0:1 in Gladbach nennt Felix Magath „nicht so tragisch“

Selbstkritische Spieler

MÖNCHENGLADBACH Als Manuel Neuer vor die Journalisten tritt, steht dem Schalker Torhüter die Enttäuschung über die 0:1 (0:1)-Niederlage in Mönchengladbach förmlich ins Gesicht geschrieben.

von Von Frank Leszinski

, 29.11.2009, 16:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Enttäuschte Schallker: Marcelo Bordon (l.) und Manuel Neuer.

Enttäuschte Schallker: Marcelo Bordon (l.) und Manuel Neuer.

Erst 40 Minuten vor dem Anpfiff ist der Mannschaftsbus am Borussia-Park zu sehen. Ob die Verspätung eine Ursache dafür ist, dass die Gäste in der Anfangsphase so schläfrig wirken? Auf jeden Fall markiert Reus schon nach fünf Minuten das frühe und entscheidende 1:0, wobei ein katastrophaler Stellungsfehler von Nationalspieler Heiko Westermann den Borussen zu Hilfe kommt. Was Westermann hinterher auch selbstkritisch auf seine Kappe nimmt: „Ich mache einen Schritt nach links, das war der falsche Schritt. Wir haben den Ball nicht erwartet, das war ein grober Fehler.“ Und bleibt nicht der einzige der Magath-Elf, die zwar optisch überlegen agiert, aber nur bis zum gegnerischen Strafraum. Denn es fehlt jegliche Kreativität, um den dichten Gladbacher Abwehrriegel zu durchbrechen. Von jungen Spielern wie Moritz und Schmitz darf man das weniger erwarten als von einem Ivan Rakitic, der wieder einmal restlos enttäuscht. Genauso wie Kevin Kuranyi, dem wieder einmal selbst leichte Bälle verspringen.

Und Halil Altintop taucht nach seiner Einwechslung für 30 Minuten sofort völlig unter. Ein Empfehlungsschreiben für einen neuen Vertrag sieht anders aus...Trainer Felix Magath kann sich die eine oder andere Spitze an die Adresse der eigenen Elf zwar nicht verkneifen („jede B-Jugend-Mannschaft weiß, dass man über die Außen flanken muss“), aber der 56-Jährige bleibt nach diesen 90 Minuten bemerkenswert gelassen: „Es ist schon erstaunlich, dass wir mit dieser jungen Mannschaft so wenige Niederlagen haben. Wir nehmen das nicht so tragisch. Nach vorne können wir es halt nicht besser. Da fehlt die Sicherheit und die Abstimmung. Insgesamt gesehen war die Niederlage verdient.“ Hintergrund für Magaths Äußerungen dürfte darin zu sehen sein, dass Schalke mit einem Sieg in Gladbach am Samstag Abend an der Tabellenspitze gestanden hätte. Damit wäre nicht nur die Gefahr emotionaler Ausnahmezustände bei vielen Fans verbunden, sondern die Erwartungen an die junge Schalker Mannschaft würden wohl noch größer, als sie durch die Erfolge der vergangenen Wochen ohnehin schon sind.

Das meint wohl Magath, wenn er sagt: „Das einzig Schöne an der Niederlage ist, dass wir nicht Tabellenführer geworden sind.“ Dabei wird in Mönchengladbach ganz deutlich, dass Schalke noch viele Qualitäten zu einer Bundesliga-Spitzenmannschaft fehlen. Das wissen auch die Spieler. Manuel Neuer beklagt „fehlende Cleverness“, Benedikt Höwedes „den letzten Willen, das Spiel nach dem frühen Rückstand zu drehen.“ So reicht den Gastgebern vor 54057 Zuschauern im ausverkauften Borussen-Park eine solide Abwehrleistung, um den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Dass auch die letzte Schalker Auswärtsniederlage in Gladbach passierte (10. Mai, ebenfalls mit 0:1), ist für Borussen-Trainer Michael Frontzeck nicht mehr als eine Randnotiz wert. Viel wichtiger ist ihm, dass seine Elf die Abstiegsregion verlassen hat, während Schalke trotz der Niederlage Dritter bleibt und

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