Von einer Krise auf Schalke wegen der drei Auftaktniederlagen in der Liga zu sprechen kommt zu früh. Ein Fehlstart hat Königsblaue aber allemal hingelegt. Norbert Neubau kommentiert.

Gelsenkirchen

, 17.09.2018 / Lesedauer: 2 min

Drei Spiele, kein Punkt. Da bedarf es nicht mal der Schwarzmalerei, um Schalke einen formidablen Fehlstart zu attestieren. Ob man das Ganze nun schon zur Krise hochstilisiert, ist letztlich Abwägungssache und für die Problemlösung unerheblich - genau wie der Quer-Vergleich mit der Saison 2016/17, als Schalke die ersten fünf Saisonspiele komplett in den Sand setzte.

Schalkes Lage ist knifflig

Die Lage in der aktuellen Spielzeit ist schließlich knifflig genug. Neun Punkte sind bereits unwiderruflich weg, auf die angestrebten Europapokal-Plätze gilt es schon jetzt, sieben Punkte aufzuholen. Alles machbar und alles schon mal da gewesen - Voraussetzung dafür ist aber außer einer gewaltigen Leistungssteigerung auch, dass Schalke sich gegen nun drohende Branchen-Reflexe immun zeigt.

Denn Phasen des Misserfolgs haben ihren eigenen Automatismus: Irgendwann melden sich unzufriedene Spieler zu Wort, dann wird jedes Räuspern von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies so lange auf die Goldwaage gelegt, bis sich irgendetwas Kritisches daraus interpretieren lässt, Trainer Domenico Tedesco - der aufgrund seiner traumhaften Premieren-Saison natürlich einen Bonus verdient - wird sich für Aktionen und Aussagen rechtfertigen müssen, für die er vorher noch gelobt wurde. Und irgendwann wird Manager Christian Heidel die Frage gestellt bekommen, wer eigentlich den Kader zusammengestellt habe. Diese Gemengelage kann das stabilste Fundament zum Bröckeln bringen.

Parallelen zur WM 2018

Üblicher Schalker Kultur-Pessimismus, sagen Sie? Eher die Warnung vor der Alarmstufe Königsblau. Denn die beschriebenen Reflexe haben schon Mannschaften erwischt, die vorher im Traum nicht daran gedacht hatten. Bei der WM 2018 kam eine solche Mannschaft sogar aus Deutschland...

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