Christian Heidel nimmt Weinzierl und Team in die Pflicht

Verkorkste Schalke-Saison

Die verkorkste Schalker Bundesliga-Saison war gerade abgepfiffen, da formulierte Christian Heidel mit scharfer Stimme bereits seinen Forderungskatalog für den Neustart im August. Ohne Europapokalbelastung stünden Trainer Markus Weinzierl und die gut bezahlten Fußball-Profis 2017/18 in der Pflicht, verkündete der Sportvorstand nach dem glücklichen 1:1 beim Absteiger FC Ingolstadt.

INGOLSTADT

21.05.2017, 12:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christian Heidel nimmt Weinzierl und Team in die Pflicht

Redete nach einer enttäuschenden Saison Klartext: Schalke-Manager Christian Heidel.

„Es gibt keine Ausreden mehr. Es muss geliefert werden. Das wird die Überschrift sein: Wir müssen besser Fußball spielen und eine ganz andere Bundesliga-Saison spielen“, sagte Heidel. Platz zehn darf sich nicht wiederholen. Im Ingolstädter Sportpark kündigte Heidel eine knallharte sportliche Analyse an - gemeinsam mit dem Coach. 

Keine Treueschwüre

Weinzierl wird auf viele Fragen überzeugende Antworten geben müssen. Treueschwüre für den 42-Jährigen, der gemeinsam mit Heidel vor einem Jahr auf Schalke angetreten war, um den Europapokal-Dauergast besser zu machen, gab es vorab nicht. Allerdings antwortete Heidel auf die Frage, ob auch ein Trainerwechsel ein Resultat der internen Analyse sein könnte, deutlich: „Das ist für mich sehr, sehr schwer vorstellbar.“ Weinzierl scheint eine zweite Chance zu erhalten. 

In Ingolstadt bot Schalke nach einer guten Startphase mit dem Führungstor von Donis Avdijaj (2. Minute) ein Abziehbild der Saison. Es fehlt ein klarer spielerischer Plan, vor allem aber Konstanz. Nach zwei Foulelfmetern für Ingolstadt und der Roten Karte für Benjamin Stambouli (63.) stand am Ende ein glücklicher Punktgewinn. 

Froh über das Saisonende

Die Gastgeber konnten nur den ersten Strafstoß durch Pascal Groß verwandeln (41.). Den zweiten von Dario Lezcano hielt Ralf Fährmann (64.). „Wir sind froh, dass man auf diese Saison einen Deckel machen kann“, sagte der mit Abstand beste Schalker. Der Torwart urteilte: „Wir haben es nicht verdient, in der Tabelle höher abzuschließen.“ 

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Bundesliga, 34. Spieltag: FC Ingolstadt 04 - FC Schalke 04 1:1 (1:1)

Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem FC Ingolstadt 04 und dem FC Schalke 04.
20.05.2017
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem FC Ingolstadt 04 und dem FC Schalke 04.© Foto: dpa
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Für einen personellen Umbruch sieht Heidel keine Veranlassung. „Es wird nicht so sein, dass zehn Spieler gehen und zehn kommen“, sagte er. Abwehrspieler Sead Kolasinac, das verrieten seine Kollegen, wird jedoch ablösefrei gehen, vermutlich nach England zum FC Arsenal. 

"Mit der wichtigste Spieler"

Den anscheinend vom FC Bayern umworbenen Nationalspieler Leon Goretzka will Heidel nicht ziehen lassen, jedenfalls nicht jetzt. Auch wenn der 22-Jährige, den Bundestrainer Joachim Löw gerade für den Confederations Cup in Russland nominierte, 2018 ebenfalls ohne Ablöse die Königsblauen verlassen könnte. „Wenn Leon geht, geht ein bisschen das Herz dieser Mannschaft“, begründete Heidel pathetisch. Er könne sich „ganz wenig Szenarien“ vorstellen, die zum Umdenken führen könnten. Heißt übersetzt: Viele, viele Millionen Euro wären dafür nötig. „Leon ist mit der wichtigste Spieler für Schalke.“ 

Von dpa