Im Sieg gegen Augsburg steckte schon viel von der Schalker Zukunft

Schalke 04

„Wir leben im Hier und Jetzt“, sagt S04-Trainer Grammozis. Aber seine Personal-Rochaden verraten, dass er im Hinterkopf auch schon die kommende Saison hat. Torjäger Serdar Dursun im Visier.

Gelsenkirchen

, 12.04.2021, 13:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalker Freude nach dem Sieg gegen Augsburg: (v. l.) Timo Becker, Matthew Hoppe - und vielleicht sogar auch mit Ralf Fährmann stand da schon viel Schalker Zukunt auf dem Platz.

Schalker Freude nach dem Sieg gegen Augsburg: (v. l.) Timo Becker, Matthew Hoppe - und vielleicht sogar auch mit Ralf Fährmann stand da schon viel Schalker Zukunt auf dem Platz. © dpa

1:0 gegen den FC Augsburg - am Sonntag wehte endlich mal wieder der süße Duft eines Heimsieges durch die Schalker Veltins-Arena. „Brutal glücklich“, so S04-Trainer Dimitrios Grammozis, sei er. Dabei ahnte Grammozis schon, dass selbst dieser Dreier die Königsblauen wohl nicht vor dem Abstieg bewahren wird - aber er hatte immerhin gesehen, dass das von ihm ausgewählte Aufgebot den Härtetest gegen Augsburg bestanden hatte.

Und das ist nicht unwichtig auch im Hinblick auf die kommende Saison: „Wir leben im Hier und Jetzt“, sagt Grammozis zwar - wohl auch, weil er sich mögliches Gegrummel anderer Bundesliga-Mannschaften ersparen möchte, die darüber lästern könnten, Schalke würde jetzt schon regelmäßig die kommende Zweitliga-Mannschaft ins Rennen schicken. Aber natürlich hat Grammozis die kommende Saison bereits im Hinterkopf. Schalkes Zukunft spielt im Prinzip schon jetzt.

Kleines Gerüst steht schon

Gegen den FC Augsburg standen mit Malick Thiaw, Can Bodzdogan, Mehmet Can Aydin und Timo Becker gleich vier „Eigengewächse“ in der Schalker Startelf, von denen davon ausgegangen werden kann, dass sie auch in der kommenden Saison zum Schalker Kader gehören werden. Matthew Hoppe wurde außerdem eingewechselt. Becker hat seinen Vertrag gerade erst verlängert, Thiaw gehört zu den wenigen persönlichen Schalker Saison-Gewinnern, und Can Bozdogan blüht unter Grammozis wieder etwas auf - die Tore in Leverkusen und nun gegen Augsburg bereitete er vor. Wenn man so will, steht da also schon ein kleines Schalker Gerüst für die kommende Saison, das durch Routinier Danny Latza (kommt von Mainz 05) noch verstärkt wird.

Und dann sind da ja noch die etablierten Kräfte, die möglicherweise auch in der Zweiten Liga für Schalke am Ball sein werden, obwohl sie von den Namen her nicht der Zweitklassigkeit zugeordnet werden können. Klaas-Jan Huntelaar beispielsweise - der Niederländer, dessen Rettungs-Mission auf Schalke in dieser Saison wegen hartnäckiger Wadenprobleme zum Scheitern verurteilt war, zeigte nun in Leverkusen und gegen Augsburg, dass er noch immer ein Spieler ist, der dem Gegner Respekt einflößt.

Sowohl Schalke als auch Huntelaar selbst scheinen Gefallen an dem Gedanken gefunden zu haben, dass der „Hunter“ versucht, die Königsblauen zurück in die Erste Liga zu schießen - wo es mit den Toren für den Klassenerhalt insgesamt wohl nicht reichen wird.

Gespräche mit Etablierten

Und dann ist da ja noch Ralf Fährmann: Grammozis hat ihn bis zum Saisonende zur Nummer eins erklärt, natürlich unter der Voraussetzung, dass nichts Unvorhergesehenes mehr passiert. Auch das könnte schon ein Fingerzeig für die Zukunft sein: Denn Frederik Rönnow ist von Eintracht Frankfurt ausgeliehen - eine Verpflichtung von Schalker Seite erscheint wenig realistisch, auch wenn der Däne sich hier hat nichts zuschulden kommen lassen.

Fährmanns Vertrag soll auch für die Zweite Liga gültig sein. Da er zumindest zu den Nicht-Geringverdienern auf Schalke gehört, würde sein Gehalt schon einen relativ großen Anteil im Verhältnis eines einzelnen Spielers zum Gesamt-Etat ausmachen. Aber auch hier ist wahrscheinlich, dass sich Verein und Spieler demnächst zusammensetzen. Reden kann man schließlich über alles, auch übers Geld. Gibt es eine Einigung, wäre auch Fährmann ein Stück der Schalker Zukunft, die gegen Augsburg in der Gegenwart den zweiten Bundesliga-Sieg der Saison eingefahren ist.

Ganz ohne neue Leute wird es aber natürlich nicht gehen: Das Gerücht, Schalke sei am Darmstädter Torjäger Serdar Dursun (17 Zweitliga-Tore bislang in dieser Saison) interessiert, hält sich hartnäckig. Dursun wäre im Sommer ablösefrei, nachdem Darmstadt in den beiden vergangenen Transferperioden einem Verkauf nicht zugestimmt hat. Dursun spielt seit 2018 bei Darmstadt 98. Sein Trainer dort in der 2019/20: Dimitrios Grammozis.

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