Mikhailov (r.) auf den Platz. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Wie Schalke-Kapitän Danny Latza seine Rückkehr auf den Platz erlebte

Auf dem Weg zu den Journalisten strahlte Danny Latza. Rund drei Monate war der Schalker Kapitän ausgefallen. Gegen Dresden feierte der 31-Jährige sein Comeback.

Am 23. Juli hatte sich Danny Latza zum Saisonstart der 2. Liga im Heimspiel gegen den Hamburger SV eine schwere Knieverletzung zugezogen. Gegen Dresden kehrte der Mittelfeldspieler zurück.

„Es war eine schwierige Zeit für mich. Aber ich hatte in meiner Karriere schon öfter mit Verletzungen zu tun. Deshalb weiß ich, wie man sich verhalten muss. Ich hatte eine positive Einstellung zum Heilungsprozess“, sagte der gebürtige Gelsenkirchener nach dem 3:0-Erfolg gegen Dynamo Dresden.

Viel Applaus von den Rängen

Als er nach 65 Minuten für Yaroslav Mikhailov eingewechselt wurde, gab es für ihn viel Applaus von den Rängen. Dieser warme Empfang tat Latza gut. „Ich habe erst zwei Mal mit der Mannschaft trainiert und bin sicherlich noch nicht bei 100 Prozent“, stellte er nach seinem Comeback fest, „deswegen ist es für mich wichtig, weiter Spielpraxis zu bekommen.“

Die nächste Chance dazu hat Latza am Dienstagabend beim DFB-Pokalspiel bei Drittligist 1860 München. „Wir werden Danny kontinuierlich heranführen“, sagte Trainer Dimitrios Grammozis. Latza habe viel Ruhe am Ball ausgestrahlt. Das habe seiner Mannschaft gut getan.

Reha in Gelsenkirchen

Für Latza war in den vergangenen Monaten sehr wichtig, dass er seine Reha in Gelsenkirchen auf dem Vereinsgelände absolvierte. So hatte er regelmäßig Kontakt zu seinen Teamkameraden und wusste über das Innenleben der Mannschaft Bescheid.

Dass der Routinier die Ecke herausholte, die zum Schalker 2:0 führte, machte einen gelungenen Fußball-Abend für Latza perfekt. „Wenn das Stadion so voll ist, freut man sich sehr darüber, vor so einer Kulisse zu spielen. Es war extrem laut, beide Fanlager haben sich zeitweise gegenseitig hochgepusht,“ freute sich Latza.

Bei aller neuen Begeisterung betonte der Kapitän, dass Schalke jetzt nicht die Bodenhaftung verlieren dürfe. „Wir müssen in jeder Partie hungrig bleiben. Es darf keine Phase kommen, in der wir uns zufriedengeben.“

Dass sich die Schalker Personalsituation mehr und mehr entspannt, bewertet Latza sehr positiv. „Konkurrenz belebt das Geschäft. Ich gönne jedem alles, jeder in der Mannschaft gönnt dem anderen alles. Man sieht, welche Leidenschaft jeder Einzelne auf den Platz bringt. Wir haben alle dasselbe Ziel: Wir wollen alle erfolgreich sein. Es ist keine Zeit für Egos, der Teamgedanke steht an erster Stelle,“ richtete Latza noch einen Appell ans Team, jetzt nicht nachzulassen. Aktuell gibt es jedoch keinen Anlass zu der Besorgnis, dass dies geschehen könnte.

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