Das Thema Naldo schlägt hohe Wellen - dass aber gleich drei Schalke-Profis ausgemustert wurden, findet kaum Beachtung. Kein gutes Zeichen, findet unser Kommentator.

Gelsenkirchen

, 06.01.2019, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Endlich hat Trainer Domenico Tedesco das offiziell bestätigt, was im Prinzip schon längst klar war: Johannes Geis und Franco Di Santo werden bei den Schalker Profis keine Rolle mehr spielen. Entweder sie finden einen neuen Verein oder werden bis zum Ende ihrer Vertragslaufzeit in die zweite Mannschaft „abgeschoben“.

Doch während die Schalker Vereinsfamilie sehr emotional über den plötzlichen Weggang von Liebling Naldo diskutiert, wird die Degradierung von Geis und Di Santo nahezu schweigend und kommentarlos – fast schon gleichgültig – zur Kenntnis genommen.


Viele Spieler kommen mit Vorschusslorbeeren - und enden auf der Bank

Eine bedenkliche Gleichgültigkeit – offensichtlich hat man sich auf Schalke schon daran gewöhnt, dass Hoffnungsträger zu Ladenhütern werden. Aber darf sich ein Verein, dessen Kerngeschäft Leistungssport ist, an solche „Fälle“ gewöhnen?

Eins vorweg: In keinem Verein der Welt ist jeder Neuzugang ein Volltreffer. Irrtümer auf dem Transfermarkt sind nie ausgeschlossen, unabhängig von der Ablösesumme. Auffällig bei Schalke ist aber schon, dass es viel zu oft Spieler gibt, die mit großen Vorschusslorbeeren kommen und schon nach kurzer Zeit nicht mal mehr Ersatzspieler sind, sondern gar nicht mehr stattfinden.

So viel wurde an Ablöse „verbrannt“

Es ist ja noch gar nicht so lange her, dass die halbe Liga Schalke um Spieler wie Geis und Di Santo beneidete. Geis galt zu seiner Mainzer Zeit als der Standard-Spezialist der Bundesliga, und nach Di Santos Wechsel zum FC Schalke 04 wurde bei Werder Bremen gefühlt halbmast geflaggt – so sehr hatte der Stürmer dort überzeugt.

Auf Schalke war es mit der Herrlichkeit dann schnell vorbei. Bei Geis nach ein paar Monaten, bei Di Santo noch schneller. Nüchtern betrachtet wurden so insgesamt ca. 20 Millionen Euro an Ablösesummen „verbrannt“. Liegt das nun nur an den Spielern? Oder muss der Verein mehr in die Betreuung solcher Profis investieren, um nicht noch mehr Vermögen zu vernichten? Denn wie schlecht müssen Geis und Di Santo auf Schalke geworden sein, wenn sie offenbar nicht mal mehr einer kaum funktionierenden Mannschaft helfen können?

Bleibt nur zu hoffen, dass im aktuellen S04-Kader keine Spieler auf den Spuren von Geis und Di Santo wandeln…