0:7-Debakel in Manchester: Nach dem ersten Gegentor Zusammenbruch aller Schalker Systeme

Schalke 04

Völlig überforderte Schalker fliegen aus der Champions League und werden von Manchester City in alle Einzelteile zerlegt. Mit großen Sorgen - und Handlungsbedarf? - ins Spiel gegen Leipzig.

Manchester

von Jörg Strohschein

, 12.03.2019 / Lesedauer: 3 min
0:7-Debakel in Manchester: Nach dem ersten Gegentor Zusammenbruch aller Schalker Systeme

Und wieder hat‘s gescheppert: (v. l.) Suat Serdar, Ralf Fährmann und Nabil Bentaleb nach einem von sieben Schalker Gegentoren. © dpa

Domenico Tedesco hatte immer wieder versucht, Einfluss auf sein Team zu nehmen. Er dirigierte am Spielfeldrand, gab seinen Spielern Anweisungen und fieberte mit seinem Team mit. Am 0:7 (0:3) im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League bei Manchester City konnte aber auch der Trainer des FC Schalke 04 nichts ändern. Dabei hatte der 33-Jährige vor der Partie noch Hoffnung verbreitet, vielleicht doch noch eine Wende nach dem 2:3 aus dem Hinspiel hinbekommen zu können.

In allen Belangen unterlegen

Die Realität war allerdings wenig freundlich mit dem Ruhrgebietsklub, der in allen Belangen unterlegen war. Dabei hatten die Schalker recht hoffnungsvoll begonnen. Die „vorsichtige Offensive“, die Tedesco als taktisches Mittel ausgewählt hatte, beinhaltete von der ersten Minute vor allem die Sicherung des eigenen Tores.

Der Ruhrgebietsklub, der auf den angeschlagenen Verteidiger Matija Nastasic verzichten musste, versuchte die spielstarken Engländer in der Anfangsphase mit viel Kampfkraft, Organisation und defensiver Disziplin daran zu hindern, Lücken in der Abwehr zu finden. Im Hinterkopf hatte Schalke dabei zumindest noch die kleine Hoffnung, vielleicht einen gefährlichen Konter starten zu können und für eine Überraschung zu sorgen.

Lediglich zehn Minuten lang sollte dieses massive Defensiv-Bollwerk standhalten, ehe Raheem Sterling Angreifer Kun Agüero bediente, der aus kurzer Distanz nur den Pfosten traf. Spätestens ab diesem Zeitpunkt agierte fast nur noch das Team von Trainer Pep Guardiola. Doch selbst das englische Starensemble, das derzeit einen Gesamtmarktwert von über eine Milliarde Euro und in der Premier- und Champions League bis dahin zusammen 95 Tore erzielt hatte, tat sich schwer gegen diese Kompaktheit.


Doppelschlag warf Schalke um

Die Schalker hielten körperlich dagegen und wirkten in der Anfangsphase nicht so verängstigt und destruktiv, wie zuletzt in der Bundesliga. Allerdings konnten sie dieses laufintensive Spiel und diese Courage nicht allzu lange durchhalten. Der Spielfreude und den Fertigkeiten der „Citizens“ waren die Schalker mit zunehmender Spieldauer nicht mehr gewachsen.

Der Führungstreffer nach 34 Minuten fiel allerdings aus eher glücklichen Umständen für Manchester. Nach einem Zweikampf zwischen Jeffrey Bruma und Bernardo Silva im Schalker Strafraum entschied Schiedsrichter Clement Turpin auf Elfmeter. Agüero lupfte den Ball unhaltbar für Torhüter Ralf Fährmann ins Tor. Und kaum war der Ball wieder im Spiel, erhöhte Manchester bereits auf 2:0 (37.). Erneut setzte sich Sterling auf der rechten Seite durch, passte mit der Hacke zurück auf Agüero, der Fährmann den Ball aus drei Metern durch die Beine schob.

Mit diesem Doppelschlag war die Gegenwehr der Ruhrgebietsklubs nahezu gebrochen. Leroy Sané erzielte nur fünf Minuten später das 3:0 und das Tedesco-Team wurde einmal mehr zum Sparringspartner degradiert. Das 4:0 erzielte Sterling nach 57 Minuten, nachdem bereits ein weiterer Treffer für Manchester aberkannt worden war.

Am Ende Schadensbegrenzung

Bernardo Silva erhöhte nach 71 Minuten auf 5:0, der eingewechselte Phil Foden auf 6:0, Jesus auf 7:0. Es ging am Ende nur noch um Schadensbegrenzung sowie den Versuch, ein noch größeres Debakel zu verhindern. Ralf Fährmann konnte mit ein paar Paraden eine noch höhere Pleite verhindern.

Nicht nur die rund 3.000 mitgereisten Fans aus Gelsenkirchen dürften sich Sorgen machen, wenn sie an Samstag und die Partie gegen RB Leipzig sowie den Rest der Saison denken. Vielleicht zwingt das Debakel von Manchester Schalke sogar noch vor dem Leipzig-Spiel zum Handeln in der Trainerfrage.