Horst Heldt: "Wir gehen unseren eigenen Weg"

Das Interview

Die Fußball-Bundesliga kennt Horst Heldt (41) aus allen Blickwinkeln. Als aktiver Profi (über 350 Spiele) und Manager (Meister mit dem VfB Stuttgart 2007) zeigte er Profil. Seit Juli 2010 ist Heldt Sportdirektor und Vorstandsmitglied des FC Schalke 04.

GELSENKIRCHEN

von Von Harald Gehring

, 03.02.2011, 19:11 Uhr / Lesedauer: 3 min
Andre Breitenreiter (l), neuer Trainer von Fußball Bundesligist FC Schalke 04, und Manager Horst Heldt stehen am 15.06.2015 bei der Vorstellung in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) zusammen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Andre Breitenreiter (l), neuer Trainer von Fußball Bundesligist FC Schalke 04, und Manager Horst Heldt stehen am 15.06.2015 bei der Vorstellung in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) zusammen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Dortmund dominiert die Liga, Schalke ist der Außenseiter. In dieser Ausgangslage liegt unsere Chance. Im Hinspiel haben wir keine gute Partie gezeigt, das wissen unsere Spieler natürlich und wollen es beim BVB besser machen.

Ich halte diese Ansetzung nicht für günstig. Es ist Winter, die Sichtverhältnisse für die Ordnungskräfte sind stark eingeschränkt. Eine bessere Entscheidung in dieser Frage hätte möglich sein sollen. Jetzt müssen alle Beteiligten in puncto Sicherheit das beste daraus machen: Beide Vereine sowie die Polizei stehen ohnehin untereinander in regem Austausch.

Zunächst ist es doch positiv, dass alle Spekulationen beendet sind. Der eine oder andere Transfer hat vielleicht für Erstaunen gesorgt, aber Felix Magath weiß was er will. Mich hat er damals auch aus Österreich zum VfB Stuttgart geholt und die Leute haben sich darüber gewundert. Die Spieler müssen jetzt Eigenwerbung durch entsprechende Leistung betreiben, aber sie brauchen auch eine faire Chance.

Es gibt eine klare Ordnung. Felix Magath ist die feste Größe, die die Geschicke des Vereins in die Hand genommen hat. Er ist als Trainer und Manager erfolgreich. Das hat er oft genug bewiesen. Ich wurde als Unterstützer engagiert. Um Medien-Präsenz geht es dabei nun wirklich nicht.

Die Hälfte aller Bundesligisten hat Auflagen. Und das System ist richtig und gut, weil wir ansonsten Verhältnisse wie anderswo in Europa hätten. Fakt ist, dass wir der DFL die Finanzierung der Transfers darlegen, aber als Einschränkung oder Behinderung unserer Aktivitäten habe ich das nicht empfunden.

Man kann Amateure und Junioren nicht isoliert betrachten, wenn es um den Aufbau einer jungen Mannschaft geht. Das hat übrigens auch der BVB nicht getan. Schalke hat aber hier noch Nachholbedarf. Die Identifikation mit dem Traditionsverein wird künftig eine noch größere Rolle spielen.

Wir gehen da unseren eigenen Weg. Der BVB dominiert in dieser Saison die Liga, das ist beeindruckend. Sie haben aber auch den Vorteil, nur noch in einem Wettbewerb zu stehen. Schalke steht in dreien. Das auf Dauer erfolgreich zu meistern, ist bisher nur den Bayern gelungen.

Da gab es viel Wirbel. Richtig ist: Julian wechselt die Schule, aber er beendet sie nicht. Wir werden einen Weg finden, um Schule und Training zu vereinbaren.

Das wäre wünschenswert, ist aber schwierig. Insbesondere nach herausragenden Leistungen ist die entsprechende mediale Begleitung nicht zu verhindern. Stimmt das Umfeld des Spielers, ist das alles aber zu meistern.

Identifikation muss auf vielen Schultern liegen. Spieler kommen – Spieler gehen aber auch. Auch ein Manuel Neuer wird vielleicht irgendwann einmal den Verein verlassen. Davor darf niemand Angst haben. Andere Spieler würden seinen Platz einnehmen und könnten durch entsprechende Leistungen zur Identifikationsperson für die Fans und den Klub werden.

Transfers sind nicht per se schlecht. Manches erscheint in negativem Licht, weil nicht alle Vereinbarungen zwischen Klubs und Spielern nach außen transportiert werden können. Manchmal sind Spieler aber auch schlecht beraten. Das Gespräch wurde im Rahmes des Forums aufgezeichnet von Harald Gehring

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