Domenico Tedesco gesteht: So sehr belastete ihn der Fehlstart

Schalke 04

Vor dem Champions-League-Spiel gegen Galatasaray Istanbul (Dienstag, 21 Uhr/Sky) gab Schalkes Coach einen Einblick in seine Gefühlswelt - er habe sich in letzter Zeit oft hinterfragt.

Gelsenkirchen

, 06.11.2018, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Domenico Tedesco gesteht: So sehr belastete ihn der Fehlstart

Hat sich nach dem Fehlstart ständig hinterfragt: Domenico Tedesco. © dpa

Wenn eine Fußballmannschaft weit hinter den eigenen sportlichen Erwartungen zurückbleibt, hat das auch Konsequenzen für die Befindlichkeit des Trainers. Domenico Tedesco gab auf der Pressekonferenz am Dienstag einen bemerkenswerten Einblick in seine Gefühlswelt. Oft stellen es Bundesliga-Trainer ja so da, als könnte sie nichts erschüttern. Doch auch in dieser Hinsicht tickt Tedesco anders als viele seiner Kollegen.

„Habe ich meine Entscheidungen richtig vermittelt?“

Der 33-Jährige bekannte nämlich offen und ehrlich, ohne eine Spur von Überheblichkeit: „Ich habe mich in den vergangenen Wochen stark hinterfragt: Wie gestalte ich das Training? Habe ich genug mit meinen Spielern kommuniziert? Habe ich den richtigen Kader nominiert? Habe ich meine Entscheidungen richtig vermittelt? Da bin ich nicht eitel“.



Er würde sich diese Fragen zwar auch nach jedem Spiel stellen, aber in den Zeiten, als Schalke mit fünf Niederlagen in Folge in die Bundesliga startete, „stellen sie sich öfter und penetranter“, so der 33-Jährige.

Die Ergebnisse für Schalke stimmen wieder

Diese Offenheit kommt bei seinen Spielern offenbar gut an. Benjamin Stambouli lobte Tedesco über den grünen Klee. „Unser Trainer ist zwar sehr jung, aber er hat immer eine gute Lösung. Außerdem ist er ein Coach, der sehr viel spricht mit den Spielern, was ich in dieser Form noch nicht erlebt habe. Er hat stets einen Matchplan. Das ist sehr wichtig für uns“, betonte Stambouli.



Mittlerweile scheint Schalke auf einem guten Weg zu sein, den kapitalen Saisonfehlstart zu korrigieren. Zumindest die Ergebnisse stimmen wieder. Nach dem mühsamen Pokalerfolg in Köln und dem Heimsieg gegen Hannover 96 in der Bundesliga soll heute in der Champions League gegen Galatasaray Istanbul ein großer Schritt in Richtung Qualifikation für das Achtelfinale der Königsklasse gelingen.

Leistung aus dem Hinspiel in Istanbul gibt Selbstvertrauen

Beim Hinspiel in Istanbul (0:0) zeigten die Königsblauen eine ihrer bisher besten Saisonleistungen. Dennoch warnte Tedesco davor, den Gegner zu unterschätzen. „Auswärts sind sie sportlich aus meiner Sicht gefährlicher“, sagte der 33-Jährige, da sich Galatasaray ohne seine lautstarke Heimkulisse mehr „auf das Wesentliche“ konzentriere. „Aber mit unserer Qualität sehen wir die Chance, das Spiel für uns zu entscheiden“, ergänzte der Schalker Trainer.



Alexander Nübel wird erneut im Schalker Tor stehen. Stammtorhüter Ralf Fährmann sei nach seiner Adduktorenverletzung zwar „auf dem Weg der Besserung“, wie Tedesco sagte: „Aber er ist nicht komplett fit. Da ist noch ein kleines Restrisiko, das gehen wir nicht ein“. Beim Bundesligaspiel in Frankfurt könnte Fährmann dann wieder im Schalker Tor stehen. Vielleicht reicht es am Dienstag schon wieder für einen Platz auf der Ersatzbank.

Comeback von Torhüter Ralf Fährmann rückt näher

Nach dem 1:1 gegen den FC Porto, dem 1:0 bei Lokomotive Moskau und dem 0:0 im Hinspiel in Istanbul ist Schalke in der Gruppe D mit fünf Punkten als Zweiter hinter Porto (7) aussichtsreich im Rennen. Ein Sieg gegen Galatasaray (4) wäre vor den abschließenden Partien in Porto und gegen Moskau (0) ein Meilenstein Richtung Achtelfinale.

Benjamin Stambouli ist optimistisch, dass es mit einem „Dreier“ gegen den türkischen Meister klappen wird. „Wir haben eine sehr gute Mentalität im Kader. Das wird uns helfen, ein gutes Ergebnis zu erzielen“.