Jens Keller: "Jammern bringt uns nicht weiter"

Das Interview

Schalke bläst zur Aufholjagd: Trotz der schwierigen Personallage wollen die Königsblauen am Saisonende mindestens Platz vier erreichen. Vor dem Rückrundenstart beim Hamburger SV spricht Trainer Jens Keller im Interview über Lichtblicke, Rückschläge und seine Zukunftspläne. Hier gibt es den ersten Teil.

GELSENKIRCHEN

von Frank Leszinski

, 23.01.2014, 09:12 Uhr / Lesedauer: 3 min
Jens Keller: "Jammern bringt uns nicht weiter"

Jens Keller sagt über die Schalker Vorbereitung: "Die Mannschaft hat gut gearbeitet. Mit den Ergebnissen der letzten beiden Vorbereitungsspiele bin ich allerdings überhaupt nicht zufrieden."

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Es wurden hier schon so viele Trainer als meine Nachfolger gehandelt, aber ich bin immer noch hier. Doch meine Person ist gar nicht entscheidend, sondern dass die Mannschaft vorankommt. Ich bin schon so lange in der Bundesliga dabei und weiß, wie das Geschäft funktioniert. Vier Kollegen mussten bei anderen Klubs in dieser Saison schon gehen.

Genau. Ich bin Trainer des FC Schalke 04, aber ich weiß, dass es hier schwierig wird, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Dann hilft auch nicht der Hinweis auf die schwierige Personalsituation. Ich muss mich daran messen lassen, ob ich die Mannschaft weiter bringe. Nur das zählt.

Ich will keine Ausreden suchen. Nur so viel: Was wir im taktischen Bereich trainieren, muss die Mannschaft konsequenter umsetzen.

Die Mannschaft hat gut gearbeitet. Mit den Ergebnissen der letzten beiden Vorbereitungsspiele bin ich allerdings überhaupt nicht zufrieden.

Fußballerisch war es schwer, bestimmte Dinge zu verändern, weil die Personalsituation weiter angespannt war und ist. Mit Neuzugang Jan Kirchhoff hatten wir leider einen weiteren verletzten Spieler zu beklagen. Wir müssen kreative Lösungen finden. Deshalb haben wir in den Testspielen einige Sachen ausprobiert, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Ich schaue mir die restlichen Trainingseinheiten ganz genau an. Viele Optionen habe ich nicht. Doch ich will gar nicht jammern. Unser Kader muss in der Lage sein, die Ausfälle aufzufangen.

Ich habe viele Gespräche mit jedem einzelnen Spieler geführt und ihm erklärt, was ich in der Rückrunde von ihm erwarte.

Einspruch. Auch gegen Köln haben wir einige Dinge gut gemacht. Man muss berücksichtigen, dass sich die Kölner ganz aufs Kontern verlegt haben. Sie waren uns ja nicht spielerisch überlegen. Richtig ist allerdings auch, dass wir in der Schlussphase zu wenige Ideen entwickelt haben, um das Abwehr-Bollwerk des Gegners zu knacken.

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Jeder Spieler hat gut mitgezogen. Wie die Mannschaft zum Beispiel beim 3:2-Erfolg gegen Frankfurt aufgetreten ist, war in Ordnung. Auch wenn wir zwei Gegentore kassiert haben. Das hat mich geärgert. Aber bei diesen Gegentreffern war es auch nicht so, dass unsere Abwehrspieler ausgespielt wurden, sondern es waren individuelle Fehler.

Das ist natürlich enttäuschend. Diese Problematik haben wir die gesamte Saison. Aber noch einmal: Jammern bringt uns nicht weiter. Wir müssen damit umgehen.

Die Belastung war grenzwertig. Aber das hing hauptsächlich mit der langen Verletztenliste zusammen. Ich hatte kaum Möglichkeiten, dem einen oder anderen Spieler mal eine Pause zu gönnen. In der Rückrunde wird die Zahl der Spiele geringer sein. Dann können wir auch kontinuierlicher trainieren.

Nein. Wenn wir taktisch arbeiten, greife ich immer wieder ein.

Von der Personaldecke her gesehen, ist es schwieriger. Damals hatten wir nicht so viele verletzte Spieler.

Wolfsburg ist mit de Bruyne ein schöner Transfer gelungen. Sie konnten in der Hinrunde trainingsmäßig fast immer im Wochenrhythmus arbeiten, ähnlich wie Mönchengladbach. Es wird aber bis zum Schluss ein spannender Kampf um die Champions-League-Plätze bleiben.