Heidel: "Bin an allen Wunschkandidaten dran"

Schalker Transferpoker

Normalerweise nehmen bei Schalker Pressekonferenzen im Medienzentrum der Veltins-Arena vor Pflichtspielen drei Personen auf dem Podium Platz: der Trainer, der Manager und der Pressechef. Als am Donnerstagmittag plötzlich ein vierter Stuhl platziert wurde, löste das sofort heftige Spekulationen aus. Würde Manager Christian Heidel gleich einen weiteren Neuzugang präsentieren? Die Antwort war eine ganz andere.

GELSENKIRCHEN

19.08.2016 / Lesedauer: 3 min
Heidel: "Bin an allen Wunschkandidaten dran"

"Ich bin sozusagen die Augen und Ohren von Christian Heidel“, sagt Axel Schuster (l.).

Doch da war der Wunsch wohl Vater des Gedankens, denn es nahm weder der Sechser fürs Mittelfeld noch ein Stürmer Platz, sondern Schalkes Sportdirektor Axel Schuster, die rechte Hand von Heidel. Der räumte freimütig ein, dass er sich über sich selbst ärgert, weil er beim Schalke-Tag sinngemäß gesagt hatte, in dieser Woche werde es noch kleine Veränderungen im Kader geben. „Es könnte sein, dass es jetzt doch noch etwas länger dauert“, sagte Heidel mit einem etwas gequälten Schmunzeln.

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Warum sich die Transferverhandlungen zäh wie Kaugummi gestalten, liegt auf der Hand. „Der Transfermarkt ist kollabiert“, erläuterte der 53-Jährige und meinte damit, dass die Preise für die Spieler in Dimensionen vorgestoßen sind, die vor wenigen Jahren noch unvorstellbar waren. „An dieser Entwicklung sind wir nicht unbeteiligt. Wir haben Leroy Sané ja auch nicht für zehn Millionen Euro verkauft“, räumte der Schalker Manager ein.

0044 ist heiß begehrt

Doch Hauptverursacher dieser bedenklichen Entwicklung sind die britischen Klubs, die dank milliardenschwerer TV-Verträge mit dem Geld nur so um sich werfen.  „Wenn man außerhalb von England mit Vereinen spricht, hört man immer, dass sie noch warten wollen, ob 0044 anruft“, sagte Heidel in Anspielung auf die Telefon-Vorwahl Englands.

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Die zehn teuersten Abgänge von Schalke 04

Die zehn teuersten Abgänge vom FC Schalke 04.
02.08.2016
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Leroy Sané wechselte 2016 für 50 Millionen Euro zu Manchester City.© Foto: dpa
Julian Draxler wechselte 2015 für 36 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg.© Foto: dpa
Manuel Neuer wechselte 2011 für 30 Millionen Euro zum FC Bayern München.© Foto: dpa
Rafinha wechselte 2010 für 9 Millionen Euro zum FC Genua.© Foto: dpa
Heiko Westermann (l.) wechselte 2010 für 7,5 Millionen Euro zum Hamburger SV.© Foto: dpa
Jefferson Farfan (r.) wechselte 2015 für 7 Millionen Euro zu Al-Jazira Abu Dhabi.© Foto: dpa
Kyriakos Papadopoulos wechselte 2015 für 6,5 Millionen Euro zu Bayer 04 Leverkusen.© Foto: dpa
Adam Szalai (l.) wechselte 2014 für 6 Millionen Euro zur TSG 1899 Hoffenheim.© Foto: dpa
Lincoln wechselte 2007 für 5 Millionen Euro zu Galatasaray Istanbul.© Foto: dpa
Mesut Özil (r.) wechselte 2008 für 4,3 Millionen Euro zu Werder Bremen.© Foto: dpa
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Doch der Schalker Manager will trotz gut gefüllter Vereinskasse nicht jeden Preis zahlen, um den Kader zu verstärken. Deshalb wird weiter gepokert, auch wenn damit in Kauf genommen wird, dass die Integration der neuen Spieler mit dem Bundesligastart Ende August längst nicht abgeschlossen sein kann. Heidel versicherte: „Ich bin an allen unseren Wunschkandidaten dran. Wir sind in der finalen Phase.“ Erste Priorität hat die Verpflichtung eines Sechsers, außerdem soll noch ein Stürmer kommen.

Weinzierl gelassen 

Trainer Weinzierl gab sich nach außen hin gelassen. „Wir konzentrieren uns nur auf die Spieler, die da sind. Klar ist es immer besser, wenn ein Spieler früher da ist. Aber es gilt, die richtigen Spieler zu verpflichten und das braucht manchmal auch mehr Zeit.“ Klar ist damit, dass Schalke am Samstag (15.30 Uhr) im Pokal beim Sechstligisten FC 08 Villingen kein weiteren Neuzugang einsetzen kann.

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