Fabian Giefer: „Ich muss sofort bereit sein“

Schalkes Nr. 2

Im Nachwuchsbereich feierte Fabian Giefer große Erfolge, problemlos schaffte der heute 26-Jährige den Sprung in den Profibereich. Doch seit seinem Wechsel zum FC Schalke 04 läuft es bei dem Torhüter nicht mehr rund. Über die Gründe spricht Giefer im Interview mit Frank Leszinski.

GELSENKIRCHEN

30.11.2016, 07:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fabian Giefer: „Ich muss sofort bereit sein“

Im Wartestand: Fabian Giefer hatte viel Verletzungspech. Jetzt ist er wieder fit und bereitet sich täglich auf den „Tag X“ vor.

Sind Sie ein geduldiger Mensch?

In vielen Sachen ja, in manchen Sachen nein. Auf den Fußball bezogen habe ich gelernt, geduldiger zu sein.

Ihren Wechsel zum FC Schalke 04 hatten Sie sich sicherlich ganz anders vorgestellt, denn seit 2014 haben Sie erst zwei Pflichtspiele absolviert.

Das stimmt, da brauchen wir nicht drum herum zu reden. Dinge, die ich nicht beeinflussen konnte, haben mich aus dem Takt gebracht. Ich musste mich immer wieder herankämpfen.

Ist es nicht sehr bitter, wenn man vorher kaum verletzt war, dann zu Schalke wechselt und immer wieder zu langen Pausen verurteilt ist?

Natürlich macht man sich Gedanken. Vor allem meine erste Verletzung, der Muskelbündelriss beim Freundschaftsspiel in Bochum, war eine ganz bittere Geschichte. Bei einem Abschlag, ohne Fremdeinwirkung, sich so schwer zu verletzen, das wünscht man niemandem. Vorher hatte ich mal eine Rippenprellung. Sonst nichts.

Doch in Bochum...

...hätte ich nie gedacht, so schwer verletzt zu sein. Ich bin noch ganz normal rausgegangen, ohne zu humpeln. Und dann sagt mir die medizinische Abteilung: Die Sehne ist durch, es wird länger dauern. Das war ein Schock.

Im Bayern-Spiel im Februar 2015 folgte der nächste Rückschlag für Sie...

Auch das war sehr enttäuschend. Es gab die Möglichkeit für mich, ein paar sehr interessante Spiele zu machen. Die Partie gegen Real Madrid stand beispielsweise vor der Tür. Doch dann verletzte ich mich wieder.

Mit den Schalker Medizinern sollen Sie nicht immer zufrieden gewesen sein...

Ich will lieber auf die Gegenwart und in die Zukunft schauen. Heute ist Schalke, was die medizinische Abteilung betrifft, auf jeden Fall top aufgestellt.

Jetzt lesen

Und Sie?

Ich habe gelernt, mich noch mehr um meinen Körper zu kümmern. Es ist doch heute ganz leicht, sich umfassend zu informieren. Welche Experten es gibt, und, und, und. Eigeninitiative bei Verletzungen kann nicht schaden.

Jetzt sind Sie fit, aber ist es nicht unheimlich schwer, sich zu motivieren? Ralf Fährmann ist die unumstrittene Nummer eins...

Ich bin nicht naiv. Meine Aufgabe ist: Sollte etwas passieren, muss ich sofort zu 100 Prozent da sein. Das kann von heute auf morgen sein. Denken Sie nur an die Entwicklungen in Dortmund oder Köln, wo plötzlich Bürki und Horn ausfallen.

Können Sie sich über die Schalker Erfolge genauso freuen, obwohl Sie bisher nicht daran mitwirken?

Natürlich. Das hat noch nie funktioniert, dass sich nur elf Spieler über einen Sieg freuen und die zweite Reihe nicht. Jeder fühlt sich als Teil der Mannschaft.

Jetzt lesen

Die seit der neuen Saison von Markus Weinzierl trainiert wird. Was zeichnet ihn besonders aus?

Er hat extrem die Ruhe bewahrt, als es nicht lief. Dass ihm Manager Heidel immer den Rücken gestärkt hat, war ebenfalls überaus wichtig. Dadurch konnte sich der Trainer auf die Arbeit mit der Mannschaft konzentrieren und musste sich weniger mit den Strömungen im Umfeld auseinandersetzen.

Machen Sie sich in der Winterpause Gedanken über einen Vereinswechsel?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich nicht so viele Gedanken machen sollte. Oft treten Entwicklungen ein, die man nicht beeinflussen oder mit denen man nicht rechnen kann. Generell habe ich aber schon das Ziel, irgendwann wieder Bundesliga zu spielen.

Was trauen Sie Schalke bis zur Winterpause noch zu?

Wenn wir so im Rhythmus bleiben können, haben wir eine gute Chance, uns bis zur Winterpause so zu positionieren, dass wir im neuen Jahr in Kontakt zu den Europapokalplätzen stehen. Nach unserem schwachen Start wäre das ein Riesenerfolg.

Jetzt lesen