Das wären die Folgen eines Schalker Absturzes

Sportlich und finanziell

Platz elf nach 18 Spieltagen und neun Punkte Rückstand auf einen Europa-League-Platz: Der FC Schalke droht erstmals nach 2009 in keinem internationalen Wettbewerb vertreten zu sein. Welche Konsequenzen kommen ohne ein Ticket für Europa auf den Kultklub zu? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

GELSENKIRCHEN

31.01.2017 / Lesedauer: 3 min
Das wären die Folgen eines Schalker Absturzes

Wenn das Team von Markus Weinzierl das internationale Geschäft verpassen würde, hätte das für den FC Schalke weitreichende Folgen.

Welche Bedeutung hätte ein Mittelfeldplatz am Saisonende in sportlicher Hinsicht?

Zunächst einmal wäre damit ein großer Imageverlust verbunden. Das Schalker Selbstverständnis beinhaltet, in der Bundesliga zu den Topvereinen zu gehören. Die Königsblauen unterhalten eine Mannschaft mit zahlreichen Nationalspielern und Top-Talenten, sodass eine Platzierung schlechter als Rang sechs von vielen Fans als blamabel eingestuft würde.

Was bedeutet eine Saison ohne Europacup-Teilnahme für die Arbeit von Manager Christian Heidel?

Seine Arbeit würde noch schwieriger werden, denn es drohen Wechsel von vielen Leistungsträgern. Sead Kolasinac zögert seit Wochen, seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag zu verlängern. Ob Leon Goretzka und Max Meyer bereit sind, auf Schalke zu bleiben, ist mit einem großen Fragezeichen zu versehen, wenn ihr Klub in der neuen Saison nicht international spielt. Denn beide Schalker wollen unbedingt zur Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Das ist naturgemäß einfacher, wenn man den Bundestrainer auch in Europacup-Spielen von seinem Können überzeugen kann. Und ob gute Neuzugänge zu bekommen sind, wenn Schalke die Saison nur im Mittelfeld beendet, ist ebenfalls fraglich.

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Welche Folgen hätte eine Saison ohne Europacup-Teilnahme in finanzieller Hinsicht?

Seit 2011 wurden die Marketing- und Sponsoringerlöse des Klubs um rund 50 Prozent gesteigert. Ein zweites Jahr nacheinander ohne Champions-League-Teilnahme würde erstmals eine Stagnation in diesem Bereich zur Folge haben. Marketing-Chef und Vorstandsmitglied Alexander Jobst rechnet in diesem Fall mit einem Niveau von rund 90 Millionen Euro Einnahmen pro Saison. Die meisten Sponsoring-Verträge sind zwar langfristig ausgelegt, aber die üblichen Erfolgsboni gingen den Königsblauen durch die Lappen. Hinzu kommt, dass Schalke ohne Europa-League-Teilnahme auf rund zehn Millionen Euro verzichten müsste – die in der Kaderplanung gestrichen werden müssten.

Jobst hat bereits klar gemacht, dass eine Steigerung der Erlöse nur möglich sein wird, wenn sich Schalke wieder für die Champions League qualifiziert. Noch sind die Königsblauen in puncto Vermarktung in der Bundesliga hinter dem FC Bayern und Borussia Dortmund die Nummer drei. Doch der Markt entwickelt sich rasant, der Konkurrenzkampf wird immer härter. Das A und O bleibt für jeden Mitbewerber der sportliche Erfolg – und den hat Schalke momentan nicht.

Was würde ein Jahr ohne Europacup-Teilnahme für die angestrebte Internationalisierung des Vereins bedeuten?

Das wäre ein herber Rückschlag. Schalke hat seinen Bekanntheitsgrad zum Beispiel in China zwar enorm gesteigert, aber die Champions League oder Europa League hat auch in Asien an Bedeutung gewonnen. Schalke wäre jedoch nicht dabei und könnte damit keine weitere Werbung in eigener Sache betreiben.