Fährmanns exklusive Sicht der Schalker Dinge

Nach 0:2 in Berlin

"2 x 3 macht 4, Widdewiddewitt und Drei macht Neune!! Ich mach’ mir die Welt, Widdewidde wie sie mir gefällt ...." So beginnt der berühmte Pippi-Langstrumpf-Song, den Millionen Kinder auf der ganzen Welt lieben. Was dieser Hit mit dem FC Schalke 04 zu tun hat? Am vergangenen Freitag, nach der ernüchternden 0:2-Niederlage bei Hertha BSC, sogar eine ganze Menge.

BERLIN

14.03.2016, 09:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Enttäuschte Schalker nach dem 0:2 in Berlin.

Enttäuschte Schalker nach dem 0:2 in Berlin.

Denn in den Katakomben des Olympia-Stadions gab Ralf Fährmann seine Sicht der Dinge zum Besten, die man leicht verfremdet zum Langstrumpf-Lied mit der Überschrift versehen konnte: „Ich mache mir die Fußballwelt, wie sie mir gefällt.“ Und bei einer solchen Sichtweise war kein Platz für Selbstkritik - die eigene Leistung wurde schöngeredet. Für Fährmann stand fest: Schalke habe sich auf Augenhöhe mit den Berlinern bewegt. Der 27-Jährige hatte in Berlin „zahlreiche Chancen“ seiner Mannschaft gesehen, die „qualitativ ein gutes Spiel“ abgeliefert habe.

Effizienz fehlte

Diese Interpretation der 90 Minuten hatte Fährmann exklusiv. Auf kritische Nachfragen reagierte Schalkes Nummer eins ziemlich allergisch. Es gebe keinen Grund, jetzt eine neue Krise auszurufen. Der Gegner sei nicht entschlossener und bissiger gewesen, Schalke habe nur die Effizienz vor dem gegnerischen Tor gefehlt.

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Es fragte sich der neutrale Betrachter allerdings, warum die Königsblauen nach dem 0:2 jegliche taktische Grundordnung verloren, warum die Hertha noch drei Riesenchancen hatte, um die Führung auszubauen, oder warum Schalke größtenteils abwartend, fehlerhaft und ohne Durchschlagskraft agierte - anders als ein Spitzenteam.

Spätestens nach diesem Auftritt darf man sich von der Vorstellung verabschieden, die Berliner stünden zufällig auf dem dritten Tabellenplatz in der Bundesliga. Das Gegenteil ist richtig: Die Gastgeber sind für Schalke ein ganz ernsthafter Konkurrent im Kampf um einen internationalen Startplatz.

Gemischte Gefühle beim Restprogramm

Dies empfand auch S04-Manager Horst Heldt, der im Gegensatz zu Fährmann ohne königsblaue Brille feststellte: „Die Mannschaft war zu brav. Hertha hat den Sieg mehr gewollt als wir.“ Heldt dürfte nun mit gemischten Gefühlen den nächsten Aufgaben entgegensehen. Denn drei der nächsten vier Gegner heißen Mönchengladbach, Dortmund und München. In der Verfassung von Berlin dürfte es für Schalke schwer werden, gegen diese Konkurrenten zu punkten. In der Hinrunde gab es gegen diese Gegner null Punkte.

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Bundesliga, 26. Spieltag: Hertha BSC - FC Schalke 04 2:0 (1:0)

Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Hertha BSC und dem FC Schalke 04.
11.03.2016
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Bilder der Partie Berlin gegen Schalke.© Foto: dpa
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Dabei hatte Trainer André Breitenreiter in der vergangenen Woche an seine Spieler appelliert, jetzt nicht nachzulassen. Doch genau das trat in Berlin ein. Da waren bei den Blau-Weißen kaum durchdachte Aktionen zu sehen. Selbst eine der Schalker Stärken, die Standards, lag diesmal brach. Fast jeder Freistoß landete in der Berliner Mauer. Umgekehrt bedankte sich Herthas Innenverteidiger Niklas Stark für viel Freiraum nach einer Ecke mit dem vorentscheidenden 2:0. Schalke kassierte schon zum siebten Mal in dieser Saison ein Gegentor auf diese Art.

Selbstkritik schadet nicht

Das alles sind bedenkliche Trends. Der erneut schwache Klaas-Jan Huntelaar versprach zwar: „Wir lassen die Köpfe nicht hängen.“ Aber das dürfte kaum reichen, wenn Schalke einen internationalen Startplatz schaffen will. Und ein bisschen mehr Selbstkritik kann dem Team gewiss auch nicht schaden.

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