Hohe Abfindungen für ehemalige Schalke-Mitarbeiter

Merkwürdiges Geschäftsgebaren

GELSENKIRCHEN Vermutlich noch in diesem Jahr wird das Geschäft abgeschlossen werden, das ein großes Loch im Etat des FC Schalke 04 schließen soll. Es geht um die Vereinbarung zwischen dem Verein, der Gesellschaft für Energie und Wirtschaft (GEW) in Gelsenkirchen und einer Bank, die nicht genannt werden will.

von Von Marcus Bark

, 16.12.2009, 23:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Leverkusen's Greek defender Kyriakos Papadopoulos and Leverkusen's midfielder Simon Rolfes (R) celebrate after the German first division Bundesliga football match SC Paderborn 07 vs Bayer 04 Leverkusen in western Paderborn, Germany, on March 8, 2015. Leverkusen won the match 0-3. AFP PHOTO / PATRIK STOLLARZ

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Leverkusen's Greek defender Kyriakos Papadopoulos and Leverkusen's midfielder Simon Rolfes (R) celebrate after the German first division Bundesliga football match SC Paderborn 07 vs Bayer 04 Leverkusen in western Paderborn, Germany, on March 8, 2015. Leverkusen won the match 0-3. AFP PHOTO / PATRIK STOLLARZ DFL RULES TO LIMIT THE ONLINE USAGE DURING MATCH TIME TO 15 PICTURES PER MATCH. IMAGE SEQUENCES TO SIMULATE VIDEO IS NOT ALLOWED AT ANY TIME. FOR FURTHER QUERIES PLEASE CONTACT DFL DIRECTLY AT + 49 69 650050.

„Es bestehen keine kommunalaufsichtlichen Bedenken“, sagte Thomas Drewitz, Sprecher der Bezirksregierung. Sein Chef Peter Paziorek hielt sich bei der Prüfung zurück. Der Regierungspräsident ist erklärter Schalke-Fan, saß früher im Aufsichts- und sitzt heute im Ehrenrat. „Damit ist die laufende Saison 2009/10 durchfinanziert“, hatte Peter Peters am 29. Oktober gesagt, als die Vereinbarung bekannt gemacht worden war. Seitdem macht sich der Finanzchef des Bundesligisten in der Öffentlichkeit rar. Derzeit wolle er nichts sagen, ließ Peters ausrichten. Eine Antwort, ob sich die immer noch nicht erhaltene Finanzspritze auf das Nachlizenzierungsverfahren der Deutschen Fußball-Liga (DFL) auswirke, blieb auch der Verband schuldig.

Zwei Tage nach Bekanntwerden des 25,5-Millionen-Euro-Geschäfts war die Frist zur Abgabe der Unterlagen abgelaufen. Peter Peters hatte damals von einem zeitlichen Zufall gesprochen. Im Gegensatz zu drei Zweitligisten warten Schalke und andere Profiklubs noch auf die Ergebnisse der Nachlizenzierung. „Wir sehen dem gelassen entgegen“, sagte Moritz Beckers-Schwarz. Der stellvertretende Geschäftsführer saß am Dienstag für den Verein vor Gericht. Fast wöchentlich sieht sich der Verein derzeit vor dem Arbeitsgericht Gelsenkirchen als Beklagter wider. Ehemalige Mitarbeiter wehren sich gegen die Kündigungen. Die Verhandlungen laufen meistens auf die Zahlung einer Abfindungssumme hinaus, so auch bei der Klage des ehemaligen Konditions- und Rehatrainers Dr. Christos Papadopoulos, vertreten durch den Frankfurter Anwalt Horst Kletke.

Der Grieche hatte im Sommer zwei Tage vor dem Trainingsstart die Kündigung erhalten. Nach neun Jahren musste er gehen, weil der neue Chef Felix Magath seinen bewährten Stab aus Wolfsburg mitgebracht hatte. Papadopoulos und der Klub einigten sich auf eine Abfindung von 130.000 Euro. Zusätzlich darf der Kläger seinen Dienstwagen, einen Mercedes E-Klasse, behalten. Beide Parteien behielten sich das Recht vor, den Vergleich bis zum 29. Dezember zu widerrufen. Teuer wurde es für die Schalker schon im Fall von Erik Stoffelshaus. Nach Ablauf der Widerrufsfrist steht nun fest, dass der ehemalige Teammanager, ein Vertrauter des beurlaubten Managers Andreas Müller (Vertrag bis 2011), 133.000 Euro Abfindung erhält.

 Beide Verhandlungen zeigten, dass die Schalker ihre Mitarbeiter in den vergangenen Jahren großzügig mit Prämien bedachten. Papadopoulos kam im Jahr 2008 auf ein Gehalt von 317.000 Euro, davon waren 150.000 Euro garantiert. Stoffelshaus hatte im gleichen Zeitraum knapp 214.000 Euro kassiert, davon 75.000 für das Erreichen des UEFA-Cups. Eine erfolgreiche Qualifikation für die Champions League hätte ihm die doppelte Prämie beschert. Schalkes Anwalt Roland Manthey sagte vor Gericht, dass die Prämienregelungen per Handschlag getroffen worden seien. Auch über ein Darlehen, das in der Papadopoulos-Verhandlung zur Sprache kam, soll es keine schriftliche Vereinbarung gegeben haben.

Der Verein behauptet, dem Griechen 2006 ein „Arbeitnehmer-Darlehen“ über 75.000 Euro zu einem Zinssatz von sechs Prozent gewährt zu haben. In jenem Jahr, so Manthey, habe es „etliche“ solcher Darlehen gegeben. Nach Angaben des Vereins zahlte Papadopoulos bis heute keinen Cent zurück. Warum der Klub nicht auf Rückzahlung drängte, wollte Peter Peters nicht beantworten. Kopfschütteln beim Vorsitzenden Richter Heinz Greb löste ein peinlicher Fehler des Klubs aus. Das Kündigungsschreiben an Papadopoulos ging am 30. Juni zunächst an eine Adresse, die schon vier Jahre nicht mehr aktuell war. Als der Brief dann an der richtigen Adresse, dem Verein längst bekannt, ankam, war es Juli Folge: Papadopoulos erhält auch noch ein Grundgehalt für den Oktober – 12.500 Euro.    

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