Goretzka: Mannschaftstraining und Schrecksekunde

Leipzig kommt wohl zu früh

Schalkes Fußball-Profi Goretzka will die Entscheidung über seine Zukunft noch im Januar verkünden. Der Wechsel des umworbenen Nationalspielers zum FC Bayern im Sommer gilt als sicher. Gleichwohl hegt Schalke offiziell noch Hoffnung auf einen Verbleib. Zumindest kurzfristig gab es gute Nachrichten.

Gelsenkirchen

, 10.01.2018, 14:15 Uhr / Lesedauer: 3 min
Goretzka: Mannschaftstraining und Schrecksekunde

Ein Einsatz gegen Leipzig kommt für Leon Goretzka wohl noch zu früh. © dpa

Vor dem Bundesliga-Rückrundenstart bei RB Leipzig (Sa. 18.30 Uhr) ist die Personalsituation beim FC Schalke 04 äußerst erfreulich. Trainer Domenico Tedesco konnte am Mittwochvormittag den gesamten Kader unter die Lupe nehmen.

Einsatz so gut wie ausgeschlossen

Besonders positiv war die Rückkehr von Leon Goretzka ins Mannschaftstraining. Zwar gab es eine Schrecksekunde, als der Nationalspieler nach einem Zusammenprall behandelt werden musste. Doch Goretzka konnte schnell ohne sichtbare Beeinträchtigung weiter machen. Ein Einsatz in Leipzig scheint dennoch so gut wie ausgeschlossen, weil der Trainingsrückstand des 22-Jährigen noch zu groß ist. Außerdem ist Tedesco kein Freund davon, Spieler nach längerer Wettkampfpause zu früh einzusetzen.

Noch länger wird sich Pablo Insua gedulden müssen, ehe er für einen Einsatz infrage kommt. Aber immerhin stand der Spanier nach seiner Herzmuskelentzündung auf dem Trainingsplatz und absolvierte ein individuelles Programm.

Entscheidung im Januar

Für Schalke stehen entscheidende Wochen an. Der von vielen europäischen Klubs umworbene Goretzka soll laut Schalkes Sportvorstand Christian Heidel noch in diesem Monat verkünden, wohin sein Weg im Sommer führt. „Es wird nicht mehr lange dauern und sich nicht bis zum 31. Januar hinziehen“, kündigte Heidel Anfang der Woche im Interview der „Funke Mediengruppe“ an.

Jetzt lesen

Inzwischen gilt es fast als sicher, dass der im Sommer ablösefreie Goretzka dem Revierklub nach vier Jahren den Rücken kehrt und seinen nächsten Karriereschritt beim FC Bayern München plant. Offiziell verbreiten die Königsblauen aber noch die Hoffnung, dass der Mittelfeldspieler das Angebot zur Vertragsverlängerung doch noch annimmt. Nachgebessert werde dies nicht mehr, stellte Heidel klar.

Angebot an der wirtschaftlichen Schmerzgrenze

Laut Medienberichten offerierte Schalke seinem Leistungsträger schon vor Monaten einen neuen Vierjahresvertrag mit einem jährlichen Verdienst von bis zu zehn Millionen Euro. „Es kam irgendwann der Punkt, an dem ein finales Stück Papier aufgesetzt wurde. Da ist ein Haken dran. Wir reden überhaupt nicht mehr über Geld“, sagte der Schalke-Manager, der wirtschaftlich bis an die Schmerzgrenze ging.

Jetzt lesen

Der gebürtige Bochumer wollte vor allem die sportliche Entwicklung auf Schalke abwarten, die mit dem neuen Trainer Domenico Tedesco in der Hinrunde steil nach oben ging. Derzeit Bundesliga-Rang zwei hinter dem deutschen Rekordmeister, der Einzug ins Pokal-Viertelfinale und die Aussicht auf die Qualifikation für das internationale Geschäft wären gute Argumente für einen Verbleib im Revier, wo der Confed-Cup-Sieger Goretzka stark verwurzelt ist.

Goretzka tut sich schwer mit Entscheidung

Nicht zuletzt deshalb tat sich der Nationalspieler so schwer mit seiner Entscheidung. „Für den Jungen ist das sicherlich nicht ganz einfach, da viele gute Vereine an ihm interessiert sind. Er weiß aber auch, was er an Schalke hat“, meinte Heidel.

Jetzt lesen

„Wir, unser Trainer, unser Manager und auch ich haben alles dafür getan, dass er bleibt“, betonte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies in der „Welt am Sonntag“. Er sei überzeugt, „dass Leon Goretzka auf Schalke eine unglaubliche Entwicklung machen könnte. Wir verbauen ihm ja nicht den Weg zu einem noch größeren Verein in einigen Jahren. Ich finde, es täte ihm gut, wenn er noch bleiben würde.“

Schalke letztlich machtlos

Doch ähnlich wie einst bei Mesut Özil, Manuel Neuer, Julian Draxler oder zuletzt Leroy Sané und Sead Kolasinac ist Schalke letztlich machtlos, wenn europäische Topklubs ihre Talente locken. „Weil es in England, Spanien oder auch mit Bayern München Vereine gibt, die für die guten, jungen Spieler eben noch reizvoller sind. Das müssen wir eingestehen“, erklärte Tönnies.

So dürfte Schalke auch den Kampf um Goretzka verloren haben. Obwohl Heidel noch bestreitet, dass der Wechsel zu den Bayern fix ist, baut er schonmal vor: „Ich bin ganz sicher, dass ohne Leon Goretzka hier überhaupt nichts zusammenbrechen würde.“

Mit dpa-Material

Lesen Sie jetzt