Asamoah: "Ich bin stolz, ein Schalker zu sein"

Vor seinem Abschiedsspiel

Man braucht keine prophetischen Gaben, um vorauszusagen, dass die Veltins-Arena am Samstagabend ein Ort voller Emotionen sein wird. Denn aufgeführt wird ein Stück mit einem Hauptdarsteller, der königsblaue Geschichte geschrieben hat: Unter dem Titel "Asa seine letzte Schicht" lädt Gerald Asamoah zu seinem Abschiedsspiel ein.

GELSENKIRCHEN

12.11.2015, 14:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ab 18.30 Uhr stehen sich die S04-All-Stars, die von Huub Stevens und Mirko Slomka betreut werden, und die Asa-All-Stars (Trainer: Jupp Heynckes/Rudi Völler) gegenüber. Rund 60.000 Zuschauer werden erwartet. Der Erlös seines Abschiedsspiels fließt in die Hilfsprojekte der Gerald-Asamoah-Stiftung für herzkranke Kinder.

 

Zuvor sprach der Publikumsliebling über...

...seine ersten Tage auf Schalke: Ich habe schnell verinnerlicht, was die Zuschauer auf Schalke sehen wollen: Kampf und Leidenschaft. Das habe ich versucht, in jedem Spiel rüber zu bringen. Schon das erste Training war denkwürdig, denn es waren so viele Zuschauer vor Ort, wie ich es noch nie bei einer Übungseinheit erlebt habe.

 

...seine Gefühle vor dem Abschiedsspiel: Es ist eine Mischung aus Vorfreude und Wehmut. Meine größte Angst ist, dass ich jemanden vergessen habe einzuladen. Denn diese Woche ist sehr stressig, weil es noch so viel zu organisieren gibt.

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...sein erstes Länderspiel: Ich war sehr nervös, als ich zusammen mit Jörg Böhme erstmals zur Nationalmannschaft nach Bremen fuhr. Deshalb habe ich Jörg nicht aus den Augen gelassen und genau das gemacht, was er tat. Beim Mittagessen habe ich kaum etwas runter bekommen. Abends kam Bundestrainer Rudi Völler zu mir aufs Zimmer und sagte: Du spielst morgen. Ich dachte, ich hätte mich verhört und antwortete: Wer, ich? Doch im Spiel gegen die Slowakei lief es dann blendend und ich habe beim 2:0-Erfolg sofort ein Tor geschossen.

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...Huub Stevens: Er hat perfekt zu Schalke gepasst. Als er 2002 ging, habe ich geweint. Aber er konnte als Trainer auch sehr hart sein. Einmal kam ich von der Nationalelf zurück, als Huub alle Spieler beim Training in die Kabine schickte. Nur ich musste auf dem Platz bleiben und sprinten. Ich war perplex und sauer. Dann bat der Trainer mich in seine Kabine und ich fragte ihn, was ich verbrochen hätte. Huub knurrte nur: Asa, du brauchst das.

 

...die „Meister der Herzen-Saison“: Ich kam mit einer Bierflasche nach dem Schlusspfiff in die Kabine und wollte feiern. Doch plötzlich sehe ich, dass in Hamburg noch gespielt wird. Da habe ich mich umgedreht und habe abgewartet, was passierte. Als dann in der Kabine plötzlich Gegenstände durch die Luft flogen, wusste ich, dass wir die Meisterschaft in letzter Sekunde noch verspielt hatten. Das tat sehr weh.

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...seine Streiche: Ich habe einigen Blödsinn angestellt. Einmal habe ich die Fußballschuhe meiner Mitspieler so fest verknotet, dass sie eine Viertelstunde gebraucht haben, um sie anzuziehen. Einige wussten sofort, wer das war und haben sich revanchiert. Das hatte zur Folge, dass ich als letzter Spieler beim Training auf den Platz kam und einen Anpfiff von Stevens bekam, der sich gewaschen hatte.

 

...Jiri Nemec: Der „Meister“ war einmalig, auf und neben dem Platz. Er hat grundsätzlich nur mit Noppenschuhen gespielt. Ich glaube, er hatte nur ein Paar, die wird er wohl auch am Samstag tragen. Nach den Spielen kam Jiri immer als Letzter aus der Kabine. Das hatte zwei Gründe: Er gönnte sich erst einmal in aller Ruhe ein Bier und außerdem wollte er nicht mit Journalisten sprechen. Sprach ihn ein Reporter an, hat er gesagt: Ich habe gerade alles deinem Kollegen erzählt. Frag ihn. Das war natürlich geflunkert, aber damit hatte er seine Ruhe.

 

...Leroy Sané: Der Junge ist einmalig. Man sieht bei jedem Spiel, was er drauf hat. An ihm wird Schalke noch viel Freude haben.

 

...seine Zukunftspläne: Es war die beste sportliche Entscheidung meines Lebens, zu Schalke zu wechseln. Ich bin stolz, ein Schalker zu sein. Jetzt bin ich Klubrepräsentant und Co-Trainer der U 15. Ich hätte nicht gedacht, dass mir die Trainertätigkeit so viel Spaß machen würde. Deshalb werde ich jetzt die A-Trainer-Lizenz in Angriff nehmen.

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