Huub Stevens ist zum dritten Mal Schalke-Trainer

Schalke 04

Als Domenico Tedesco am Donnerstag um 10.16 Uhr das Training leitete, schien klar zu sein, dass er Schalker Trainer bleibt. Doch diese Schlussfolgerung erwies sich am Abend als hinfällig.

Gelsenkirchen

, 14.03.2019, 20:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Huub Stevens ist zum dritten Mal Schalke-Trainer

Er ist wiederda: Huub Stevens ist zum dritten Mal in seiner Laufbahn Trainer des FC Schalke 04. © dpa

Denn dann verschickte der FC Schalke 04 eine Pressemitteilung, die die Freistellung von Tedesco und seines Co-Trainers Peter Perchtold beinhaltete. Ab Freitag übernehmen zwei Trainer mit Kultstatus interimsmäßig: Schalkes Jahrhundert-Trainer Huub Stevens, der zum dritten Mal in seiner Karriere Chef-Coach der Blau-Weißen wird, sowie als sein Co-Trainer Mike Büskens, „Eurofighter“ aus der legendären Mannschaft, die 1997 sensationell den UEFA-Cup gewann.

Mehr Stallgeruch geht auf Schalke nicht. Die Bestellung von Stevens, der aktuell gewähltes Mitglied im Schalker Aufsichtsrat ist, musste durch einen Beschluss des Ehrenrats wegen der Satzung des Vereins zuvor noch abgesegnet werden.

Es war wieder einmal ein sehr turbulenter Tag auf Schalke. Schon um sieben Uhr hatten sich die ersten Reporter auf dem Vereinsgelände positioniert. Zu sehen gab es kaum etwas. Das Schalker Training um 10.15 Uhr war nicht-öffentlich, Sportvorstand Jochen Schneider teilte gegen Mittag, dass es noch nichts zu verkünden gibt.

Aufsichtsrat tagte vier Stunden

Die turnusmäßige Aufsichtsratssitzung der Königsblauen ging dann fast vier Stunden, ehe die Trainerentlassung vermeldet wurde. Das lässt den Schluss zu, dass intensiv und wohl auch kontrovers diskutiert wurde. „Es war für mich eine emotional sehr schwierige Entscheidung. Für Domenico Tedesco tut es mir sehr leid“, sagte Schalke-Boss Clemens Tönnies im Gespräch mit dieser Zeitung. Tönnies hatte nie einen Hehl daraus gemacht, wie sehr er den 33-Jährigen schätzt.

Doch die Ergebnisse und noch mehr das desolate Auftreten der Mannschaft in den vergangenen Wochen und Monaten ließen Schalke keine andere Wahl. War Tedesco mit Schalke in seinem ersten Trainerjahr noch mit Komplimenten überhäuft und mit dem Gewinn der Vizemeisterschaft belohnt worden, stecken die Königsblauen nun im Abstiegskampf.

Doch über die Art und Weise, wie der Abschied von Tedesco vollzogen wurde, lässt sich trefflich streiten. Auf die Frage, ob es nicht stillos sei, Tedesco noch am Vormittag das Training leiten zu lassen, sagte der Schalke-Boss: „Jochen Schneider musste diese Entscheidung lange und intensiv abwägen. Der Aufsichtsrat ist damit einverstanden, denn es konnte nicht mehr so weiter gehen“.


Marco Rose wird heiß gehandelt

Ab der neuen Saison werden Stevens und Büskens ihren Platz wieder räumen. Ihre Arbeit soll nur bis zum Saisonende gehen. Besonders pikant: Am letzten Spieltag trifft Stevens mit Schalke auf den VfB Stuttgart, den er als Coach auch schon zweimal vor dem Abstieg bewahrte.

Wer in der neuen Saison auf der Schalker Trainerbank sitzt, ist noch nicht entschieden. Ein heißer Kandidat bleibt Marco Rose von RB Salzburg. Er lässt den Fußball spielen, den der neue Schalker Sportvorstand Jochen Schneider spielen lassen will. Allerdings wird Rose von zahlreichen Vereinen umworben. Schneider kennt Rose allerdings aus seiner Leipziger Zeit in der RB-„Familie“.

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