Alexander Jobst hat Schalke nach vorn gebracht

Vom "Buhmann" zum Sympathieträger

Als die Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 am Sonntag nach über sechs Stunden beendet war, suchten die meisten Medienvertreter zunächst nicht etwa das Gespräch mit Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies oder Sportvorstand Christian Heidel .Es stand ein Mann im Mittelpunkt, der Schalke in finanzieller Hinsicht enorm nach vorn gebracht hat: Alexander Jobst.

Gelsenkirchen

27.06.2017, 07:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alexander Jobst hat Schalke nach vorn gebracht

Alexander Jobst war bei der Jahreshauptversammlung auf Schalke der große Gewinner.

Der Marketing-Chef sorgte mit drei lukrativen Sponsorenverträgen (Ärmellogo, Ausrüsterdeal und Namensrechte-Sponsor für die Arena) für positive Schlagzeilen. So viel Aufmerksamkeit um die eigene Person schien ihm fast ein bisschen peinlich. „Ich arbeite lieber im Hintergrund“, sagte das Vorstandsmitglied mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

In der Branche hat der Hesse aus Fulda zwar längst einen guten Namen, doch es dauerte einige Zeit, bis Jobst auf Schalke richtig angekommen war. Auf der Mitgliederversammlung 2013 hatte er viel Lehrgeld zahlen müssen, als der 43-Jährige für einen Sponsorenvertrag mit dem umstrittenen Ticketanbieter Viagogo von zahlreichen Fans regelrecht angefeindet und ausgebuht wurde. Da bekam das Vorstandsmitglied zu spüren, dass Geld allein auf Schalke nicht alles ist.

"Fehler, ohne Wenn und Aber"

Die Königsblauen kündigten wenig später fristlos den Vertrag mit Viagogo. Jobst bewies seine Lernfähigkeit und sparte auch am Sonntag trotz der herausragenden Bilanz im Marketing-Bereich nicht mit Selbstkritik. So nannte er das Schalker Vorhaben, die Stehplatz-Dauerkarten in der Nordkurve abzuschaffen "einen Fehler, ohne Wenn und Aber". Nur einen Tag nach Bekanntwerden des Vorhabens nahm Schalke von diesem Plan wieder Abstand.

Dass Jobst nach Karrierestationen bei Real Madrid und der FIFA auf Schalke landete, hing unter anderem auch damit zusammen, dass er ganz klare Vorstellungen von seinem Aufgabenbereich hat. So nahm er die neue berufliche Herausforderung nur unter der Voraussetzung an, dass sein Posten als Marketing-Chef auf der Vorstandsebene angesiedelt wird. Das war auf Schalke bisher nicht üblich gewesen.

Große Wertschätzung 

Die große Wertschätzung, die der passionierte Triathlet mittlerweile beim Bundesligisten genießt, wird auch dadurch deutlich, dass sein Vertrag vorzeitig bis 2022 verlängert wurde. Mehrere andere Klubs, darunter Eintracht Frankfurt, hatten Jobst zu einem Wechsel zu überreden versucht.

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Bei aller Freude über die guten Zahlen im Marketing-Bereich, was die sportliche Ausbeute der vergangenen Saison betraf, war Jobst oft stocksauer. Denn er weiß nur zu gut: Schalke stößt an die Grenzen seines Wachstums, wenn sportliche Erfolge ausbleiben. Mit Huawei 2016 und Hisense in diesem Sommer haben zu seinem Leidwesen zwei chinesische Premium-Partner die Zusammenarbeit mit dem Bundesligisten beendet. Auf der bevorstehenden China-Reise will Jobst allerdings schon einen neuen chinesischen Partner für Schalke präsentieren.

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