Fünf Gründe für den Schalker Aufschwung

Auf Kurs Champions League

Still und heimlich hat sich Schalke 04 an die Champions-League-Plätze herangepirscht. Als Schalke-Spieler Daniel Caligiuri vor kurzem sagte: „Hier kann etwas Großes entstehen,“ da runzelten manche seiner Zuhörer mit der Stirn und speicherten diesen Satz unter der Rubrik Zweckoptimismus ab. Doch nach elf Spieltagen hat der FC Schalke 04 bisher alle Skeptiker widerlegt. Fünf Gründe für den Aufschwung.

Gelsenkirchen

, 07.11.2017, 06:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke, hier mit Bastian Oczipka, Franco di Santo und Daniel Caligiuri (v.l.), jubelt: Erstmals nach 19 Monaten stehen die Königsblauen in der Bundesliga wieder auf einem Champions-League-Platz.

Schalke, hier mit Bastian Oczipka, Franco di Santo und Daniel Caligiuri (v.l.), jubelt: Erstmals nach 19 Monaten stehen die Königsblauen in der Bundesliga wieder auf einem Champions-League-Platz. © dpa

Neue Auswärtsstärke: Nach Bremen (2:1) und Berlin (2:0) feierten die Königsblauen in Freiburg (1:0) bereits den dritten Auswärtssieg in dieser Saison. So viele waren es insgesamt in der vergangenen letzten Spielzeit, wo die Blau-Weißen in der Fremde nur 0,8 Punkte pro Spiel holten (drei Siege, fünf Unentschieden, neun Niederlagen). Bisher enttäuschte die Tedesco-Elf nur einmal auswärts, bei der 0:1-Niederlage in Hannover.

Manager Christian Heidel sagte schon vor einiger Zeit zum Thema Auswärtsschwäche: „Ich glaube, wir drehen das langsam.“ Die Zahlen und die Art und Weise, wie Schalke in fremden Stadien auftritt, geben ihm Recht. In der vergangenen Saison war es noch so, dass die Blau-Weißen ihre Europacup-Ambitionen letztlich wesentlich durch die schwache Auswärtsbilanz verspielten. In diesem Punkt läuft es nun deutlich besser.



Stabile Defensive: Erst zehn Gegentore in elf Bundesligaspielen, nur die Bayern (acht) haben weniger Gegentreffer kassiert. Trainer Domenico Tedesco vertraut auf eine Dreierkette, in der Naldo und Thilo Kehrer bisher noch keine Bundesligaminute gefehlt haben. Auch die Umschulung von Benjamin Stambouli vom defensiven Mittelfeldspieler zum Rechtsverteidiger hat sich bezahlt gemacht. Weltmeister Benedikt Höwedes, der sich enttäuscht von Tedesco zu Juventus Turin ausleihen ließ, wird auf Schalke sportlich nicht vermisst.

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Mutige Entscheidungen: Tedesco tüftelt permanent an den optimalen Schalker Startaufstellungen. Bestes Beispiel ist Max Meyer, den er vom offensiven Zehner zum zweikampfstarken Sechser im Mittelfeld umschulte. Meyer hatte erst Bedenken, aber der Schalker Trainer überzeugte ihn auch dank seiner kommunikativen Fähigkeiten. Meyer dankte dem coach das Vertrauen: Im Wolfsburg-Spiel legte er 12,74 Kilometer zurück – königsblauer Bestwert. „Ich habe das Spiel vor mir und deshalb auch viel Ballbesitz. Zudem führe ich viele Zweikämpfe. Mir macht es momentan großen Spaß“, so der Nationalspieler.

Taktische Flexibilität: Tedesco will seine Mannschaft dahin bringen, „dass wir für unsere Gegner eklig zu spielen sind, aber gleichzeitig auch das Spiel kontrollieren.“ Bisher gab es Partien, wo die Königsblauen über 60 Prozent Ballbesitz hatten (gegen Mainz), während sie zuletzt in Freiburg eher defensiver eine Kontertaktik bevorzugten.


Besserer Teamgeist: Die Chemie scheinz zu stimmen, anders als in der vergangenen Spielzeit, wo zum Beispiel Yevhen Konoplyanka den damaligen Trainer Markus Weinzierl harsch als „Feigling“ kritisierte. Das hat es unter Tedesco bisher nicht gegeben. „Wir haben einen Trainer, der auf Probleme reagiert und Lösungen findet“, lobt Sportdirektor Axel Schuster. Und Daniel Caligiuri machte deutlich: „Wir agieren als Mannschaft und spielen kompakter. Jeder ist für den anderen da.“ Auch deshalb belegt Schalke erstmals seit 19 Monaten mit Platz vier wieder einen Champions-League-Platz.

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