"Gefahr, dass Vereine ihre Identität verlieren"

S04-Manager Heidel warnt

Schalke-Sportvorstand Christian Heidel sieht nach dem 222-Millionen-Euro-Transfer von Brasiliens Fußball-Star Neymar zu Paris Saint-Germain gleich mehrere Warnzeichen. "Die Gefahr besteht, dass Fußballvereine zum Spielzeug werden", sagte er der Wochenzeitung "Die Zeit". Auch habe er Sorge, dass Vereine ihre Identität verlieren - mehr im Ausland als in Deutschland.

Gelsenkirchen

09.08.2017, 15:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Blickt positiv auf den weiteren Saisonverlauf: Schalke-Manager Christian Heidel.

Blickt positiv auf den weiteren Saisonverlauf: Schalke-Manager Christian Heidel.

"Wenn Katar keine Lust mehr auf Paris hat, ist der Geldhahn morgen zu", sagte der 54-Jährige. In Deutschland verhindere die 50+1-Regel den Einstieg ausländischer Investoren als Mehrheitsgesellschafter. „Aber in Italien, bei den beiden Mailänder Vereinen, mischen jetzt auch schon chinesische Unternehmen mit“, ergänzte Heidel.

"Vielleicht die Regeln ändern"

Im Transferfall Neymar, der vom FC Barcelona nach Paris wechselte, zweifelt Heidel an der Tauglichkeit der Financial-Fair-Play-Regeln des europäischen Verbandes UEFA. Man müsse sich an die Spielregeln halten. „Aber vielleicht muss man die Regeln auch ändern, wenn der Wettbewerb gefährdet ist“, sagte Heidel.

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09.08.2016
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Leroy Sané wechselte 2016 für rund 50 Millionen Euro vom FC Schalke 04 zu Manchester City.© Foto: dpa
Anthony Martial wechselte 2015 für rund 50 Millionen Euro von AS Monaco zu Manchester United.© Foto: dpa
Alex Teixeira wechselte 2015 für rund 50 Millionen Euro von Schachtar Donezk zu JS Suning nach China.© Foto: dpa
Gianluigi Buffon wechselte 2001 für 52,88 Millionen Euro von Parma Calcia zu Juventus Turin.© Foto: dpa
Hulk wechselte 2012 für rund 55 Millionen Euro vom FC Porto zu Zenit St. Petersburg.© Foto: dpa
Hernan Crespo wechselte 2000 für rund 55 Millionen Euro von Parma Calcio zu Lazio Rom.© Foto: dpa
Hulk wechselte 2016 für 55,8 Millionen Euro von Zenit St. Petersburg zu Shanghai SIPG nach China.© Foto: dpa
Fernando Torres wechselte 2010 für 58,5 Millionen Euro vom FC Liverpool zum FC Chelsea.© Foto: dpa
John Stones wechselte 2016 für rund 59 Millionen Euro vom FC Everton zu Manchester City.© Foto: dpa
Luis Figo wechselte 2000 für rund 60 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Real Madrid.© Foto: dpa
Raheem Sterling wechselte 2015 für 62,5 Millionen Euro vom FC Liverpool zum FC Chelsea.© Foto: dpa
Angel di Maria wechselte 2015 für rund 63 Millionen Euro von Manchester United zu Paris St. Germain.© Foto: dpa
Edinson Cavani wechselte 2013 für 64,5 Millionen Euro vom SSC Neapel zu Paris St. Germain.© Foto: dpa
Kaka wechselte 2009 für rund 65 Millionen Euro vom AC Mailand zu Real Madrid.© Foto: dpa
Zlatan Ibrahimovic wechselte 2009 für 69,5 Millionen Euro von Inter Mailand zum FC Barcelona.© Foto: dpa
Zinedine Zidane wechselte 2001 für 73,5 Millionen Euro von Juventus Turin zu Real Madrid.© Foto: dpa
Kevin De Bruyne wechselte 2015 für rund 74 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg zu Manchester City.© Foto: dpa
James Rodriguez wechselte 2014 für rund 75 Millionen Euro vom AS Monaco zu Real Madrid.© Foto: dpa
Angel Di Maria wechselte 2014 für rund 75 Millionen Euro von Real Madrid zu Manchester United.© Foto: dpa
Luis Suarez wechselte 2014 für 81,72 Millionen Euro vom FC Liverpool zum FC Barcelona.© Foto: dpa
Neymar wechselte 2013 für 88,2 Millionen Euro vom FC Santos zum FC Barcelona.© Foto: dpa
Gonzalo Higuain wechselte 2016 für rund 90 Millionen Euro vom SSC Neapel zu Juventus Turin.© Foto: dpa
Cristiano Ronaldo wechselte 2009 für rund 94 Millionen Euro von Manchester United zu Real Madrid.© Foto: dpa
Gareth Bale wechselte 2013 für rund 101 Millionen Euro von Tottenham Hotspur zu Real Madrid.© Foto: dpa
Paul Pogba wechselte 2016 für rund 105 Millionen Euro von Juventus Turin zu Manchester United.© Foto: dpa

Die UEFA müsse nun bewerten, ob beim Neymar-Wechsel die Statuten umgangen worden seien, wonach die Klubs nur das ausgeben dürfen, was sie im operativen Fußballgeschäft erwirtschaften. „Es würde mich nicht wundern, wenn die Prüfung ausgeht wie das Hornberger Schießen“, meinte Heidel hierzu. Er glaubt aber nicht, dass Paris Saint-Germain Sanktionen riskiere. Heidel: „Die haben mehr Anwälte als Fußballspieler und sind sicher nicht naiv.“

Ist der Fan im Bilde?

Heidel stellt sich generell die Frage, ob der normale Fan das Ganze noch verstehe. „Viele halten die Summen im Fußballgeschäft für unmoralisch, verständlicherweise. Aber stellen Sie sich mal vor, Schalke 04 und nicht Paris hätte Neymar präsentiert. Das Ruhrgebiet hätte kopfgestanden. Die Fans hätten uns gefeiert.“ 

Von dpa

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