Fährmann: Wir brauchen Goretzkas individuelle Klasse

Schalke-Kapitän im Interview

Die Vormittagseinheit am Mittwoch beim FC Schalke 04 hatte es durchaus in sich. Fast zwei Stunden dauerte das Training. Danach stellte sich Mannschaftskapitän Ralf Fährmann den Fragen der anwesenden Journalisten. Er sprach unter anderem über den Wechsel von Leon Goretzka und den VfB Stuttgart, Schalkes nächsten Gegner.

Gelsenkirchen

, 24.01.2018, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fährmann: Wir brauchen Goretzkas individuelle Klasse

„Der Konkurrenzkampf tut uns gut“, sagt Schalke-Kapitän Ralf Fährmann. © dpa

Ralf Fährmann über ...

... Nabil Bentaleb auf der Tribüne im Hannover-Spiel: „Wir haben uns in der Winterpause verstärkt. Da ist es dann normal, dass auch mal gute Spieler auf der Tribüne sitzen müssen. Ich glaube jedoch, dass uns der Konkurrenzkampf gut tut. Man merkt, wie verbissen im Training gearbeitet wird.“

... den Wechsel von Leon Goretzka zu den Bayern: „Wir sind froh, dass das jetzt geklärt wurde und wir uns wieder auf das Tagesgeschäft Bundesliga konzentrieren können. Ich glaube nicht, dass der Wechsel von Leon unsere Entwicklung beeinflusst. Ich denke, dass es für ihn aus sportlicher Sicht die richtige Entscheidung war. Aber als Schalke-Fan betrachtet, war das schmerzhaft. Doch wir stehen hinter Leon und respektieren ihn total. Wir brauchen seine individuelle Klasse, nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Kabinentrakt. Ich hoffe, dass die Unruhe um Leon jetzt abflacht, weil das uns als Mannschaft nicht gut tut.“

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Bilder aus der Schalke-Karriere von Leon Goretzka

19.01.2018
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Zur Saison 2013/2014 wechselte Leon Goretzka für 3,25 Millionen Euro vom VfL Bochum zum FC Schalke 04. © Foto: dpa
In der ersten Saison lief er unter Trainer Jens Keller in 25 Spielen auf.© Foto: dpa
Seinen ersten Bundesliga-Treffer erzielte er im Oktober 2013 gegen Eintracht Braunschweig.© Foto: dpa
Es folgten drei weitere Tore in der ersten Spielzeit. Insgesamt traf er vier Mal.© Foto: dpa
Zudem lief er in vier Spielen in der Champions League und zwei DFB-Pokal-Partien auf.© Foto: dpa
Danach lief es nicht mehr. Den Großteil der folgenden Spielzeit verpasste er wegen eines Muskelbündelrisses. Insgesamt kam er 2014/2015 nur auf zehn Bundesliga-Einsätze.© Foto: dpa
In der Spielzeit 2015/2016 entwickelte sich Goretzka unter Andre Breitenreiter dann zum Stammspieler. Am Ende der Saison standen 25 Bundesliga-Spiele in der Statistik.© Foto: dpa
Nur eine Schulterverletzung zum Ende der Saison verhinderte noch mehr Einsätze.© Foto: dpa
In der Europa League lief Goretzka bis zum Ausscheiden gegen Schachtar Donezk sieben Mal auf.© Foto: dpa
Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro absolviert Goretzka nur ein Spiel. Wegen einer erneuten Schulterverletzung muss er vorzeitig abreisen.© picture alliance / dpa
Auch unter Trainer Markus Weinzierl verbesserte sich Goretzka stetig. 30 Einsätze in der Bundesliga, neun in der Europa League und zwei im DFB-Pokal stehen für die Spielzeit 2016/2017 zu Buche.© Foto: dpa
Auf insgesamt acht Treffer kommt Goretzka in dieser Spielzeit.© Foto: dpa
Für den Verein läuft es allerdings weniger gut. Schalke schließt die Spielzeit auf Tabellenplatz zehn ab.© Foto: dpa
Im Sommer blüht Goretzka dann bei der Nationalmannschaft auf.© Foto: dpa
Nach seinem Debüt im DFB-Dress 2014 war er bis zum Juni 2017 erst in zwei weiteren Spielen unter Joachim Löw dabei.© Foto: dpa
Beim Confed-Cup-Sieg in Russland ist er aber gesetzt, erzielt drei Tore in vier Spielen und wird Torschützenkönig. Auf zwölf Länderspiele kommt Goretzka bis Januar 2018.© Foto: dpa
Unter Domenico Tedesco wird Goretzka das Gesicht des FC Schalke 04. © Foto: dpa
Zwar verpasste er in der Hinrunde schon sieben Spiele wegen einer knöchernen Stressreaktion im Unterschenkel.© Foto: dpa
In seinen elf Einsätzen erzielte er aber vier Tore.© Foto: dpa
Im Wintertrainingslager in Benidorm holt Goretzka den Trainingsrückstand auf, ist mittlerweile wieder eine Option für den Kader. Die Rückrunde der Saison 2017/2018 wird aber sein letztes Halbjahr auf Schalke sein. Der Wechsel zum FC Bayern ist seit dem 19. Januar perfekt.© Foto: dpa

... den Zeitpunkt der Verkündung des Wechsels: „Den richtigen Zeitpunkt gibt es bei solch einer Entscheidung nicht. Diskussionen wären auch vor einem halben Jahr oder vor einem Monat aufgekommen.“

... über Schalkes holprigen Rückrundenstart: „Wenn man nur die Punkteausbeute aus den ersten beiden Spielen betrachtet, haben wir Luft nach oben. Aber ich finde, wir haben in der ersten Halbzeit in Leipzig ein sehr gutes Spiel gemacht und gegen Hannover über die gesamten 90 Minuten. Deshalb bin ich optimistisch, was die Partie beim VfB Stuttgart betrifft. Wir bleiben cool, wenn es punktemäßig mal nicht so gut läuft.“

... den Trainingsabbruch von Amine Harit: „Ich habe ihn gefragt, ob alles okay ist. Er hat mir signalisiert, dass der Muskel zugemacht hat. Doch es sei nichts Dramatisches, sondern nur eine Vorsichtsmaßnahme, dass er den Platz verlassen hat.“

... die Gefahr, dass mit Max Meyer ein weiterer Leistungsträger den Verein verlässt: „Es wäre der falsche Ansatz, wenn man sich permanent Gedanken macht, wer den Verein verlassen könnte. Dann kommt man in einen Teufelskreis. Viel wichtiger ist, dass wir die Spielidee von Trainer Domenico Tedesco noch mehr verinnerlichen.“

... den nächsten Gegner VfB Stuttgart: „Das wird ein schweres Spiel. Aber ich hoffe, dass wir mit einem Sieg nach Hause fahren oder zumindest einen Punkt mitnehmen.“

... die Veränderungen auf dem Trainingsgelände: „Darüber freue ich mich sehr. Je mehr Trainingsplätze wir haben, desto besser. Dass alles so nahe zusammen liegt, ist wohl einzigartig in der Bundesliga. Mit dem neuen Kabinentrakt für den Profikader haben wir einen weiteren Schritt hin zu perfekten Trainingsbedingungen gemacht.“

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