Die neuen Sparpläne des FC Schalke 04

Schalke 04

Ursprünglich sollte Marc Siekmann als neuer Schalker Leiter Sportkommunikation seine Arbeit am 1. Juli aufnehmen. Doch schon am Montag begann der 27-Jährige, weil es viele Probleme gibt.

Gelsenkirchen

, 29.06.2020, 17:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Klaas-Jan Huntelaar gehörte zu den Großverdienern zu seiner Schalker Zeit.

Klaas-Jan Huntelaar gehörte zu den Großverdienern zu seiner Schalker Zeit. © dpa

Wie ernst zum Beispiel die finanzielle Situation des Kult-Klubs ist, wird durch die geplante Einführung einer Gehaltsobergrenze deutlich, über die zuerst die Süddeutsche Zeitung berichtete. Schalke mag das offiziell noch nicht bestätigen, aber es entspricht den Tatsachen. Die verbale Zurückhaltung hängt wohl mit einer bevorstehenden Sitzung des Aufsichtsrates zusammen, dessen Meinung auch noch gehört werden soll.

Der Plan sieht vor, dass es ab sofort keinen neuen Vertragsabschluss mehr geben soll, in dem die Grenze von 2,5 Millionen Euro Jahresgehalt überschritten wird. Spieler, die mehr Geld verlangen, sollen künftig nicht mehr verpflichtet werden.

2,5 Millionen Euro pro Jahr sind für Otto Normalverbraucher immer noch eine gigantische Summe, aber für Schalke bedeuten sie eine große Veränderung bei den Personalkosten. Denn es ist noch gar nicht so lange her, da gaben die Königsblauen ganz andere Gehälter für Top-Spieler aus. Man denke nur an Torjäger Klaas-Jan Huntelaar, dem bis zu sieben Millionen Euro pro Jahr überwiesen worden sein sollen. Aktuell gelten Amine Harit und Benjamin Stambouli, dessen Vertrag am Dienstag ausläuft, mit jeweils vier Millionen Euro als die Großverdiener im Kader.

Auch gute Nachrichten

Generell waren die Schalker Personalkosten in den vergangenen Jahren im Vergleich zu anderen Bundesligisten trotz mäßigen sportlichen Erfolgs enorm hoch. In der Saison 2019/2020 lagen sie bei 123 Millionen Euro, was Platz fünf von allen Bundesligavereine bedeutete.

Eine Konsequenz der neuen Schalker „Bescheidenheit“ dürfte sein, dass Top-Spieler erst einmal nicht mehr verpflichtet werden können, denn diese sind ganz andere Verdienstmöglichkeiten gewohnt. Positiv gewendet ist es aber auch eine Entscheidung für mehr Bodenhaftung. Gerade den Schalker Anhängern waren die Millionengehälter für Durchschnittsspieler kaum noch vermittelbar.

Einbruch bei TV-Geldern

Die hohen Schalker Verbindlichkeiten von ca. 200 Millionen Euro werden sich jedoch nicht über Nacht schnell senken lassen. Einerseits ist noch nicht absehbar, wann wegen der Corona-Pandemie wieder mit Zuschauern gespielt werden kann. Hier gehen Schalke pro Geisterspiel in der Veltins-Arena ca. zwei Millionen Euro verloren. Andererseits gibt es wegen der restlos enttäuschen Bundesligasaison auf Platz zwölf auch einen Einbruch für die Königsblauen bei den TV-Geldern, der rund sechs Millionen Euro beträgt.

Trotz dieser schwierigen Gemengelage gibt es aber auch gute Nachrichten für Schalke. Eine stichprobenhafte Umfrage dieser Zeitung bei wichtigen Sponsoren ergab, dass diese ihr Engagement aufrechterhalten. Wie zum Beispiel die Brauerei Veltins, die seit vielen Jahrzehnten zu den Schalker Top-Sponsoren gehört und Namensgeber der Arena ist. Deren Pressesprecher Ulrich Biene teilte auf Anfrage mit: „Wir stehen an der Seite des FC Schalke 04. In die Belange des Vereins haben wir uns noch nie eingemischt. Im Sportsponsoring gibt es Höhen und Tiefen. Es wird für den FC Schalke 04 auch wieder bessere Zeiten geben“.

Wann die anbrechen, muss man abwarten. So viel lässt sich aber jetzt schon sagen: Die nächsten Wochen auf Schalke werden gewiss nicht langweilig. Es gibt viel zu tun – auch für Marc Siekmann.

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