Bordon: "Schalke war mein Halt, meine Familie"

Das Interview

Marcelo Bordon ist ein emotionaler Mensch – als er vor einigen Wochen in die Schalker „Ehrenkabine“ aufgenommen wurde, verdrückte der Brasilianer einige Tränen. Die werden Samstagabend mit Sicherheit auch fließen, wenn er sein Abschiedsspiel auf Schalke gibt.

GELSENKIRCHEN

von Von Matthias Heselmann

, 08.07.2011 / Lesedauer: 3 min
Bordon: "Schalke war mein Halt, meine Familie"

Marcelo Bordon verabschiedet sich mit einem Spiel am Samstag.

Ich habe ja seit 20 Jahren ununterbrochen Fußball gespielt – klar, dass mir da jetzt etwas fehlt.  

(lacht) Ich müsste zumindest länger darüber nachdenken. So alt bin ich ja auch noch nicht. Früher hat man immer gesagt, mit 33 ist als Profi Schluss – heute kann man gut und gerne bis 38 oder 39 spielen.  

Natürlich! Auch in Katar habe ich immer versucht, jedes Schalke-Spiel zu sehen. Das war mein Trikot, mein Halt, meine Familie – das hat mir wehgetan, vor allem, weil ich keine Zeit hatte, mich von den Fans zu verabschieden.  

Ich war ja schon ein paar Mal hier: Ich fühle mich hier zu Hause. Ich hoffe auch, dass ich nach dem Abschiedsspiel immer wieder zurückkommen kann. Aber eigentlich finde ich keine Worte, um zu sagen, wie ich mich fühle. Vor allen Dingen dankbar: Nicht nur gegenüber Schalke, sondern gegenüber ganz Deutschland.  

Nein: Entweder in der Veltins-Arena oder gar nicht! Ich habe mich so sehr mit dem Verein und seinen Fans identifiziert – das war fast wie eine zweite Haut.  

Fernando Meira und Krassimir Balakov, mit denen ich damals in Stuttgart zusammen gespielt habe, habe ich bestimmt schon sieben oder acht Jahre nicht mehr gesehen – auf die freue ich mich natürlich.  

Ich weiß noch nicht genau, was ich machen will. Ich habe ja die vergangenen elf Jahre in Deutschland verbracht, da muss ich jetzt erst einmal zusehen, dass ich mein Leben in Brasilien organisiert bekomme. Ich habe ein Büro als Spielerberater – das ist aber kein Muss. Außerdem habe ich noch ein Fußball-Kinderprojekt in Brasilien. Eigentlich wollte ich ja nach meiner Laufbahn eine Pause vom Fußball einlegen – aber ich merke, dass ich jetzt mehr zu tun habe als vorher.  

(lacht) Immer da, wo gerade die Sonne scheint.  

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