Breitenreiter: "Müdigkeit aus den Beinen laufen"

Schalke in Hamburg

Wenn der FC Schalke 04 Samstagabend (18.30 Uhr) beim Hamburger SV antritt, dann ist diese Partie für André Breitenreiter kein Spiel wie jedes andere. Denn beim Bundesliga-Dino erlebte der Schalker Trainer als Spieler nicht nur „vier wundervolle Jahre“, sondern diese Zeit lieferte ihm auch wertvolle Erfahrungen für seinen späteren Lebensweg.

GELSENKIRCHEN

25.09.2015, 19:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Breitenreiter: "Müdigkeit aus den Beinen laufen"

Bundesliga, 6. Spieltag: Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04 0:2 (0:0)

Eine wichtige Erkenntnis war dabei für ihn sicherlich die rasante Geschwindigkeit, mit der es im Profi-Fußball auf und ab gehen kann. Als Breitenreiter 1994 nach 72 Zweitligaspielen für Hannover 96 zum HSV wechselte, sorgte der Youngster noch vor dem Saisonstart für ein Rauschen im Blätterwald. Als „Blitz-Bomber“ charakterisierte ihn der Boulevard, als ihm im damaligen Inter-Toto-Cup gegen die dänische Mannschaft Ikast FS innerhalb von 19 Minuten ein Hattrick gelang.

Rückkehr nach Hamburg

Dass dieser wunderbare Start für den Stürmer aus vielerlei Gründen nicht in eine große Profi-Karriere mündete, hat Breitenreiter längst abgehakt. Seiner Liebe zum Fußball hat das keinen Abbruch getan. Am Samstag kehrt er nach Hamburg als Schalke-Trainer zurück, dessen Start bei den Königsblauen sich sehen lassen kann.

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Sechs von acht Pflichtspielen hat Schalke gewonnen, in den letzten drei Partien blieben die Blau-Weißen ohne Gegentor. Die Mannschaft präsentiert sich bisher als Einheit, die läuferisch und kämpferisch gegenüber der Vorsaison deutlich zugelegt hat.

Di Matteos letztes Spiel

Das lässt sich am besten im Vergleich zum letzten Schalker Gastspiel in Hamburg festmachen, wo die Königsblauen mit einer gespenstischen Leistung und einer 0:2-Niederlage im Gepäck die Heimreise antraten und den Gastgebern ermöglichten, doch noch den Klassenerhalt zu schaffen. Es war die letzte Partie unter Leitung des vermeintlichen Star-Trainers Roberto Di Matteo, der einen Tag später gefeuert wurde.

Der gute Saisonstart bringt es mit sich, dass die Schalker Spieler die Englischen Wochen bisher gut verkraftet haben. „Der Kräfteverschleiß ist nicht zu bestreiten. Aber durch die vielen Siegen nimmt man die schweren Beine nicht so sehr wahr. Meine Spieler werden sich die Müdigkeit aus den Beinen laufen, wenn das Spiel angepfiffen wird“, so Breitenreiter. Ob er wie gegen Frankfurt ein bisschen rotieren wird, ließ der 41-Jährige wie immer offen.

HSV obenauf

Ähnlich wie Schalke schwimmt auch der HSV momentan auf einer Erfolgswelle. Seit drei Partien sind die Gastgeber ohne Gegentor, zuletzt ist das 2007 unter Trainer Huub Stevens gelungen; zehn Punkte aus sechs Partien bedeuten außerdem den besten Bundesligastart seit 2009.

Der Hamburger Optimismus wird nur etwas getrübt, weil die Partie am 26. September stattfindet. Spielt der HSV an diesem Datum, hat es bereits zweimal ein Debakel gegeben. Am 26. September 1970 gingen die Hamburger mit 1:8 in Oberhausen unter, am 26. September 1987 mit 2:8 in Mönchengladbach. Und diesmal, wird es wieder eine denkwürdige Partie?

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