Tedesco greift durch: Uth, Harit und Mendyl fliegen vor Bremen-Spiel wohl aus dem Kader

Schalke 04

Das Werder-Spiel ist für den Schalker Trainer das erste „Endspiel“. Alibis und Treueschwüre von den S04-Profis will er nicht hören. Es wird einige personelle Veränderungen geben.

Gelsenkirchen

von Frank Leszinski

, 07.03.2019 / Lesedauer: 3 min
Tedesco greift durch: Uth, Harit und Mendyl fliegen vor Bremen-Spiel wohl aus dem Kader

Auch sie können nicht sicher sein, in Bremen zur Start-Elf zu gehören: Salif Sané (l.) und Nabil Bentaleb, hier nach dem 0:4 gegen Düsseldorf. © dpa

Der Schalker Trainer stellte in der Pressekonferenz vor der Partie am Freitag (20.30 Uhr, Eurosport-Player) im Weserstadion fest: „Nach einem 0:4 gegen Fortuna Düsseldorf können wir nicht normal zur Tagesordnung übergehen. Deshalb wird es sicherlich etwas geben.“

Wen es treffen wird, wollte Tedesco nicht verraten. „Ich bin keiner, der mit dem Finger auf andere zeigt“, so der 33-Jährige, der auch keine Lippenbekenntnisse von seinen Kickern mehr hören will. „Die Spieler müssen nicht nach dem Spiel sagen, der Trainer ist der Richtige, er gibt uns den richtigen Plan mit. Das braucht kein Mensch, auch ich nicht. Sie müssen es auf dem Platz zeigen“, forderte Tedesco. In Bremen gehören angeblich Amine Harit, Hamza Mendyl und überraschend auch Mark Uth nicht zum Schalker Kader.


„Befinden uns im Abstiegskampf“

Nach sechs Spielen ohne Sieg in Folge und nur noch vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz müssen die Schalker Spieler heute Abend beweisen, dass sie den Ernst der Lage erkannt haben. Tedesco betonte noch einmal, worauf es jetzt ankommt: „Wir befinden uns im Abstiegskampf. Deshalb zählt für mich in erster Linie der Charakter des Spielers“.

Doch in dieser Hinsicht gibt es viele Defizite im Kader. Wer muss heute damit rechnen, nur auf der Bank zu sitzen oder vielleicht sogar nicht einmal zum Kader zu gehören? Die Kandidatenliste ist lang.

Sogar Abwehrchef Salif Sané könnte betroffen sein. Der Defensivspezialist hat zwar als einziger Schalker Spieler in dieser Saison noch keine Bundesligaminute gefehlt, aber das muss in der prekären Situation der Blau-Weißen nichts heißen.

Denn gegen Düsseldorf leistete sich der 28-Jährige unzählige Abspiel- und Stellungsfehler, so dass sich Tedesco genötigt sehen könnte, Sané pausieren zu lassen.


McKennie ist Startelf-Kandidat

Weston McKennie ist nach seinen Oberschenkelproblemen wieder fit. Der US-Boy hat Spielern wie Omar Mascarell und Sebastian Rudy längst den Rang abgelaufen. Beide können nach den letzten Trainingseindrücken froh sein, wenn sie zum Kader gegen Bremen gehören. Ob Schalke überhaupt noch mit den beiden Mittelfeldspielern die Zukunft plant, ist aktuell mit einem großen Fragezeichen zu versehen.

Die offensichtliche Nicht-Berücksichtigung von Amine Harit ist keine Überraschung. Die junge Offensivkraft findet einfach nicht in die Spur, weil er wohl auch nicht so lebt und fokussiert ist, wie es sich für einen Profifußballer gehört.

Da ist sein Trainer ganz anders. Er lebt vor, dass er die Trendwende will und an sie glaubt. Selbst der große mediale Druck, der auf Tedesco lastet, scheint den 33-Jährigen nicht zu hemmen. „Wenn es der Mannschaft hilft, würde ich jeglichen Druck auf mich nehmen. Es geht nicht darum, welche Kamera wohin zeigt“, betonte der Coach.

„Müssen einfach Gas geben“

Er sei „hundertprozentig überzeugt“, die richtigen Spieler auszuwählen. „Wir dürfen keine Alibis suchen, sondern müssen einfach Gas geben“, so Tedesco. Die 90 Minuten im Weserstadion werden zeigen, ob Trainer und Mannschaft noch eine Einheit sind. Wenn nicht, könnte sich schon am Samstag Schalkes Vorstand zu einer harten Entscheidung genötigt sehen.